BVB

Die wichtigsten Antworten zum BVB-Topspiel in München

Die Bayern Coman (v.l.), Pavard, Müller und Lewandowski treffen auf die BVB-Profis Weigl (v.l.), Brandt, Hakimi, Witsel und Schulz.

Die Bayern Coman (v.l.), Pavard, Müller und Lewandowski treffen auf die BVB-Profis Weigl (v.l.), Brandt, Hakimi, Witsel und Schulz.

Dortmund.  Bayern und der BVB messen sich in komplizierten Phasen. Trotzdem könnte die Partie spektakulär werden. Warum? Die wichtigsten Antworten.

Borussia Dortmund machte sich am Freitagabend auf, um vom Dortmunder Flughafen aus nach München zu fliegen. Im Süden Deutschlands will der Revierklub heute (18.30 Uhr/Sky) im Topspiel gegen den FC Bayern endlich Wiedergutmachung betreiben für die vielen unangenehmen Pleiten (0:5, 0:6, 1:4, 1:5) in der jüngeren Vergangenheit. „Wir müssen dagegenhalten, das haben wir letztes Jahr und die meisten Jahre davor nicht getan. Das ist die klare Forderung“, meint BVB-Sportdirektor Michael Zorc. Gelingt dies? Wir beantworten die wichtigsten Fragen vor dem Spiel.

Träumen die Dortmunder zu Recht vom Sieg? Zumindest hat sich der Vizemeister nach den schwankenden ersten Saisonwochen etwas gefangen. Gegen Inter Mailand (3:2) begeisterte die Elf sogar wieder, holte einen 0:2-Rückstand auf, selbst Trainer Lucien Favre hüpfte dabei an der Seitenlinie Auf und Ab. Die Neuzugänge Julian Brandt und Thorgan Hazard leben sich langsam ein. Trotzdem erscheint das schwarz-gelbe Leistungshoch noch fragil, die Profis trumpften bei den vergangenen Erfolgen immer noch nur phasenweisen auf. Die Elf ließ viele gegnerische Chancen zu. Wie stark der BVB wirklich ist, bleibt ungewiss.

Offenbaren die Bayern weiterhin Probleme? Es knarzte zuletzt beim Rekordmeister. Trainer Niko Kovac musste gehen. Co-Trainer Hansi Flick hat übernommen. Doch auch der Champions-League-Sieg gegen Olympiakos Piräus (2:0) war glanzlos. Die Bayern suchen ihre Form (außer Robert Lewandowski). Gegen den BVB haben sie sich allerdings häufig zusammengerauft.

Prallt der Druck diesmal an den Dortmundern ab? Sportdirektor Michael Zorc forderte bereits „Männerfußball“ angesichts der vielen peinlichen Auftritte in München. Aber: abwarten. Die Dortmunder Elf bleibt eine Wundertüte. Die Profis müssen erst noch beweisen, dass sie für die großen Partien geschnitzt sind.

Schießt Lewandowski wieder ein Tor? Vermutlich. Der Pole befindet sich in herausragender Form, er hat in dieser Saison nur in einem Pflichtspiel (ausgerechnet gegen Zweitligist VfL Bochum) nicht getroffen. Nun misst er sich mit seinem Ex-Kollegen Mats Hummels – ein Duell, das diese Partie entscheiden kann.

Probiert Bayern-Trainer Hansi Flick etwas aus? Eigentlich soll der Interimstrainer ja nur noch im Spitzenspiel das Sagen haben, nur ist ein Nachfolger weiterhin nicht in Sicht. Viel zu verlieren hat Flick also nicht, trotzdem setzt er vor allem auf Sicherheit, taktische Finessen bleiben aus. Gegen Piräus beorderte er Joshua Kimmich auf die Sechs, Topstar Coutinho wurde erst spät eingewechselt. Der kommende Vorstandsvorsitzende Oliver Kahn meint: „Zuschauer, die heute ins Stadion kommen, wollen auch ein attraktives Fußballspiel sehen. Das gehört zur Philosophie des FC Bayern.“ Derzeit mutiert Bayern aber mehr und mehr zu einer biederen Mannschaft mit wenig Klasse.

Ist ein Star verletzt? Beim BVB sind Marco Reus (Sprunggelenksprobleme) und Jadon Sancho (Muskel-Probleme) angeschlagen, sie sind aber mit nach München gereist. Die Bayern plagen Abwehrsorgen: Lucas Hernandez (Innenbandriss), Niklas Süle (Kreuzbandriss), Jerome Boateng (gesperrt) fehlen. Da ist es ziemlich blöd aus Münchener Sicht, dass Mats Hummels nun auf der anderen Seite verteidigt.

Erklimmt der Sieger am Ende der Saison die Spitze? Ein Fingerzeig wäre ein Erfolg allemal. Nur kämpfen beide Klubs derzeit mit zu vielen Problemen, um den Saisonverlauf verlässlich zu prognostizieren. Außerdem drehen ja bislang auch Borussia Mönchengladbach und RB Leipzig auf.

Lust auf das Spiel macht? Vor allem die Unberechenbarkeit dieser Begegnung. Es war zwar schon mal mehr top im Topspiel, aber spektakulär könnten die 90 Minuten diesmal wieder werden. Langeweile droht eher nicht.

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