Bundesliga

Warum der Abraham-Einspruch auch wegen Badstuber scheiterte

Holger Badstuber beleidigte einen Schiedsrichter und wurde gesperrt.

Holger Badstuber beleidigte einen Schiedsrichter und wurde gesperrt.

Foto: dpa

Frankfurt.  Die lange Sperre gegen David Abraham von Eintracht Frankfurt bleibt bestehen. Eine Rolle spielte dabei auch der Ausraster von Holger Badstuber.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) kannte keine Gnade mit dem Kapitän des Bundesligisten Eintracht Frankfurt - der Argentinier bleibt für seine aufsehenerregende Tätlichkeit gegen Christian Streich bis zum Jahresende gesperrt. Das Gericht wies am Dienstag den Einspruch der Hessen gegen das Urteil aus der vergangenen Woche zurück. Ob der Klub vor das Bundesgericht zieht, will die Eintracht erst intern erörtern.

Nachahmer in der Kreisliga

Der „Fall Abraham“ hatte vor allem mit Blick auf die Vorbildfunktion der Profis große Brisanz. Das Sportgericht zog dabei Parallelen zum Fall Holger Badstuber. Der für seine „Muschi!“-Schiedsrichter-Schelte bestrafte Ex-Nationalspieler findet offenbar bereits Nachahmer im Amateurfußball. Dies berichtete Hans E. Lorenz als Vorsitzender des Sportgerichts des Deutschen Fußball-Bundes am Dienstag. Bei der Urteilsbegründung im Abraham-Verfahren sagte Lorenz: „Wir hatten schon zwei Fälle, in denen Schiedsrichter in Kreisligen als Muschis bezeichnet wurden. Dies zeigt, dass das, was oben passiert, seinen Niederschlag findet an der Basis.“

Hintergrund ist eine Aktion des Stuttgarters Badstuber, der in einer Zweitiga-Partie den Unparteiischen mit folgenden Worten beschimpft hatte: „Ihr seid Muschis geworden, Muschis!“ Er war vom DFB-Sportgericht zu einem Spiel Sperre und einer Geldstrafe verurteilt worden.

David Abraham bleibt Kapitän von Eintracht Frankfurt

Abraham hatte in der Nachspielzeit der Partie beim SC am 10. November (0:1) den Freiburger Trainer Streich zu Boden gecheckt und dafür von Schiedsrichter Felix Brych (München) die Rote Karte gesehen. Für diesen Ausraster wurde der 33 Jahre alte Argentinier am vergangenen Mittwoch bis zum 29. Dezember gesperrt, dazu kam eine Geldstrafe in Höhe von 25.000 Euro. Kapitän der Frankfurter soll Abraham dennoch bleiben.

Die Eintracht hatte Einspruch gegen das Urteil eingelegt, „um David Abraham die Möglichkeit zu geben, sich im Rahmen eines mündlichen Verhandlungstermins vor dem DFB-Sportgericht persönlich zu dem Geschehen in Freiburg zu äußern“. Abraham hat sich bereits „in aller Form“ entschuldigt und wurde vereinsintern mit einer Geldstrafe in Höhe von 35.000 Euro belegt.

Der Einspruch wurde am Dienstag abgeschmettert. „Natürlich liegt hier kein Fall der Fahrlässigkeit vor. Es ist ein klarer Fall des direkten Vorsatzes“, sagte der Sportgerichts-Vorsitzende Lorenz nach der vierstündigen Verhandlung: „Er hat ihn, wie das vielleicht im Eishockey üblich ist, mit einem Bodycheck abgeräumt - nicht mehr und nicht weniger. Bewährung kann man in einem solchen Fall nicht geben.“ (fs mit dpa)

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben