FC Bayern München

Thomas Müller vor Absprung? Wohin es diese Ex-Mitspieler zog

Macht sich Gedanken über seine sportliche Zukunft: Thomas Müller.

Macht sich Gedanken über seine sportliche Zukunft: Thomas Müller.

Foto: Lino Mirgeler / dpa

Thomas Müller macht sich Gedanken über eine Luftveränderung. Diese Ex-Bayern zeigen: Ein Wechsel kann die Karriere durchaus nochmal beflügeln.

„Wenn das Trainerteam mich in Zukunft nur noch in der Rolle des Ersatzspielers sieht, muss ich mir meine Gedanken machen. Dafür bin ich einfach zu ehrgeizig.“ Mit dieser Aussage gegenüber dem "Kicker" heizte Thomas Müller am Mittwoch Spekulationen an, seinen Jugend-Verein verlassen zu wollen, sollte er weiterhin nicht zum Zuge kommen. „Ich bin gerade erst 30 Jahre alt geworden, topfit und hungrig auf Erfolge - mit dem Verein, aber auch persönlich“, ließ er verlauten.

An Motivation scheint es dem Ur-Bayern nicht zu mangeln. Fraglich ist jedoch nur, welche Adressen im In- und Ausland für ihn in Frage kommen würden. Und ob die Bayern ihr Eigengewächs überhaupt ziehen lassen würden, ist bislang auch noch nicht bekannt. Fakt ist: Thomas Müller genießt besonders im Ausland einen hervorragenden Ruf, hat er sich doch gerade im Dress der Nationalelf in 100 Länderspielen und 38 Toren einen Namen gemacht. Ob bei einem möglichen Abgang noch die Spitzenvereine Europas zum Telefonhörer greifen, bleibt abzuwarten. Ein Blick auf ehemalige Münchner zeigt: Ein Abschied vom Rekordmeister kann die Karriere nochmal beflügeln. Auch mit 30 Jahren oder älter.

Miroslav Klose

Nach vier Jahren in München war für den deutschen Rekordtorschützen (71 Länderspieltore) beim Rekordmeister Schluss. Wie bei Müller heute schien für Klose damals die Aussicht auf Einsatzzeit limitiert. Mario Gomez und eben jener Thomas Müller bekamen den Vorzug vor dem damals 33-Jährigen. Ein Karriereende war kein Thema für den Salto-Liebhaber. Vielmehr suchte Klose eine sportliche Heimat, die ihm in den nächsten Jahren genügend Spielpraxis garantieren konnte, um sein großes Ziel, die Teilnahme an der Weltmeisterschaft 2014, zu ermöglichen. Galatasaray Istanbul und der FC Valencia buhlten um ihn, doch am Ende erhielt Lazio Rom den Zuschlag. Klose verließ mit zwei Meisterschaften und Pokalsiegen die bayerische Landeshauptstadt und schlug seine Zelte fortan an in der ewigen Stadt auf. Zunächst für drei Jahre unterschrieben, geblieben ist er am Ende fünf. In Rom wusste Klose auf seine alten Tage noch durchaus zu überzeugen. In 171 Spielen schoss er ganze 63 Tore, legte 35 weitere auf und wurde 2013 mit Lazio Pokalsieger. Sein Plan, sich für die WM in Brasilien zu empfehlen, ging voll auf. Klose wurde mit der Nationalelf Weltmeister und sicherte sich mit seinem 16. Tor den Titel des alleinigen WM-Rekordtorschützen.

Mario Gomez

Zwei Jahre nach dem Abgang von Klose, verkündete 2013 auch Mario Gomez, dass er die Bayern verlassen werde. Mario Mandzukic, der 2012 aus Wolfsburg gekommen war, hatte die Nase im Sturmzentrum vor Gomez. In seiner letzten Saison bei den Bayern spielte er nur neunmal von Beginn an. Zu wenig für seine Ansprüche, der Wechsel in die Serie A zum AC Florenz folgte im Sommer. „Ich liebe den Fußball und wollte einfach mehr spielen”, begründete Gomez damals seinen Wechsel. Seine Zeit in München kann sich durchaus sehen lassen: Zwischen 2009 und 2013 erzielte Gomez in 174 Spielen 113 Tore, zwei Meisterschaften, zwei Pokalsiege sowie die Champions-League 2013. In der Toskana angekommen, wurde er gleich durch mehrere Verletzungen ausgebremst. In seiner Debütsaison lief er nur neun Mal für die Fiorentina auf. In seinen zwei Jahren insgesamt, kommt Gomez auf 29 Einsätze, in denen er sieben Tore und drei Vorlagen schaffte. Im Sommer 2015 dann der nächste Wechsel. Dieses Mal sollte es an den Bosporus gehen, zu Besiktas Istanbul. Hier blühte der damals 30-Jährige Gomez richtig auf, blieb gesund und schoss mit 26 Toren in 33 Ligaspielen sein Team zum Titel, wurde zudem Torschützenkönig in der Türkei. Danach folgte die Rückkehr in die Bundesliga zum VfL Wolfsburg.

