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Trotz Zitterpartie: BVB glaubt weiter an die Meisterschaft

Eher verhaltene Freude bei den BVB-Profis Thomas Delaney und Julian Weigl nach dem Sieg über Fortuna Düsseldorf

Eher verhaltene Freude bei den BVB-Profis Thomas Delaney und Julian Weigl nach dem Sieg über Fortuna Düsseldorf

Foto: firo

Dortmund.  Nach dem knappen Sieg über Fortuna Düsseldorf liegt die Borussia zwei Punkte hinter dem FC Bayern. Am Samstag geht es um die Meisterschaft.

Als Mario Götze in der 90. Minute seine ganze technische Klasse demonstrierte, als er im Strafraum einen hohen Ball so perfekt herunterpflückte, dass der danach direkt an seinem Fuß klebte, und ihn dann nicht weniger gekonnt ins Tor schoss, da jubelten die Fans von Borussia Dortmund erleichtert. 3:1 gegen Fortuna Düsseldorf – das musste es doch sein.

Fortuna schafft in Unterzahl den Anschlusstreffer

Doch der Rückrunden-BVB ist eben ein anderer als der Hinrunden-BVB. Er hat schon zu viele Vorsprünge verspielt, und so musste auch an diesem Samstag in der Nachspielzeit noch gezittert werden. Mit nur noch zehn Spielern - Adam Bodzek hatte in der 82. Minute nach einer üblen Grätsche auf die Hacke von Jadon Sancho berechtigt Rot gesehen – schaffte die Fortuna noch den Anschlusstreffer durch Dawid Kownacki. Und direkt danach vergab sie noch zwei gute Chancen – Dortmunds Fans hielten den Atem an.

Dann aber war endlich Feierabend. 3:2 gewonnen, und Stadionsprecher Norbert Dickel verkündete: „Leipzig gegen Bayern 0:0, es bleibt spannend.“

So ist es. Die Münchener gehen mit nur noch zwei Punkten Vorsprung auf die Dortmunder in ihre letzte Partie gegen Eintracht Frankfurt. Zeitgleich spielt am nächsten Samstag Borussia Dortmund bei Borussia Mönchengladbach.

Favre hält sich zurück

„Wir müssen in Gladbach gewinnen und hoffen, dass Frankfurt in München gewinnt”, sagte BVB-Trainer Lucien Favre gewohnt zurückhaltend. Für Kampfansagen ist der Schweizer nicht zuständig, diesen Job übernahm lachend Sebastian Kehl, der Leiter der Lizenzspieler-Abteilung: „Daran glauben wir fest”, antwortete er auf die Frage, ob der BVB noch Deutscher Meister wird. Immerhin kann er in Gladbach wieder auf den gegen Düsseldorf noch gesperrten Kapitän Marco Reus zurückgreifen. Kurzfristig musste der BVB am Samstag auch den am Oberschenkel verletzten Stammtorhüter Roman Bürki durch seinen Schweizer Landsmann Marwin Hitz ersetzen.

Der musste in der 20. Minute erstmals hinter sich greifen. Dodi Lukebakio ließ sich auch durch vier Dortmunder nicht stören und brachte den Ball im Netz unter. Ein kurzer Schockmoment, dann aber: Aufatmen bei allen Schwarz-Gelben, als Schiedsrichter Tobias Stieler den Arm hob. Abseits!

Pulisic schenkt sich einen Abschiedstreffer

In der 41. Minute aber jubelte Dortmund. In seinem letzten Heimspiel beschenkte der zum FC Chelsea wechselnde Amerikaner Christian Pulisic auch sich selbst mit einem entschlossenen Kopfball zum 1:0.

Doch zwei Minuten nach dem Wiederbeginn ließ Torwart Marwin Hitz einen harmlosen Kopfball von Oliver Fink durch die Beine kullern. 1:1, alles wieder offen. Thomas Delaney aber reagierte richtig und brachte die Dortmunder schon in der 51. Minute mit 2:1 in Führung. Beruhigend? Nein. Als Hitz und Lukebakio zusammenrasselten, gab es Elfmeter für Düsseldorf. Lukebakio verzögerte den Anlauf, verlud Hitz, schob aber den Ball an der von ihm angepeilten freien rechten Ecke vorbei (59.).

Der BVB versuchte in der Folgezeit, den Sieg zu sichern. „Wir wollten geduldig bleiben”, erklärte Lucien Favre. „Aber das war am Ende schwer. Den Druck müssen wir besser beherrschen.” Doch genau das ist ein Problem dieser Mannschaft: Wenn es darauf ankommt, zeigt sie Nerven. BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke ist aber der festen Überzeugung, dass dies für den letzten Spieltag keine Bedeutung haben wird. „Die Mannschaft hatte heute brutalen Druck, aber der wandert jetzt weiter nach Süden. Die Bayern können am 34. Spieltag alles verlieren und wir alles gewinnen. Ich glaube nicht, dass irgendeiner bei Borussia Dortmund jetzt auch nur ein bisschen Druck empfindet. Es gibt keinen Druck!”

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