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Watzke: "Bartra hat es beim BVB nicht mehr ausgehalten"

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke erzählt, wie das Attentat die Profis von Borussia Dortmund belastet hat.

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke erzählt, wie das Attentat die Profis von Borussia Dortmund belastet hat.

Foto: Getty Images

Dortmund.  Der BVB-Boss hat erstmals erläutert, warum Publikumsliebling Marc Bartra Dortmund verließ. Zudem übt er Kritik am Prozess um das BVB-Attentat.

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In Sevilla blüht Marc Bartra regelrecht auf. Nachdem der Verteidiger im Winter von Borussia Dortmund zur Mannschaft stieß, ging es für Real Betis aufwärts. Die Andalusier avancierten in der Rückrunde zu einem der stabilsten Teams der spanischen Primera Division. Der 27-jährige Verteidiger hatte großen Anteil am Aufschwung.

Obwohl es sportlich irgendwann nicht mehr lief für Bartra beim BVB, betrauerten viele Anhänger der Schwarz-Gelben den Abgang des Abwehrspielers, den Thomas Tuchel aus Barcelona ins Revier lotste. Der Spanier zählte zu den Publikumslieblingen in Dortmund.

Watzke: Darum verließ Bartra den BVB

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke hat sich in einem ausführlichen Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" erstmals im Detail zum Abgang Bartras während der vergangenen Winter-Transferperiode geäußert. "Der ist von uns weg, weil er es es nicht mehr ausgehalten hat", offenbart der Geschäftsführer.

Beim Anschlag auf den BVB-Mannschaftsbus im April 2017 vor dem Champions-League-Viertelfinale gegen den AS Monaco war der Spanier von einem Bombensplitter verletzt worden. Er musste an der Hand operiert werden, litt aber noch lange mental an den Folgen des Ereignisses.

Dass es für Bartra in Spanien sportlich wieder läuft, liegt für Watzke auf der Hand. In seinem Heimatland spiele er "wie ein Gott. Weil er endlich aus der ganzen Sache raus ist."

Watzke bezeichnet Prozess um BVB-Attentat als "Showveranstaltung"

Vor kurzem musste nicht nur Bartra beim Prozess um den Anschlag vor dem Dortmunder Landgericht als Zeuge aussagen. Auch andere BVB-Profis mussten sich erneut mit den schrecklichen Erlebnissen auseinandersetzen. Watzke übt Kritik an der Justiz und bezeichnet den Prozess als "Showveranstaltung". "Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich für die Justiz auch nur eingeschränktes Verständnis habe, warum fünfzehn Spieler von uns befragt werden mussten, als ob die alle eine ganz andere Wahrnehmung gehabt hätten."

Für die Formschwankungen seiner Mannschaft hat er ebenfalls eine Erklärung: "Sechs sieben Monate sind doch die kritische Phase in der posttraumatischen Problematik und genau da fiel die Mannschaft in ein Loch. Und als diese Zeit rum war, fing der Prozess an", sagte er. "Das hat die Spieler noch einmal schwer belastet, das ging ja über zwei Monate".

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