Gladbach

Bei Borussia Mönchengladbach wächst das Selbstvertrauen weiter

Bejubelt den Sieg in Leverkusen: Gladbachs Torhüter Yann Sommer. Der Schweizer zeigte eine starke Leistung beim Rückrundenauftakt

Bejubelt den Sieg in Leverkusen: Gladbachs Torhüter Yann Sommer. Der Schweizer zeigte eine starke Leistung beim Rückrundenauftakt

Foto: imago

Leverkusen.  Mit dem 1:0-Sieg in Leverkusen blieb Gladbach zum achten Mal in dieser Saison ohne Gegentor – ein Liga-Bestwert nach 18 Partien.

Nach dem Abpfiff liefen die Spieler von Borussia Mönchengladbach zu Yann Sommer. Denn sie wussten, wem sie diesen 1:0 (1:0)-Sieg bei Bayer Leverkusen am Ende zu verdanken hatten. Lautstark feierten auch die Borussen-Fans den Schweizer Nationaltorhüter, der die drei Punkte seiner Mannschaft mit seinen Paraden in der zweiten Halbzeit festgehalten hatte. Gladbachs Matthias Ginter lobte Sommer aber nicht nur für diesen Auftritt: „Nicht zum ersten Mal in dieser Saison hat er eine überragende Leistung gezeigt“, sagte der Innenverteidiger. „Wir haben vollstes Vertrauen in ihn.“

Zum achten Mal in dieser Bundesliga-Spielzeit war Gladbach ohne Gegentor geblieben – ein Liga-Bestwert nach 18 Partien. Nach einer eher durchwachsenen Winter-Vorbereitung mit zwei Testspiel-Niederlagen stimmte Sommer der Sieg durch den zehnten Saisontreffer von Alassane Pléa (37. Minute) zuversichtlich: „Wir sind gut gestartet, nehmen Selbstvertrauen und ein positives Gefühl mit“, sagte der 30-Jährige. Die Borussen festigten den dritten Tabellenplatz. Mit 36 Punkten auf dem Konto liegt die Mannschaft von Trainer Dieter Hecking sechs Zähler vor dem Tabellenfünften Eintracht Frankfurt. Gladbach ist damit ein Champions-League-Anwärter – wenngleich die Borussen davon nicht sprechen möchten. „Es bleiben noch 16 Spiele“ betonte Ginter: „Alles ist offen.“

Gladbach liegt sechs Punkte vor Rang fünf

So sieht es auch Peter Bosz, dessen Pflichtspiel-Debüt als Bayer-Trainer missglückte. Eine Leverkusener Teilnahme am Europacup „sei immer noch möglich“, sagte der Niederländer. „Ich glaube, dass wir auf einem guten Weg sind“, stellte der ehemalige Trainer von Borussia Dortmund angesichts einer ansprechenden Leistung seiner Mannschaft fest. Weil die Werkself vom neunten auf den zehnten Rang abrutschte, musste er aber auch einräumen: „Das war ein Rückschlag, denn wir sind in der Rolle des Verfolgers und brauchen die Punkte.“

Leverkusen hatte in der zweiten Halbzeit wahrlich nichts unversucht gelassen, um den Ausgleich zu erzielen. Bosz’ Team setzte die Gäste unter Druck, zeigte sich engagiert, kam zu Chancen. Karim Bellarabi traf aber nur den Pfosten. Kevin Volland schaffte es mit drei Versuchen nicht, Sommer zu überwinden. Und auch Sven Bender scheiterte am stark aufgelegten Gladbacher Torhüter. Trainer Hecking mochte den Erfolg allerdings nicht allein auf die Leistung des Schlussmanns zurückführen: „Die gesamte Mannschaft hat ein sehr gutes Spiel gegen den Ball gemacht. Das war ein sehr hoher Laufaufwand.“

Hecking: "Der Sieg war ein bisschen glücklich"

Während Leverkusen erfolglos anrannte, siegte Gladbach mit Effizienz und einer Defensive, die sich zum Borussen-Trumpf entwickelt. Hecking gab aber auch zu: „In der zweiten Halbzeit haben wir zu wenig Entlastung geschaffen. Über das ganze Spiel gesehen war der Sieg ein bisschen glücklich.“ Nach der Pressekonferenz legte er seinem Kollegen Bosz freundschaftlich die Hand auf die Schulter. „Ich glaube, Leverkusen hat mit Peter einen fantastischen Trainer gefunden“, sagte Hecking. „Man hat phasenweise heute schon erahnen können, worauf das hinauslaufen kann.“

Bosz befindet sich nun jedoch in keiner einfachen Situation mit Blick auf die nächsten Spiele beim VfL Wolfsburg und gegen den FC Bayern. Er will auch in Leverkusen seine Idee des Offensivfußballs umsetzen. „Wir werden auch die kommende Woche nutzen, um an unserer Spielweise zu arbeiten“, versprach der Niederländer. Gladbach hingegen kann die kommende Aufgabe gegen den FC Augsburg durchaus befreit angehen. Mit Selbstvertrauen. Und neuem Schwung

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