Kommentar

Darum darf Borussia Mönchengladbach von Großem träumen

Feiern mit den Fans: Gladbach-Profis nach dem 4:2-Sieg gegen Freiburg.

Feiern mit den Fans: Gladbach-Profis nach dem 4:2-Sieg gegen Freiburg.

Foto: dpa

Mönchengladbach.  Borussia Mönchengladbach ist nach dem 4:2-Sieg gegen den SC Freiburg weiterhin Tabellenführer. Der Erfolg hat mehrere Gründe. Ein Kommentar.

Borussia Mönchengladbach erweist sich an der Tabellenspitze als Dauerbrenner. Am siebten Bundesliga-Spieltag war die Mannschaft auf Platz eins geklettert − nach dem 13. steht sie immer noch dort. Obwohl die Saison noch lang ist, dürfen die Gladbacher in dieser Spielzeit von Großem träumen. Ihr Erfolg hat mehrere Gründe.

Erstens: Trainer Marco Rose hat dem Team seine Spielidee eingeimpft. Die Handschrift des gebürtigen Leipzigers, der zuvor sechs Jahre als Coach bei RB Salzburg gearbeitet hatte, war beim 4:2-Sieg über den SC Freiburg wieder eindeutig zu erkennen. Die Fohlen überzeugten mit temporeichem Offensivfußball und variablem Spiel zum gegnerischen Tor − hinzu kam ein hohes Maß an Zielstrebigkeit. Der Rose-Fußball funktioniert vorzüglich in Gladbach.

Zweitens: Sportdirektor Max Eberl hat mit den Neuverpflichtungen Volltreffer gelandet. Stürmer Breel Embolo, im Sommer vom FC Schalke 04 zur Borussia gewechselt, lieferte gegen Freiburg seine bislang beste Saisonleistung ab. Mit seinen beiden Toren am Sonntag kommt der Schweizer Nationalspieler nun auf fünf Saisontreffer, der Franzose Marcus Thuram (zuvor EA Guingamp) hat wettbewerbsübergreifend bereits neun markiert. Auf der rechten Abwehrseite ist Stefan Lainer (RB Salzburg) nicht mehr wegzudenken, auf der linken präsentiert sich Ramy Bensebaini (Stade Rennes) in bestechender Form.

Drittens: Gladbach funktioniert vor allem als Team. Die Spieler arbeiten kollektiv gegen den Ball und sind in der Lage, nach Ballgewinnen gemeinsam schnell umzuschalten. Sie agieren zudem sehr mannschaftsdienlich. Vor Torabschlüssen werden stets die besten Lösungen gesucht − so war es auch im Freiburg-Spiel: Patrick Herrmann bediente Embolo, Embolo bediente Herrmann − beide Vorlagen führten zu Treffern. Die Borussen versprühen Spielfreude, die Stimmung im Kader scheint überaus gut zu sein.

Viertens: Die Borussia entwickelt sich wieder zu einer Heimmacht. Gegen Freiburg gelang Gladbach bereits der sechste Sieg im eigenen Stadion in Serie. Die leidenschaftlichen Auftritte vor heimischem Publikum reißen Anhänger mit, die ihr Team wiederum lautstark unterstützen. Fans und Mannschaft bilden somit eine Einheit − diese Symbiose ist von besonders großem Wert.

Am 13. Spieltag hatte sich RB Leipzig mit dem 3:2-Sieg beim SC Paderborn zwischenzeitlich auf Rang eins vorgeschoben. Die Borussen eroberten nun zum wiederholten Mal in dieser Saison die Tabellenführung zurück. Das darf vor dem Bundesliga-Klassiker gegen den FC Bayern München am Samstag (15.30 Uhr/Sky) durchaus als Signal an die Konkurrenz verstanden werden. Mit Gladbach ist in dieser Saison zu rechnen.

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