Borussia Dortmund

Warum Kimmich gegen den BVB keine Rote Karte gesehen hat

Bayern-Profi Joshua Kimmich nach seinem Tritt gegen Jadon Sancho.

Bayern-Profi Joshua Kimmich nach seinem Tritt gegen Jadon Sancho.

Foto: firo

Dortmund.  Kimmich hätte für seinen Tritt auf den Fuß von Sancho Rot sehen müssen. Das bestätigte der DFB-Schiedsrichterchef. Darum klappte dies nicht.

Als der Workshop „Video-Assistent“ für alle Bundesligaklubs am Montag in Köln beendet war, marschierte auch Sebastian Kehl aus dem Konferenzraum. Eigentlich ging es in dem Seminar vor allem um Regeländerung für die kommende Bundesliga-Saison und die geplanten Verbesserungen beim Videobeweis, doch natürlich wurde auch über den Aufreger des Supercups diskutiert.

„Wir waren uns alle darüber einig, dass die Situation hätte anders bestraft werden können“, erklärte Kehl, Leiter der Lizenzspielerabteilung von Borussia Dortmund. Das bestätigte anschließend auch DFB-Schiedsrichterchef Lutz-Michael Fröhlich. „Der Tritt hätte als Rote Karte eingeordnet werden müssen“, sagte er.

Beim 2:0-Erfolg des BVB im Supercup am Samstag gegen den FC Bayern war Bayern-Profi Joshua Kimmich auf den Fuß von Jadon Sancho gestiegen. Kimmich sah dafür von Schiedsrichter Daniel Siebert die Gelbe Karte – Videoschiedsrichter Robert Schröder korrigierte die Entscheidung nicht.

„Es wurde der formale Prozess nicht eingehalten“, erläuterte Videobeweis-Leiter Jochen Drees. Daniel Siebert habe den Tritt nicht richtig wahrgenommen, deswegen hätte Robert Schröder im Videobeweis-Center ihm per Funk sagen müssen, dass er sich die Szene noch einmal am Spielfeldrand auf dem Monitor anschauen solle. Doch stattdessen hätte Schröder die Aktion nur mündlich beschrieben, so Drees. Beide hätten dann die Gelbe Karte für Kimmich beschlossen. „Das hätten wir uns anders gewünscht“, sagte Drees. „Den Fehler müssen wir aufarbeiten, das machen wir auch. Das kann auch an der Aufgeregtheit in der Situation liegen.“

Kimmich-Tritt hat für hitzige Diskussionen gesorgt

Nach dem Supercup hatte der Kimmich-Tritt für hitzige Diskussionen gesorgt. Bayern-Sportdirektor Hasan Salihamidzic meinte: „Ich hätte nicht mal Gelb gegeben.“ BVB-Sportdirektor Michael Zorc konterte im Gespräch mit dieser Redaktion: „Nach Ansicht der Bilder fehlt mir jegliches Verständnis, aber wirklich jegliches Verständnis dafür, wie man da in Köln im Keller sitzen kann und sagen kann: Das ist eine Gelbe Karte. Mal zu den Fakten: Das ist eine glasklare Rote Karte! Der Ball war im Aus, das Spiel war unterbrochen. Dann war es eine deutliche Tätlichkeit von Joshua Kimmich.“

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