Borussia Dortmund

BVB trainiert Flanken – ohne Neuzugang Erling Haaland

BVB-Profi Erling Haaland beim Trainingslager in Spanien - mit Ball und Mannschaft.

BVB-Profi Erling Haaland beim Trainingslager in Spanien - mit Ball und Mannschaft.

Foto: dpa

Marbella.  BVB-Trainer Lucien Favre arbeitet an Optionen für die Offensive. Während Erling Haaland teilweise mitmischt, fehlt ein anderer Offensivstar.

Mats Hummels ließ eine gewaltige Schimpfkanonade ab. Ziel des Innenverteidigers war jener Spieler, der gerade zum Kopfballhoch gestiegen, den Ball dann aber ein gutes Stück neben das Tor platziert hatte. Man darf aber davon ausgehen, dass der Wutausbruch die Stimmung in der Dortmunder Mannschaft nicht allzu sehr eintrübt, denn das Ziel der Hummels’schen Beschimpfungen war: Hummels selbst. Der 31-Jährige ärgerte sich gewaltig über seinen misslungenen Kopfball.

BVB-Trainer Lucien Favre lässt ungeliebte Varianten trainieren

Die Gelegenheit dazu hatte er, weil BVB-Trainer Lucien Favre am Freitagvormittag im Trainingslager in Marbella daran arbeitete, das Dortmunder Angriffs-Repertoire zu vergrößern: Es wurden Flanken und Kopfbälle trainiert. Eigentlich sind die im Favre-Fußball weitgehend verpönt, weil das Risiko eines Ballverlusts viel zu groß ist. Der Schweizer bevorzugt flache Bälle, geduldigen Spielaufbau und dann Torabschlüsse mit hoher Erfolgsgarantie.

Aber nun hat man ihm diesen neuen Stürmer auf den Hof gestellt: Erling Braut Haaland, für 20 Millionen Euro von RB Salzburg gekommen, 87 Kilo schwer und vor allem 1,94 Meter groß. So einer kann köpfen, und deswegen ist es grundsätzlich nicht verkehrt, nun einmal flanken zu trainieren.

Haaland trainiert auf einem Nebenplatz Sprints

Allerdings: Haaland ist gar nicht dabei, als dieser Teil der Trainingseinheit läuft. Er absolviert auf einem Nebenplatz Sprints, nach überwundenen Kniebeschwerden muss er nun nach und nach an höhere Intensitäten herangeführt werden. Gar nicht dabei sind an diesem Tag Jadon Sancho, Thomas Delaney und Marcel Schmelzer. Sancho tritt wegen individueller Belastungssteuerung kürzer, Delaney hatte am Mittwoch nach neunwöchiger Pause einen Schlag aufs Knie bekommen, der ihn erneut ausbremst, und Marcel Schmelzer wurde nach seinem Muskelfaserriss noch gar nicht im Mannschaftstraining gesehen.

Es sind an diesem Vormittag die Nachwuchsspieler Immanuel Pherai, Chris Führich, Giovanni Reyna sowie Jung-Profi Tobias Raschl die die Flanken über eine Mauer aus Steckfiguren hinweg in den Strafraum schlagen, wo Mats Hummels, Dan-Axel Zagadou, Manuel Akanji, Lukasz Piszczek, Leonardo Balerdi und U23-Spieler Steffen Tigges abwechselnd versuchen, den Ball aufs Tor zu köpfen – erst ohne, dann mit Gegenspielern.

Viele Bälle landen neben dem Tor

Was Favre dabei sieht, ist nicht unbedingt geeignet, seine Skepsis gegenüber Flanken zu verringern: Viele Bälle landen neben dem Tor, am ehesten noch zeichnen sich die Torhüter Roman Bürki, Marwin Hitz, Eric Oelschlägel und Luca Unbehaun aus, die reihum zwischen den Pfosten stehen.

Es ist eine Einheit ohne ganz große Intensität. Doch den Eindruck einiger Beobachter, dass die Belastung im Training nicht allzu hoch ist, mag kein Dortmunder teilen: „Wir trainieren sehr hart und sehr viel“, beteuert Julian Brandt. „Ich glaube, das muss man auch, aber das macht sich dann auch bemerkbar.“

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