U19-Derby

Moukokos emotionaler Appell nach Beleidigungen auf Schalke

BVB-Jungstar Youssoufa Moukoko jubelt gegen Schalke - von gegnerischen Fans wurde er während des Spiels beleidigt.

BVB-Jungstar Youssoufa Moukoko jubelt gegen Schalke - von gegnerischen Fans wurde er während des Spiels beleidigt.

Foto: Tillmann/FFS

Gelsenkirchen.  Nachdem Moukoko beim U19-Derby gegen Schalke beschimpft wurde, hat der DFB-Ausschuss Ermittlungen angekündigt. Auch der BVB-Jungstar reagiert.

Beim 3:2-Derbysieg von Borussia Dortmund gegen den FC Schalke 04 in der U19-Bundesliga erwies sich Youssoufa Moukoko einmal mehr als Unterschiedsspieler. für den BVB. Allerdings wurde Moukoko Opfer von üblen Schmähungen seitens einiger Zuschauer. Auch rassistische Beschimpfungen soll es gegeben haben. Schalke entschuldigte sich bei Moukoko und auch bei Borrussia Dortmund. Der Gelsenkirchener Klub kündigte an, "die notwendigen Maßnahmen" einzuleiten.

Beschimpfungen im Livestream deutlich zu hören

Als Moukoko sein drittes Tor bejubelt hatte, war der Angreifer von den Rängen übelst beleidigt und bedroht worden. Die Rufe waren im Livestream des Spiels, den der DFB auf Youtube veröffentlichte, deutlich zu hören. „Leg dich ins Grab“ oder „Ich brech’ dir alle Knochen“ gehörten zu den Anfeindungen gegen den Ausnahmestürmer, der zudem als "Hurensohn" beleidigt wurde. Ein Zuschauer rief: "Verpiss Dich, Du schw...", brach dann aber ab. "Hier gibt es ein paar unqualifizierte Kommentare auf den Zuschauerrängen. Davon wollen wir uns distanzieren", sagte Marcel Pramschüfer, der die Partie für den DFB kommentierte.

"Menschen, die Hass verbreiten wollen"

Moukoko reagierte auf den Vorfall. "Ich bin stolz mit dieser Hautfarbe geboren zu sein und werde immer stolz sein", schrieb er in seiner Instagram-Story und fügte den Hashtag #blacklivesmatter an. Immer wieder teilte er dort auch unterstützende Postings von Fans. Später am Abend bedankte er sich in einem ausführlicheren Statement: "Liebe Fußballfans! Ich bedanke mich für eure ganzen netten Worte und Kommentare." Es sollte "keinen Platz für Rassismus" geben - nicht im Fußball und nicht "auf menschlicher Ebene". Der 15-Jährige betonte, "das hat auch gar nichts mit Schalke zu tun, denn das sind keine Fußballsfans, sondern Menschen, die Hass verbreiten wollen".

Auch der FC Schalke äußerte sich und will die Täter ermitteln. "Wir werden gemeinsam mit der Abteilung Fanbelange die notwendigen Maßnahmen einleiten", teilte der Klub auf Twitter mit und versah den Beitrag mit dem Hashtag #NoToRacism. "Wir können uns bei Youssoufa Moukoko für die Aussagen einiger Fans nur entschuldigen", hatte Schalke zuvor auf Twitter geschrieben. "Bei allen Emotionen im Derby - solche Beleidigungen verurteilen wir aufs Schärfste und lehnen sie ausdrücklich ab."

BVB-Jungstar lässt sich nicht unterkriegen

Auch Moukoko schrieb in seiner Reaktion: "Ein Derby ist immer emotional für Spieler und Fans, aber am Ende sollte der Sport uns verbinden, Spaß machen und keine Grenzen zwischen uns setzen."

Er werde weiterhin "mit einem Lachen auf dem Platz stehene, seiner Leidenschaft und dem, was ihm Spaß macht, nachgehen. Seine Botschaft: "Ihr könnt mich hassen und beleidigen, aber ihr werdet mich niemals unterkriegen, denn was ich liebe, werde ich immer tun und das ist Fußball spielen und Tore schießen." Sein Appell: "Wir sagen NEIN zu Rassismus, es gibt genug Hass in der Welt, lasst uns zusammenstehen."

DFB-Kontrollausschuss ermittelt

Sportlich waren für den herausragenden Moukoko die drei Treffer im Derby bereits die Saisontore vier bis sechs - im zweiten Saisonspiel. Dazu war Moukoko dreimal im DFB-Pokal der Junioren erfolgreich. Nach drei Pflichtspieleinsätzen stehen also drei Dreierpacks für Moukoko zu Buche. Dank des Sieges gegen Schalke übernahm der BVB die Tabellenführung. Am 20. November feiert der deutsche U20-Nationalspieler seinen 16. Geburtstag. Dann ist er für die Dortmunder Bundesliga-Profis spielberechtigt.

Jetzt wird der DFB-Kontrollausschuss Ermittlungen aufnehmen. "Der Deutsche Fußball-Bund duldet grundsätzlich keinerlei Rassismus auf seinen Plätzen und tritt jeglicher Form davon entschieden entgegen", sagte der im Ausschuss für die A-Junioren-Bundesliga zuständige Thomas Bergmann. "Anfang der Woche" werde der Vorfall untersucht.

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