Gladbach

Bitter für Gladbach: Stindl und Raffael fallen länger aus

Verletzt: Raffael von Borussia Mönchengladbach.

Verletzt: Raffael von Borussia Mönchengladbach.

Foto: imago

Mönchengladbach.  0:0 endete das Bundesligaspiel zwischen Hoffenheim und Borussia Mönchengladbach - ein schmeichelhafter Punkt für den Tabellenzweiten Gladbach.

Eine Diagnose konnte Oscar Wendt nicht geben, als er nach dem 0:0 von Borussia Möchengladbach bei der TSG Hoffenheim frisch geduscht die Fragen der anwesenden Journalisten beantwortete. Aber der Gladbacher Linksverteidiger erzählte, wie enttäuscht Lars Stindl und Raffael in der Kabine gesessen hätten. Weil beide in diesen knackigen und umkämpften 90 Minuten verletzt ausgewechselt werden mussten.

Stindl, nachdem er zuvor 64. Minuten auf dem Rasen geackert hatte, sich dabei aber bei einem unglücklichen Zusammenprall an seinem bereits operierten rechten Fuß verletzte. Raffael betrat das Spielfeld überhaupt erst in der 80. Minute, stürzte nur wenige Augenblicke später auf seine rechte Schulter und musste ebenfalls ausgewechselt werden. „Sie sind wahrscheinlich schwerer verletzt“, meinte Trainer Dieter Hecking nach der Partie. Bei Raffael besteht sogar der Verdacht auf einen Schlüsselbeinbruch, möglicherweise muss er zeitnah operiert werden.

Gladbacher Verletztenliste wird wieder länger

Die Verletztenliste bei der Borussia wird so vor den beiden letzten Partien in der Hinrunde gegen den 1. FC Nürnberg und bei Borussia Dortmund wieder länger. Davon wollte sich Hecking aber nicht die Laune vermiesen lassen. Im Gegenteil: „Ich bin trotzdem sehr zufrieden“, sagte er. „Weil meine Mannschaft heute Willen zeigen musste, das hat sie gemacht.“ So erkämpfte sich die Borussia einen glücklichen Punkt gegen starke Hoffenheimer, womit sie den zweiten Platz verteidigt. Weil sie die immer noch bessere Tordifferenz als der FC Bayern hat.

„Es war ein wichtiger Punkt, der guttut“, erklärte Wendt, „es ist kein Geheimnis, dass wir kein gutes Spiel gemacht haben. Aber wir haben gut gekämpft“. Hecking bemängelte vor allem das Aufbauspiel. „Wir haben zu wenig Entlastung geschaffen, wir haben die Bälle zu schnell verloren“, analysierte er.

Tatsächlich gab es kaum zwingende Angriffe der Fohlen. Alassane Plea setzte sich nach einem Eckball beeindruckend durch, scheiterte jedoch an TSG-Torhüter Oliver Baumann (11.). Thorgan Hazard erzielte ein Abseits-Tor (49.). Der Rest war ein Chancen-Feuerwerk der Hoffenheimer. „Wir haben ein unglaublich gutes Spiel gemacht. Das vielleicht beste Spiel meiner Amtszeit“, meinte Trainer Julian Nagelsmann. Vor allem in der Schlussphase sorgten Ishak Belfodil (88.), Joelinton (90.+1) und Ermin Bicakcic (90.+3) dafür, dass der Großteil der 30.150 Zuschauer bereits den Torschrei auf den Lippen hatte. „Es war natürlich ein glücklicher Punktgewinn“, so Hecking.

Louis Beyer verteidigte bei Gladbach weitestgehend fehlerfrei

Der kam auch zustande, weil in der zentralen Abwehr der erst 18-jährige Louis Beyer weitestgehend fehlerfrei verteidigte. Obwohl er zuvor viele, viele Partien gar nicht zum Einsatz kam. Zu Saisonbeginn zudem nur als Außenverteidiger aufgestellt wurde. Aber da der eigentliche Matthias-Ginter-Ersatz Tony Jantschke einen Tag vor dem Hoffenheim-Spiel über Muskelprobleme klagte, musste Beyer in die Innenverteidigung. Und machte seine Sache gut.

„Das ist nicht selbstverständlich. Das hat er sehr gut gemacht“, lobte Hecking und ergänzte: „Ich habe wieder eine Alternative mehr im Kader.“

Die wird er für die letzten beiden Hinrundenspiele brauchen, in denen neben Stindl und Raffael in jedem Fall auch Matthias Ginter (Bruch des Kiefers und der Augenhöhle) und Jonas Hofmann (Muskelverletzung) fehlen werden. Auch Christoph Kramer (Außenbandriss im Sprunggelenk) bleibt fraglich. Genauso wie Jantschke.

Gut möglich also, dass Beyer auch gegen Nürnberg wieder das Fohlen-Trikot überziehen wird. „Wenn der Trainer mich braucht, dann bin ich da“, meinte dieser.

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