Fußball

Bayer-Trainer Bosz nach Debüt: "Das ist ein Rückschlag"

Niederlage im ersten Spiel: Trainer Peter Bosz von Bayer Leverkusen.

Niederlage im ersten Spiel: Trainer Peter Bosz von Bayer Leverkusen.

Foto: dpa

Leverkusen.  Unglückliches Debüt für Ex-BVB-Coach Peter Bosz als Trainer von Bayer Leverkusen. Bayer unterlag Borussia Mönchengladbach mit 0:1 (0:1).

Peter Bosz senkte den Kopf, als er den Presseraum der BayArena betrat. Der Niederländer hatte sich den Beginn seiner zweiten Amtszeit in der Fußball-Bundesliga anders vorgestellt. „Ich bin enttäuscht, denn da war mehr drin heute“, sagte der 55-Jährige nach seinem Pflichtspiel-Debüt als Trainer von Bayer Leverkusen. Exakt 406 Tage nach seiner Entlassung bei Borussia Dortmund hatte Borussia Mönchengladbach ihm seine Premiere in Leverkusen verdorben. Während die Mannschaft von Trainer Dieter Hecking mit dem 1:0 (1:0)-Sieg im West-Duell Tabellenplatz drei festigte, rutschte der Werksklub von Rang neun auf zehn ab. „Das ist ein Rückschlag“, betonte Bosz. Denn seine Aufgabe besteht doch eigentlich darin, Leverkusen auf die internationalen Ränge zu führen.

Neuer Bayer-Trainer Bosz setzt auf aggressiven Pressing-Fußball

Das hatten die Bayer-Verantwortlichen seinem Vorgänger Heiko Herrlich offenbar nicht mehr zugetraut. Kurz vor Weihnachten musste der 47-Jährige Leverkusen verlassen, obwohl er am Ende der Hinrunde noch Siege beim FC Schalke 04 und gegen Hertha BSC verbucht hatte. Bayer setzte auf Bosz, der für aggressiven Pressing-Fußball steht. Wie beim BVB ließ er seine Mannschaft nun auch bei seinem Leverkusen-Debüt in einem offensiv ausgerichteten 4-3-3-System spielen. Das Angriffsspiel der Gastgeber war über weite Strecken durchaus sehenswert. Das Problem: Es fehlte die Durchschlagskraft. Und: „In der ersten Halbzeit war vor allem der letzte Pass schlecht“, haderte Bosz.

1:0 - Gladbach verdirbt Bosz die Bayer-Premiere Gladbach agierte derweil eine knappe halbe Stunde überaus passiv. Als die Bayer-Defensive den Gästen dann etwas Raum bot, kombinierten sie sich zur Führung: Kapitän Lars Stindl hatte sich etwas zurückfallen lassen, passte den Ball zu Jonas Hofmann, der Alassane Pléa auf dem rechten Flügel bediente: Der Franzose erzielte in der 37. Minute aus spitzem Winkel seinen zehnten Saisontreffer. Der Angreifer, für den Gladbach im vergangenen Sommer eine Ablösesumme von 23 Millionen Euro an OGC Nizza überwiesen, bleibt Borussias Erfolgsgarant. „Schon in den vergangenen beiden Tagen hat er die Dinger im Training eiskalt gemacht“, berichtete Stindl über Pléa. „Ich hatte deshalb schon gehofft, dass er es heute ummünzt. Es ist unfassbar gut, dass wir so einen Top-Spieler, so einen Torjäger in unseren Reihen haben.“

In der zweiten Halbzeit waren die Leverkusener sichtlich bemüht, den Ausgleich zu erzielen. Sie setzten Gladbach unter Druck, agierten dominant, erspielten sich Chancen. Bosz stand derweil am Spielfeldrand. Er gestikulierte, gab seinen Spielern Anweisungen – und ärgerte sich über vergebene Möglichkeiten. Zum Beispiel in der 67. Minute, als Karim Bellarabi mit seinem Flachschuss von der rechten Seite nur den Pfosten traf. „Vielleicht hat uns auch etwas das Glück gefehlt heute“, sagte Bosz. Zudem scheiterten die Gastgeber mehrmals an Yann Sommer. Kevin Volland schaffte es in der zweiten Halbzeit bei drei Versuchen (70./72./77.) nicht, den Gladbacher Torwart zu überwinden. Auch Sven Bender (71.) blieb erfolglos, weil der Schweizer zur Stelle war.

Gladbach-Trainer Hecking: "Ich bin mit dem Ergebnis einverstanden"

Hecking mochte den Sieg seines Teams jedoch nicht alleine auf Sommer zurückführen: „Die gesamte Mannschaft hat ein sehr gutes Spiel gegen den Ball gemacht. Es war ein sehr hoher Laufaufwand.“ Der 54-Jährige musste allerdings auch einräumen: „In der zweiten Halbzeit haben wir zu wenig Entlastung geschaffen. Ein bisschen glücklich war der Sieg.“ Heckings Fazit: „Ich bin mit dem Ergebnis sehr einverstanden.“

Bosz hätte sich natürlich ein anderes Resultat gewünscht. Allerdings nahm er für sich aber auch positive Eindrücke aus dem Duell mit: „Die Spieler haben hart gearbeitet und gekämpft. Es hat sich gezeigt, dass wir diesen Fußball spielen können“, sagte er mit Blick auf seine Spielidee. Der Niederländer muss bei seinem Versuch in der Bundesliga auch zeigen, dass er sich weiterentwickelt hat. „Ich habe aus den Fehlern in Dortmund gelernt“, versicherte er. Die nächsten Spiele werden das zeigen.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben