Bundesliga-Check

Trotz Füllkrug: Hannover spielt nur um den Klassenerhalt

Niclas Füllkrug geht auch in der kommenden Saison für Hannover 96 auf Torejagd. Die Niedersachsen stehen trotzdem vor einer schwierigen Saison.

Niclas Füllkrug geht auch in der kommenden Saison für Hannover 96 auf Torejagd. Die Niedersachsen stehen trotzdem vor einer schwierigen Saison.

Foto: Getty Images

Hannover.  Die Fans haben nach dem langen Machtkampf von Präsident Kind immerhin ihren Boykott beendet. Doch die Mannschaft hat viel Qualität verloren.

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Das Trainingslager in Velden am Wörthersee war gerade geschafft. Und was machte Niclas Füllkrug kurz nach der Landung in der Heimat? Spazierte in Hannover über das Maschseefest, eine Partymeile zum Sehen und Gesehen werden. Das Bild, das Füllkrug in seinem schlabberigen Muskelshirt dabei abgab, war ein selbstbewusstes. „Die Reise ist noch nicht zu Ende“, sagte der Torjäger.

Breitenreiter soll seinen Vertrag ebenfalls verlängern

Zu den wichtigsten Transferentscheidungen der Niedersachsen dürfte gehört haben, dass ein Wechsel von Füllkrug zu Borussia Mönchengladbach verhindert werden konnte. An einer vorzeitigen Vertragsverlängerung wird wie im Fall von Trainer André Breitenreiter gerade fleißig gearbeitet.

Die Weiterbeschäftigung von Breitenreiter und Füllkrug ist für Hannover 96 extrem wichtig, um der fortschreitenden Entfremdung zwischen Verein und Publikum vorzubeugen. Der Trainer stammt aus der Region. Auch der Stürmer ist als Kind über Hannovers Bolzplätze gestürmt. Für einen Klub, der sich seit Monaten mit dem harten Kern seiner Fans streitet, sind solche Personalien elementar. Nichts gegen die Verpflichtungen von Genki Haraguchi (Hertha) und Walace (HSV) oder gegen die Leihspieler Takuma Asano (Arsenal), Bobby Wood (HSV) und Kevin Wimmer (Stoke), aber wenn sich das Team seinen Weg vom Trainingsplatz zurück ins Stadion bahnt, benötigt Füllkrug am meisten Zeit, um Autogrammjäger glücklich zu machen. Er ist als Typ gefragt und signalisiert: Das ist einer von uns.

Probleme für Breitenreiter aufgrund namhafter Abgänge

In der zweiten Saison nach dem Wiederaufstieg in die Bundesliga keimt in Hannover große Hoffnung auf, dass positive Themen dominieren. Lange Zeit hatte das Bemühen von Präsident Martin Kind, für sich und 96 eine Ausnahme von der 50+1-Regel erstreiten zu können, das Sportliche in den Schatten gestellt. Sein Kampf um mehr Einfluss von Investoren macht ihn zu einer umstrittenen Person. Dass die Fans trotzdem angekündigt haben, nach Monaten des Boykotts in dieser Saison wieder das eigene Team unterstützen zu wollen, könnte die Basis für unbeschwerten Fußball sein und um dauerhaft umjubelt zu werden.

Fußballerisch dürfte der Klassenerhalt jedoch zu einer kniffligen Angelegenheit werden. Zwar wünscht sich Breitenreiter nach Platz 13 in der vergangenen Saison nun einen Schritt nach vorne. Der Umbruch – gestandene Spieler wie Salif Sané (Schalke), Martin Harnik (Bremen), Jonathas (Corinthians) und Felix Klaus (Wolfsburg) haben den Verein verlassen – könnte 96 trotz des Potenzials der Neuzugänge schwer zu schaffen machen. Sollte dann Kind doch noch mal zum Problem werden, wird es aber richtig eng für Hannover 96.

Unser Tipp: Platz 17

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