Kommentar

Der BVB muss über Alternativen zu Favre nachdenken

Ungemütliche Zeiten: BVB-Trainer Lucien Favre im Trainingsalltag.

Ungemütliche Zeiten: BVB-Trainer Lucien Favre im Trainingsalltag.

Foto: Ralf Ibing / firo Sportphoto

Dortmund will Meister werden, doch die Rückschläge sind bedenklich. Daher muss sich der BVB auch nach anderen Trainern umsehen. Ein Kommentar

Borussia Dortmund steckt in einem Dilemma, aus dem der Verein kaum noch herauskommen kann. Der BVB hat alles dafür getan, um in diesem Jahr um den Titel mitspielen zu können. Bereits die Transfers im Sommer waren allgemein positiv bewertet worden, und im Winter legte die Klubführung nach: Erling Haaland hat sich auf Anhieb als Verstärkung für den Angriff erwiesen, und Emre Can soll nun helfen, die bekannten Probleme bei der Defensivarbeit zu beheben.

Den Spielern wird immer wieder mangelhafte Haltung attestiert

Und doch fehlt Kontinuität. Spielerisch unterlegene Gegner bekämpfen den BVB erfolgreich, Vorsprünge können nicht ins Ziel gerettet werden. Sebastian Kehl, der Leiter der Lizenzspieler-Abteilung, vermisste bei der 3:4-Niederlage in Leverkusen „die Ernsthaftigkeit, die Zweikämpfe zu führen und unbedingt gewinnen zu wollen“. So oder ähnlich ist den Spielern immer wieder mangelhafte Haltung attestiert worden. Wenn sich aber nach wie vor keine Lösungen finden lassen, dann rückt der für die Mannschaft Verantwortliche in den Blickpunkt. Und das ist nun mal der Trainer.

Lucien Favre wiederholt sich bei seinen ungelenken Erklärungsversuchen, sein Einfluss auf das Team scheint begrenzt zu sein. Er bräuchte eine eindrucksvolle Siegesserie, damit die Diskussionen um ihn verstummen, die mit jeder weiteren Niederlage, mit jedem Rückschlag lauter werden. Diese Unruhe schadet ihm, schadet der Mannschaft, schadet dem Verein.

Adi Hütter ist einer von mehreren interessanten Trainern

Die BVB-Chefs würden ihren Job nicht machen, wenn sie sich nicht jetzt schon zumindest perspektivisch nach möglichen Alternativen umsehen würden. Einer, den sie dabei ins Auge gefasst haben, ist Adi Hütter, der Trainer des aktuellen Gegners Eintracht Frankfurt. Das muss aber noch nichts heißen. Der BVB hat auch über Marco Rose und über Florian Kohfeldt nachgedacht. Der eine hat bei Borussia Mönchengladbach groß eingeschlagen und ist auf absehbare Zeit nicht zu haben, der andere ist mit Werder Bremen abgestürzt und könnte deshalb in Dortmund nicht mehr vermittelt werden. Und wenn damals nicht Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp einen Riegel davorgeschoben hätte, wäre Julian Nagelsmann jetzt nicht Trainer in Leipzig, sondern in Dortmund.

Es geht alles so schnell, es kann noch so vieles passieren. Vielleicht wird der BVB ja sogar noch mit Lucien Favre Meister. Der feste Glaube daran aber fehlt zurzeit.

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