Kommentar

Vor dem BVB-Spiel: Denkwürdige Andacht im Kölner Dom

Fans des 1. FC Köln kommen 2018 im Dom zu einem Gottesdienst vor dem ersten Heimspiel zusammen. Das hat in Köln schon beinahe Tradition

Fans des 1. FC Köln kommen 2018 im Dom zu einem Gottesdienst vor dem ersten Heimspiel zusammen. Das hat in Köln schon beinahe Tradition

Foto: dpa

Essen.  Im Kölner Dom versammeln sich vor dem ersten Heimspiel tausende FC-Fans und übermitteln wichtige Botschaften. Ein Kommentar.

In Köln haben sie gestern einen Gottesdienst gefeiert. Das passiert in der Domstadt häufiger, doch dieser vor dem ersten Heimspiel gegen Borussia Dortmund war ein besonderer: Die Fans des 1. FC Köln versammelten sich, um Gottes Segen für eine gute Saison und den Klassenerhalt ihres Vereins zu erbitten. Wünsche also, die die Anhänger nach sportlich wechselhaften Jahren des Traditionsklubs mit wiederkehrenden Ab- und Aufstiegen eben haben und sich nun Hilfe von ganz oben versprechen, um nach 34 Spieltagen nicht wieder zu weit unten zu stehen.

So weit, so normal ist das in Köln. Und nicht nur dort, auch in anderen Kirchen an Bundesligastandorten der Republik. Allerdings ist der Kölner Dom das bekannteste Gotteshaus Deutschlands, und so lässt die Andacht von Dom- und Stadtdechant Robert Kleine auch über das Rheinland hinaus aufhorchen, wenn er über Hoffnungen für die neue Saison spricht, aber auch über einen fairen Umgang zwischen allen Spielern, Mannschaften, Schiedsrichtern und Fans. Wenn darauf hingewiesen wird, dass die gegnerische Mannschaft und ihre Fans nur ,Gegner’ in einem Spiel seien, keine ,Feinde’, dass im Fußball kein Platz für Gewalt, Hass und Diskriminierung sein dürfe.

Es war eine Andacht, die zwiespältige Gefühle hinterließ. Die Andacht erfreute, weil diese Themen noch einmal vergegenwärtigt werden. Sie deprimierte, weil es überhaupt einen so großen Rahmen braucht, um auf solch selbstverständliche Dinge hinzuweisen.

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