Mario Mandzukic

Nachdem Mandzukic 2013 noch ein Grund für den Abgang seines Stürmerkollegen Mario Gomez war, ereilte ihn ein Jahr später gleiches Schicksal in Form von Robert Lewandowski. Nachdem die Münchner den polnischen Ausnahmestürmer, der zuvor im gelb-schwarzen Trikot der Dortmunder Torschützenkönig wurde, verpflichten konnte, schien Mandzukic‘ Zeit an der Isar abgelaufen zu sein. In seinen zwei Jahren in München konnte Mandzukic in 54 Ligaspielen 33 Tore verbuchen, wurde zwei Mal deutscher Meister, Pokalsieger sowie Champions-League-Sieger 2013.Im Sommer 2014 dann die Trennung: Den damals 28-jährigen zog es nach Madrid, wo er die Nachfolge von Diego Costa antreten sollte, den es nach Chelsea London zog. In Madrid hielt es den Kroaten allerdings nur ein Jahr. Im Sommer 2015 ging es zur alten Dame nach Turin, wo er seitdem seine Fußballschuhe erfolgreich schnürt und bislang in jedem Jahr mit seinem Verein die italienische Meisterschaft feiern konnte.

Franck Ribery

Dass auch noch im (ganz) hohen Fußballalter der Wechsel in eine europäische Top-Liga gelingt, beweist momentan Müllers langjähriger Mitspieler Franck Ribery. Ganze zwölf Jahre lief König Franck für den Rekordmeister auf und wurde in der Zeit zur Legende. Insgesamt neun Meisterschaften, sechs Pokalsiege sowie das Triple aus Meisterschaft, Pokal und dem Gewinn der Champions-League 2013 erlebte König Franck im Trikot der Münchner. Mit 36 Jahren und dem Ablauf seines Vertrags war in diesem Sommer Schluss. Viel wurde darüber spekuliert, wohin es den Franzosen ziehen würde. Er selbst behauptete stets, auch noch auf hohem Niveau spielen zu können, doch hielten sich hartnäckig Gerüchte über einen Wechsel nach Saudi-Arabien und Qatar. Ganz so weit ging es dann doch nicht. Riberys neue sportliche Heimat, lediglich 70 Flugminuten entfernt. So wie einst Mario Gomez zog es Ribery zur AC Florenz – und damit in die erste italienische Liga. Dort unterschrieb Ribery einen Vertrag über zwei Spielzeiten, wurde von den Fans frenetisch empfangen und scheint auch für Trainer Vincenzo Montella eine sportlich wichtige Rolle einzunehmen. In bislang sieben Saisonspielen schoss Ribery bereits zwei Tore und legte ein weiteres vor. Bei einem ambitionierten Verein wie die AC Florenz könnte Müller seinen „Hunger auf Erfolg“ durchaus befriedigen, würde er nach wie vor in einer der großen Ligen Europas spielen.

Mats Hummels

Wäre auch ein Wechsel innerhalb der Liga für Müller denkbar? Schwer vorstellbar, dass sich der Ur-Bayer auf eine andere deutsche sportliche Heimat einlässt. Sollte er dennoch drüber nachdenken, könnte er einen ehemaligen Mannschaftskollegen nach Ratschlägen fragen, mit dem er noch kürzlich zusammen auf dem Platz stand und nun beim selbsternannten Meisteraspiranten und Konkurrenten aus Dortmund spielt. In München guckten nicht wenige verdutzt drein, als Mats Hummels im Sommer seinen Wechsel nach Dortmund und damit nach drei Jahren seine Rückkehr zur alten Liebe verkündete. Denn Hummels avancierte beim Rekordmeister besonders zur Rückrunde der vergangenen Saison zur tragenden Stütze in der Innenverteidigung. Vor allem bei den sogenannten großen Spielen: Im Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League in Liverpool oder beim direkten Meisterschafts-Duell mit dem BVB, wo er ein Tor erzielte, bewies Hummels, dass er auch mit 30 Jahren nach wie vor zu den besten Spielern seiner Zunft gehört. Die Stimmen nach einer Rückkehr in die Nationalmannschaft wurden nach überzeugenden Auftritten in dieser Saison lauter und zahlreicher.

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