Fan-Kolumne

Endlich regiert wieder König Fußball

Der deutsche Fußball-Meister Borussia Dortmund hat eindrucksvoll seine minimale Chance auf eine erfolgreiche Titelverteidigung gewahrt. Der Bundesliga-Dritte setzte sich bei Werder Bremen hochverdient mit 5:0 (2:0) durch, dennoch beträgt der Rückstand auf Tabellenführer und Herbstmeister Bayern München weiterhin zwölf Punkte.

Der deutsche Fußball-Meister Borussia Dortmund hat eindrucksvoll seine minimale Chance auf eine erfolgreiche Titelverteidigung gewahrt. Der Bundesliga-Dritte setzte sich bei Werder Bremen hochverdient mit 5:0 (2:0) durch, dennoch beträgt der Rückstand auf Tabellenführer und Herbstmeister Bayern München weiterhin zwölf Punkte.

Foto: REUTERS

Dortmund.  Die Mini-Winterpause ist endlich Geschichte. Am Wochenende ist die Fußball-Bundesliga in die zweite Hälfte ihrer fünfzigsten Auflage gestartet. „Endlich wieder Fußball“ – mag der Fan seit Freitagabend wieder jedem zurufen, den es zu interessieren hat.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Selbst diejenigen, die mit diesem wunderbaren Ballsport wenig bis sehr wenig anfangen können, sollten sich beim 5:4-Auftaktmatch zwischen Gelsenkirchen und Hannover am Freitag ganz wunderbar unterhalten gefühlt haben. Fußball frei von Taktik und Defensivzwängen. Fußball, einfach so wie früher auf dem Bolzplatz. In Zeiten, in denen Komikerinnen in rosa Jogginganzügen das einstige Aushängeschilds des deutschen Unterhaltungsfernsehens - „Wetten dass“ - präsentieren dürfen, ist man für ein wenig guter Comedy ja durchaus dankbar. Vor allem dann, wenn die Fußball-Ästheten unter uns auch noch auf ihre Kosten kommen.

Und das sollten sie: Am Samstagabend im Topspiel der Woche zwischen Werder Bremen und dem Deutschen Meister aus Dortmund. Fein säuberlich filettierte der BVB dort seinen Gegner in dessen Wohnzimmer. Beeindruckend konsequent verweigerte der Doublesiger den Grün-Weißen jeglichen Zugriff auf das Spielgeschehen und besetzte sämtliche Freiräume im Defensivverbund mit einem Spieler, um dann bei Ballgewinn in einem brutalen D-Zug-Tempo zum Gegenschlag auszuholen. So geschehen, als Lewandowski von Sokartis gefoult wurde und Reus per Freistoß ansehnlich zum 1:0 traf. Und ebenfalls so geschehen, als Götze eine Ballstaffette über den bärenstarken Gündogan und den taktisch hervorragenden Großkreutz zum vielleicht schon vorentscheidenen 2:0 abschloss. Borussia hatte es frühzeitig verstanden, wie man Bremen vor große Probleme stellen konnte.

Herzergreifendes Comeback von Nuri Sahin

Dass es am Ende des kalten Abends gleich zu einem 5:0-Auswärtssieg reichte war nicht nur der taktischen Meisterleistung, sondern auch der enormen Effizienz im Torabschluss, zu verdanken. So startet der BVB wie schon im vergangenen Jahr, als man in Hamburg mit 5:1 auftrumpfte, mit einem dicken Ausrufezeichen in die Rückrunde, was die vielen mitgereisten Anhänger der Schwarzgelben mit einer fabelhaften Leistung auf denn Rängen in der „Gefriertruhe“ Westerstadion sangeslaut honorierten. Und dann wäre da noch das herzergreifende Comeback des Nuri Sahin zu würdigen, der sich nach 647 Tagen und zweier durchwachsener Auslandssemester in Madrid und Liverpool erstmals wieder das schwarz-gelbe Trikot überstreifte und um Punkt 20:13 zur Seitenlinie schlich.