Fußball-Kommentar

Der BVB hält den Druck aus - Schalke hat Zeit zum Luftholen

Torschütze für Borussia Dortmund in Leipzig: Axel Witsel.

Torschütze für Borussia Dortmund in Leipzig: Axel Witsel.

Foto: Getty Images

Essen.  Der erste Rückrunden-Spieltag ist vorbei - und die Revierklubs Borussia Dortmund und Schalke 04 haben ihre Spiele gewonnen. Ein Kommentar.

Als Leon Goretzka seinen Job erledigt hatte, als er zufrieden mit seiner eigenen Leistung den 3:1-Sieg des FC Bayern bei der TSG Hoffenheim analysierte, da war ihm auch eine Ansage wichtig. „Natürlich haben wir das Ziel, Meister zu werden, das ist gar keine Frage“, sagte der zweimalige Torschütze und überragende Spieler.

Es stimmt schon: Wenn die Bayern aufdrehen wie zum Rückrundenstart und diese Form konservieren können, dann ist weiter mit ihnen zu rechnen. Sechs Punkte Rückstand sind für den Titelverteidiger kein Grund zum Verzweifeln. Doch Goretzka und Co. hofften vergeblich darauf, dass Spitzenreiter Borussia Dortmund das schwere Auswärtsspiel in Leipzig nicht unbeschadet überstehen würde. Auch der BVB hat zum Beginn des zweiten Saisonteils ein starkes Zeichen gesetzt

Der BVB lässt sich nicht verrückt machen

Die gesamte Konkurrenz hat gesehen: Diese Dortmunder lassen sich nicht verrückt machen, sie können mit Druck umgehen und glauben an sich selbst. Sie reden nicht von der Meisterschaft, sie arbeiten für dieses Ziel. Ihr Weg ist der richtige.

Und der Weg des FC Schalke 04? Wohin wird der in dieser Saison noch führen? Eine mitreißende Leistung war auch gegen den VfL Wolfsburg nicht zu sehen, aber immerhin stimmte am Schluss das Resultat. Dieses 2:1 gibt die Möglichkeit zum Luftholen vor den enorm schweren folgenden Aufgaben in Berlin, gegen Mönchengladbach und in München.

Ein hochsensibles Thema auf Schalke war am Sonntag natürlich der Torwartwechsel. Trainer Domenico Tedesco hat nach interner Rücksprache beschlossen, dem talentierten Alexander Nübel zu vertrauen und Ralf Fährmann auf die Bank zu setzen. Das ist natürlich keine leichte Entscheidung gewesen, denn bei Fährmann handelt es sich um den Mannschaftskapitän – und zudem um einen Spieler mit königsblauem Blut. Aber eine solche Maßnahme muss im Profigeschäft möglich sein. Fährmann hatte zuletzt zu oft gepatzt. Tedesco würde sich unglaubwürdig machen, wenn ein Spieler nur aufgrund seiner Verdienste aufgestellt würde. In dieser schwierigen Lage geht es um Schalke 04, nicht um einzelne Personen.

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