Fußball-Bundesliga

Fortuna Düsseldorf atmet vor der Länderspielpause auf

Robin Bormuth (2.v.r.) und seine Teamkollegen jubeln.

Robin Bormuth (2.v.r.) und seine Teamkollegen jubeln.

Foto: firo/Sebastian El-Saqqa

Düsseldorf.   Der 4:1-Sieg gegen Hertha BSC Berlin hilft der geschundenen Düsseldorfer Fußball-Seele. Doch die Offensiv-Probleme könnten bleiben.

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Es kam einer Erlösung gleich, als die Rot-Weißen am Samstagabend das heimische Spielfeld verließen. Fortuna Düsseldorf hatte nach sechs sieglosen Partien endlich wieder drei Punkte gesichert, und das nicht nur gegen Berliner, die für ihre äußerst disziplinierte Defensive berühmt-berüchtigt sind, sondern gleich mit vier Treffern die Gäste aus dem Stadion geschossen. Sportchef Erich Rutemöller ließ sich zu euphorischen Prognosen zum Klassenerhalt in der 1. Fußball-Bundesliga hinreißen und meinte: „Wir können zufrieden sein, jetzt ist erst mal Länderspielpause.“ Auch Benito Raman war die Freude nach seinem Doppelpack anzusehen: „Schade, dass wir jetzt eine Pause haben, ich hätte am liebsten gleich nächste Woche gegen die Bayern gespielt.“ Selbst der besonnene Cheftrainer Friedhelm Funkel wirkte gelöst und lobte die Presse für eine „faire Berichterstattung in einer schwierigen Phase“.

Das klang nicht nur, als sei diese jetzt beendet, sondern als ob Fortuna endlich das lang ersehnte Rezept gefunden habe, um der schwächelnden Offensive neue Gefahr zu verleihen. Vor dem spielentscheidenden Platzverweis des Berliners Maximilian Mittelstädt kurz vor dem Pausenpfiff wirkte das jedoch noch ganz anders. Wie in den Wochen zuvor zerschellten Fortunas Angriffe an der bis dahin noch vollzähligen Abwehr der Hauptstädter. Die Düsseldorfer hatten erneut Schwierigkeiten, vielversprechende Schusspositionen herauszuspielen. Zwar schlossen Rouwen Hennings und Dodi Lukebakio fleißig ab, das aber meist aus der zweiten Reihe – keine Herausforderung für den Berliner Keeper. Takashi Usamis 1:0 in der 50. Minute, der erst die Voraussetzungen für nachfolgende Treffer schaffte, war der erste Schuss im Strafraum der Gäste.

Kompromisslos und einfach

Fortuna bewies zwar, dass sie ein Überzahlspiel besonnen und effektiv ausspielen kann. Ob aber bei elf gegen elf Spielern ebenfalls der Torknoten platzt, steht noch in den Sternen. Wo die Vorbereitung während der Länderspielpause hingeht, darauf wies Cheftrainer Friedhelm Funkel hin: „Wir müssen kompromisslos und einfach spielen. Bei unseren Kombinationen hat natürlich die Überzahl geholfen.“ Aufgrund des technisch limitierten Kaders wird Funkel also auf rustikalen Fußball setzen. Dabei zählt jeder Zähler für den Klassenerhalt. Mit dem Sieg am Samstag hat Fortuna nichts gewonnen, nur den Anschluss nicht verloren, da Stuttgart und Hannover ebenso punkteten. „Wir müssen auf Schlagdistanz bleiben“, bestätigte Funkel: „Der Sieg von Stuttgart war wichtig, weil Nürnberg nun näher herangerückt ist.“ Der FCN ist durch die Niederlage mit zwei Punkten vor der Fortuna auf Platz 15 in Sichtweite.

Es bleibt also eng im Bundesliga-Keller. Trotz Feierstimmung zum Hoppeditz-Erwachen am Sonntag ist sich Friedhelm Funkel dieser Lage bewusst. „Wir stehen auf einem Abstiegsplatz. Da gehe ich nicht feiern“, erwiderte er auf Nachfrage. Beim FC Bayern München ist zum nächsten Spieltag am 24. November sowieso nicht von einem weiteren Punktgewinn auszugehen. Es kann also gut sein, dass Fortuna wieder die rote Laterne übernimmt. Es wird sich zeigen, ob die Stimmung anschließend noch so gelöst ist.

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