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Ein großer Moment für BVB-Torwart Weidenfeller

Wird die Meisterschale in Empfang nehmen: Roman Weidenfeller. Foto: imago

Wird die Meisterschale in Empfang nehmen: Roman Weidenfeller. Foto: imago

Dortmund.  Am Samstag wird Roman Weidenfeller die Meisterschale in Empfang nehmen. Auf diesen Moment hat der Torhüter von Borussia Dortmund lange gewartet.

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Am vergangenen Samstag, beim Abpfiff im Bremer Weserstadion, atmete Roman Weidenfeller erst einmal tief durch. Geschafft! 16 Rückrunden-Spiele ohne Gelbe Karte. Ohne eine weitere Verwarnung, die für ihn eine Sperre bedeutet hätte. Vier Gelbe Karten hatte der BVB-Kapitän in den 17 Hinrunden-Spielen gesehen. Eine ungewöhnliche Anhäufung, die nichts mit einer Spielweise zu tun hatte.

Weidenfeller war Vertreter des verletzten Kapitäns Sebastian Kehl. Und zu den Aufgaben eines Spielführers gehört es eben, immer wieder den Dialog mit dem Schiedsrichter zu suchen, strittige Entscheidungen zu diskutierten und auch mal Streithähne zu trennen. Gerade ein Torwart muss in diesen Fällen ungewöhnlich weite Wege auf dem Rasen gehen. Und wird dann auch mal verwarnt.

Bei Roman Weidenfeller, der in seiner langen Karriere noch nie mehr als drei Verwarnungen in der Saison bekommen hatte, war das allein in der Hinrunde gleich vier Mal der Fall. Die Sperre vor Augen kündigte er im Januar trotzdem vollmundig an: „Da kommt keine Karte mehr zu.“

Vier Monate später hat er Recht behalten. „Ein Mann, ein Wort“, sagt der Torwart. Und schmunzelt. Keine weitere Verwarnung in der Rückrunde. Auch nicht am vergangenen Samstag in Bremen, wo die Karte mit Blick auf den letzten Spieltag besonders ärgerlich gewesen wäre. „Da habe ich schon gehofft, dass mich nicht der Marko Marin mal umkurvt und ich richtig eingreifen muss. Keiner weiß, wie locker der Schiedsrichter in solch einem Moment die Gelbe Karte in der Tasche hat“, erklärt Weidenfeller.

Seit Samstag darf sich der Blick des 30-Jährigen aber entspannt auf den kommenden Samstag richten, wenn er die Meisterschale entgegennehmen darf. „Wenn ich die Schale überreicht bekomme, wird das ein großartiger Moment. Davon träumte ich als kleines Kind. Ich bin ja nach Dortmund gekommen, um Titel zu holen. Auch wenn ich jetzt lange warten musste“, gesteht er.

Im Sommer 2002, unmittelbar nach dem letzten Meistertitel, war er aus Kaiserslautern zum BVB gekommen. 221 Bundesligaspiele später findet sich künftig ein herausragender Titel auf der Autogrammkarte des Torwarts. Und die Schale wird zur Auszeichnung einer besonderen Saison. Bislang hat Weidenfeller, der beim Spiel in München hervorragend von Mitchell Langerak vertreten wurde, erst 21 Gegentore kassiert. Damit ist der Rekord von Oliver Kahn aus der Saison 2007/2008 eingestellt. „Diese 21 Gegentore möchte ich halten. Das ist eine Riesengeschichte. Aber die Schale steht im Vordergrund“, sagt Weidenfeller, der 80 Prozent aller Schüsse auf sein Tor abgewehrt hat. „In jedem anderen Land der Welt wäre Roman Nationaltorwart. Aber der Westerwald, aus dem er kommt, gehört nun mal eindeutig zu Deutschland“, sagt Jürgen Klopp. Beim DFB wird der Dortmunder weiter ignoriert. Oder anders gesagt: Sollte Weidenfeller kommende Saison in allen 34 Spielen ohne Gegentor bleiben, würde vom Verband in Frankfurt wohl kritisiert, dass der BVB-Torwart nicht selbst endlich mal Tore erziele.