Kommentar

So muss der BVB auch Barcelona nicht fürchten

Geblendet von der Sonne - und erfreut über den Auftritt seiner Mannschaft: Borussia Dortmunds Trainer Lucien Favre während des Spiels gegen Leverkusen.

Geblendet von der Sonne - und erfreut über den Auftritt seiner Mannschaft: Borussia Dortmunds Trainer Lucien Favre während des Spiels gegen Leverkusen.

Foto: foto: Christopher Neundorf / firo

Dortmund.  Borussia Dortmund gelingt mit dem 4:0 gegen Leverkusen die Wiedergutmachung für das 1:3 bei Union. Und jetzt kommt ein Feiertag. Ein Kommentar.

Zufrieden registrierte Lucien Favre, dass sein Plan aufgegangen war. Er predigt ja generell gern Geduld, das kann bei den Ansprüchen von Borussia Dortmund auch schon mal zu Kritik führen. Vor allem, wenn seinen Empfehlungen und Vorgaben eine Blamage folgt wie die 1:3-Niederlage beim Aufsteiger Union Berlin. Der BVB hatte also einiges zu reparieren gegen Bayer Leverkusen. Und er schaffte das auf überzeugende Weise: mit meistens konzentrierter Abwehrarbeit, mit zuverlässiger Effektivität im Abschluss – und eben mit der vom Trainer geforderten Geduld.

Man mag sich gar nicht vorstellen, was nach einer Heimniederlage los gewesen wäre. Dass die Mannschaft mit diesem Druck klar kam, spricht für sie. Vier eigene Tore, kein Gegentreffer – das muss man erst mal hinbekommen gegen so einen ambitionierten und spielstarken Gegner, der selbst konsequent den Weg nach vorne suchte und dabei als Auswärtsteam auf einen bemerkenswert hohen Ballbesitzanteil von 67 Prozent kam.

Selbstbewusstsein für die Champions League gewonnen

Aufgabe also mehr als erfüllt, Wiedergutmachung gelungen. Die Pleite bei Union könnte daher als Betriebsunfall, vor allem aber als lehrreiches Erlebnis verbucht werden, wenn der BVB die gegen Leverkusen demonstrierte Haltung beibehält. Denn nur an der eigenen Überheblichkeit, so ehrlich sollten alle Dortmunder zu sich selbst sein, waren sie ja beim krassen Außenseiter in Berlin gescheitert.

Wettbewerbsübergreifend darf dieses 4:0 nicht überbewertet werden, am Samstag hinzugewonnenes Selbstbewusstsein allerdings dürfte mit Blick auf Dienstag nicht schaden. Dann ist Feiertag in Dortmund: Der große FC Barcelona kommt zum Champions-League-Start. Vielleicht sogar mit Lionel Messi, dem Top-Star, der in dieser Saison wegen einer Wadenverletzung noch kein Spiel bestritten hat, inzwischen aber wieder mit der Mannschaft trainiert.

Der Heimvorteil kann eine große Rolle spielen

Muss Dortmund deshalb Barcelona fürchten? Betrachten wir es mal von der anderen Seite. Die Späher des erfolgsverwöhnten Weltklubs werden am Samstag gesehen haben, was auch auf ihre Mannschaft zukommen kann. Ein BVB in Höchstform, vor eigenem Publikum, in einer der beeindruckendsten Arenen der Welt – davor darf ruhig mal der Gegner Respekt haben.

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