Champions League

Barcelona reitet vor Spiel beim BVB die Ansu-Welle

Auch Barcelonas Routinier Gerard Pique (rechts) bewundert die Ballfertigkeit des Top-Talents Ansu Fati.

Auch Barcelonas Routinier Gerard Pique (rechts) bewundert die Ballfertigkeit des Top-Talents Ansu Fati.

Foto: Foto: Alex Caparros / Getty Images

Barcelona.  Ein 16-jähriger Shooting-Star begeistert Barcelona. Beim Königsklassenspiel in Dortmund steht Ansu Fati erstmals mit Lionel Messi im Kader.

Gelächter aus dem Kabinengang kündigt die Stars des FC Barcelona zum Abschlusstraining vor dem Champions-League-Auftakt bei Borussia Dortmund an. Zunächst kommt Routinier Sergio Busquets auf den Platz, dann die Gruppe der Franzosen um Topzugang Antoine Griezmann, ziemlich am Ende auch Lionel Messi nebst Busenkumpel Luis Suárez – die Rückkehr des in dieser Saison wegen einer Wadenverletzung noch einsatzlosen Superstars Messi ist eine der Nachrichten des Tages. Die andere ist, dass zwischen all den großen Namen auch Ansu Fati wieder mitmacht und nach dem Training den Flieger nach Westfalen besteigt.

Ansu ist 16 Jahre alt und sollte diese Saison zwischen Junioren und zweiter Mannschaft pendeln. Doch wegen Verletzungsproblemen im Angriff durfte er am zweiten Spieltag gegen Betis Sevilla ein paar Minuten für Barcelonas A-Elf auflaufen, und nachdem er eine Woche später als Einwechselspieler ein Kopfballtor zum Remis bei Osasuna beisteuerte, ist seit seinem Startelfdebüt am Samstag gegen Valencia endgültig nichts mehr, wie es war. Der Junge benötigte zwei Minuten, um die Führung zu erzielen, fünf weitere für eine brillante Torvorlage und nicht viel länger, um das Stadion mit Schlenzern, Dribblings und Lupfern endgültig von den Sitzen zu reißen. Seitdem, konstatiert die Zeitung „Sport“, herrscht „Ansumania“.

Mit sechs Jahren kam er aus Guinea-Bissau nach Spanien

Barças neuer Liebling ist in Guinea-Bissau geboren und kam mit sechs Jahren nach Spanien, wo der Vater als Chauffeur für einen Bürgermeister in der Provinz Sevilla arbeitete. Der Politiker half ihm, seine Familie nachzuholen, und sobald Ansu da war, verbreitete sich die Kunde von seinem Talent wie ein Lauffeuer. Als Zehnjähriger wechselte er nach Barcelona, wo er sich auf dem Weg zum jüngsten Torschützen der Klubgeschichte auch nicht von einem Schien- und Wadenbeinbruch aufhalten ließ.

„Der Ballon um Ansu wird jetzt sehr groß werden, und wir alle werden versuchen, Luft rauszulassen“, erklärte Trainer Ernesto Valverde am Samstag. „Ansu ist ein Junge, dessen Kopf mitspielt“, sagt Klubdirektor Guillermo Amor. Im Juli schloss man den ersten Profivertrag ab, zu den Beratern der Familie gehört Kapitänsbruder Rodrigo Messi. Was den hilfreichen Nebeneffekt einer Adoption durch den mächtigen Superstar hat.

Zuletzt gab es etliche Auswärtsdebakel in der Champions League

Für Dortmund stehen beide erstmals gemeinsam im Kader. Was macht Trainer Ernesto Valverde? Nach etlichen Auswärtsdebakeln, zuletzt 0:4 in Liverpool, hat Barça nicht nur seine Routinen geändert und das Abschlusstraining zu Hause abgehalten statt am Spielort. Es braucht gegen den Komplex in der Ferne auch gefährliche Angreifer. Wo es bei Messi kaum für 90 Minuten reichen wird, wo Suárez auswärts in der Champions League zuletzt vor vier Jahren traf, wo Dembélé verletzt ist, Griezmann bisweilen noch fremdelt und der 21-jährige Carles Pérez nicht die ganz große Durchschlagskraft hat – da spricht doch einiges dafür, weiter die Ansu-Welle zu reiten.

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