Derby-Eklat

Derby-Eklat: Anzeige nach Feuerzeugwurf auf BVB-Star Sancho

Der Dortmunder Jadon Sancho (unten) wurde von einem Feuerzeug aus der Schalker Kurve getroffen und kniet auf dem Rasen.

Der Dortmunder Jadon Sancho (unten) wurde von einem Feuerzeug aus der Schalker Kurve getroffen und kniet auf dem Rasen.

Foto: dpa

Dortmund  Auch im Anschluss an das sportlich denkwürdige Revierderby zwischen Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04 (2:4) kam es zu üblen Szenen.

Der Stachel saß tief bei den Fans von Borussia Dortmund. Ausgerechnet gegen den angeschlagenen Erzrivalen aus Gelsenkirchen hat der BVB wohl die Meisterschaft verspielt. Das Revierderby ging trotz früher Führung mit 2:4 verloren, zudem sahen die Dortmunder Marco Reus und Marius Wolf die Rote Karte. Es war ein sportliches Fiasko aus Sicht der Borussia.

Einigen Fans brannten nach dem Abpfiff angesichts dieses schweren Rückschlags die Sicherungen durch. Mehrere Dortmunder Schläger versuchten gewaltsam den Gästeblock zu stürmen und suchten die Konfrontation mit den Schalkern, die zum Gegenangriff übergingen. Erst durch das Eingreifen der Polizei konnten die BVB-Fans zurückgedrängt werden.

Doch auch aus der Gästekurve gab es gleich mehrere unerfreuliche Vorfälle. Nach dem Dortmunder Führungstor wurde BVB-Spieler Jadon Sancho von einem Feuerzeug am Kopf getroffen und musste anschließend behandelt werden, konnte jedoch weiterspielen. Die Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung. Es sei eine Strafanzeige gestellt worden, teilte ein Sprecher der Polizei Dortmund am Samstag mit.

Geschmackloses Plakat in der Schalke-Kurve

Eine weitere Geschmacklosigkeit: Einige S04-Fans hielten im Block ein Transparent mit der Aufschrift "Immer noch ne Bombenidee, Freiheit für Sergej W." hoch. Eine klare Anspielung auf den Splitterbombenanschlag auf die Mannschaft von Borussia Dortmund im Jahr 2017.

Noch bevor es losgehen konnte, waberte blauer Rauch durchs Dortmunder Stadion. Die Anhänger der Königsblauen hatten in ihrem Block massiv Pyrotechnik gezündet – geschützt durch ein großes Banner, das sie zuvor ausgebreitet hatten: „Eine Stadt erstrahlt in Blau“, war darauf zu lesen.

Eine gute halbe Stunde vor Spielbeginn hatte eine größere Gruppe Schalker Anhänger die Drehkreuze am Eingang zum Gästebereich überrannt, weshalb die Polizei diese nachkontrollieren musste und es zu deutlichen Verzögerungen kam. Mit Anpfiff waren 300 bis 500 Schalker Anhänger noch nicht im Stadion – nach Polizeiangaben wollten sie sich nicht von den Ordnern kontrollieren lassen.

Ein Hochsicherheitsderby

Schon vorher war es zu Verzögerungen gekommen, weil die Fans bei der Anreise nicht alle Anweisungen der Sicherheitskräfte befolgten.

Das Derby zwischen dem BVB und Schalke ist traditionell eines mit höchster Sicherheitsstufe – das ist auch in diesem Jahr nicht anders. Mehrere Hundertschaften der Polizei sichern das Dortmudner Stadion und die Zuwege ab, für die anreisenden Schalker sind Parkplätze und spezielle Wege zum Stadion eingerichtet, die komplett getrennt sind von den Wegen der BVB-Anhänger. Schon die Anreise aus Gelsenkirchen per Bus und Bahn wurde von der Polizei eng überwacht und begleitet.

In einer ersten Zwischenbilanz sprachen die Behörden von einem "weitestgehend ruhigen Verlauf" bei der An- und Abreise der Fan-Gruppierungen beider Vereine. Allerdings gab es auch Zwischenfälle. So berichtete die Bundespolizei, die an Bahnhöfen massive Präsenz zeigte und beide Fan-Gruppen unter anderem durch Sichtschutzwände trennte, bei der Anreise der Fans von einem mehrfachen Zünden von Pyrotechnik am Dortmunder Hauptbahnhof. Über mögliche Verletzte gab es am Samstagabend noch keine Informationen. (mh/sing - mit dpa)

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