Fortuna-Interview

Fortuna-Kapitän Fink: "Funkels Arbeit ist beeindruckend"

Kennen und schätzen sich: Fortuna Düsseldorfs Trainer Friedhelm Funkel (l.) und Kapitän Oliver Fink.

Kennen und schätzen sich: Fortuna Düsseldorfs Trainer Friedhelm Funkel (l.) und Kapitän Oliver Fink.

Foto: imago

Düsseldorf.  Fortuna Düsseldorfs Kapitän Oliver Fink freut sich auf das Spiel gegen den BVB am Samstag. Er spricht über den Erfolg des Teams - und über sich.

Oliver Fink spielt seit 2009 für Fortuna Düsseldorf. Das ist im Fußballgeschäft eine sehr lange Zeit. Momentan kann es der 36-Jährige besonders genießen, der Fortuna so lange treu geblieben zu sein – denn der Außenseiter hatte mit dem Abstiegskampf nichts zu tun. Vor dem Spiel bei Borussia Dortmund (Samstag, 15.30 Uhr/Sky) spricht Fink über den Erfolg einer unterschätzten Mannschaft.

Herr Fink, es ist fast schon unglaublich, dass Fortuna Düsseldorf so früh den Klassenerhalt geschafft hat, oder?

Oliver Fink: Klar ist, dass wir jetzt dort stehen, wo es keiner vor der Saison erwartet hätte. Wir schaffen es, uns einfach nur auf den nächsten Gegner vorzubereiten. So banal es auch klingt. Wir spielen unser Spiel, haben einen Tag frei, und dann geht es auch schon wieder darum, sich auf die kommende Aufgabe zu fokussieren. Unsere Spielvorbereitungen mit Trainer- und Videoteam sind hervorragend.

Kurz vor Saisonende geht es jetzt noch gegen den BVB. Wird das noch mal ein besonderes Spiel?

Fink: Ich bin sehr heiß auf das Spiel in Dortmund und hoffe, dass ich ein paar Einsatzminuten bekomme. Durch meine Verletzung vor fünf Jahren habe ich leider noch nie in Dortmund spielen dürfen. Daher freue ich mich natürlich besonders auf die Partie.

Kürzlich haben Sie Ihren Vertrag verlängert – um ein Jahr. Sie können also nicht ohne Fußball?

Fink: Ich habe vor einigen Tagen mit einem Kumpel telefoniert. Und was der mir gesagt hat, passt so ein Stück. Er hat gesagt: ,Du bist gerade ganz oben – vor allem in Bezug auf die Situation hier bei der Fortuna und bei dem sportlichen Umfeld.’ Was von Mannschaft, Fans und der gesamten Stadt zurückkommt, daran hätte ich nicht im Traum gedacht. Und solange es mir nach dem Sport besser geht als vorher, wird sich an meiner Motivation, Fußball zu spielen, nichts ändern.

Die Songzeile der Toten Hosen „Kein Ende in Sicht“ beschreibt sehr schön das Verhältnis zwischen Ihnen und der Fortuna, oder?

Fink: (lacht) Ja, das passt. Ich war erst letztens noch auf der Hosen-Filmpremiere und habe mir, als die Songzeile lief, Ähnliches gedacht.

Bei den Fans sind Sie ja sehr beliebt. Die Anhänger forderten vor der Verlängerung schon, dass Sie bleiben müssten. Beschreiben Sie doch bitte einmal Ihre Beziehung zu ihnen.

Fink: Ich glaube, ich bin ein umgänglicher Typ. Ich gehe gerne auf die Fans zu und versuche, jeden zu respektieren. Ich will einfach nur Mensch sein. Ich habe keine Star-Allüren und kaum einmal schlechte Laune – nur, wenn ich keinen Sport machen darf (lacht).

Es gab da mal 2016 ein Angebot von Bayern-Präsident Uli Hoeneß. Sie sollten für die zweite Mannschaft unterschreiben, es soll sogar einen Anschlussvertrag gegeben haben. Sie haben sich dagegen entschieden. Warum?

Fink: Bauchgefühl.

Das müssen Sie bitte erklären.

Fink: Für mich hat es so ausgesehen, dass die Reise bei der Fortuna damals enden würde. Und weil bei mir schon der Herbst der Karriere vor der Tür stand, habe ich mir überlegt, doch wieder in der Nähe meiner Heimat (Hirschau in Oberbayern, Anm. d. Red.) zu spielen. In Fürth, Nürnberg, bei 1860 München oder so.

Und genau dann kam der Anruf vom deutschen Rekordmeister?

Fink: So ist es. Heiko Vogel, der damalige Trainer der U23 des FC Bayern, rief an. Das war schon ein Brett, und plötzlich stand ich vor dieser Entscheidung. Aber dann kam Friedhelm Funkel zur Fortuna, wir hielten im Sommer die Klasse in der 2. Liga, und da wendete sich das Blatt um 180 Grad bei mir. Da wollte ich dann nicht einfach loslassen.

Jetzt ist Friedhelm Funkel noch immer da – und Sie auch. Er hält Sie für den wichtigsten Spieler, auf dem Feld und in der Kabine. Wie ist das Verhältnis zwischen Ihnen?

Fink: Eigentlich völlig hochprofessionell. Ich bin als Kapitän natürlich Bindeglied und kläre mal freie Tage oder Teamaktivitäten ab. Klar, es ist ein sehr offener Umgang, aber so stelle ich mir auch das Verhältnis vor.

Wie würden Sie denn die Arbeit von Funkel beschreiben? Wie wertvoll ist er für Sie persönlich und den Klub?

Fink: Es ist schwierig, es in Worten festzumachen. Es reicht doch allein der Blick auf die Statistik, seit Friedhelm hier ist – wo wir damals waren und heute stehen. Seine Arbeit, seine Akribie ist beeindruckend. Was ich von ihm gelernt habe ist, dass du für deinen Einsatz im Training auf dem Feld auf lange Sicht belohnt wirst.

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