Fußball

Dopa: Massive Kritik am BVB und spontaner Hoeneß-Anruf

BVB-Trainer Lucien Favre

BVB-Trainer Lucien Favre

Foto: firo

Essen.  Bei der Talkrunde Doppelpass gehen die TV-Experten mit dem BVB ins Gericht. Bayern-Boss Uli Hoeneß meldet sich überraschend zur Trainersuche.

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Nach der deutlichen 0:4-Niederlage des BVB beim FC Bayern München war zunächst die Borussia das beherrschende Thema bei der Sport-1-Talkrunde Doppelpass. Um es gleich vorwegzunehmen. Es hagelte gnadenlose Kritik am BVB, an den Spielern, aber auch am Trainer. Den Reigen der Kritiker eröffente Michael Rummenigge. "Das war eine blutleere Veranstaltung des BVB: Die Bayern präsentierten sich gierig. Der BVB hat enttäuscht."

Vernichtendes Urteil über das BVB-Spiel beim Doppelpass

Das Wort der Runde prägte dann Ex-Bayern-Profi Thomas Strunz: "Ich habe beim BVB niemanden gesehen, der annähernd etwas ausgestrahlt hat. Das war Schülerfußball." Die Mannschaft habe das selber verspielt. Beim BVB sei, und das jenseits der Niederlage erschreckend, vermutlich niemand aus dem Stadion gegangen, der sage, dass das ein Ausrutscher gewesen sei. Insbesondere die Bezeichnung "Schülerfußball" wurde von der Diskussionsrunde immer wieder verwendet. Gerne auch in der Variation "Kinderfußball".

Kritik an Trainer Lucien Favre

Eine erste grundsätzliche Einordnung versuchte TV-Experte Marcel Reif: "Der BVB hat Spieler, die noch nicht so weit sind." Dann fehle einigen, vor allem erfahrenen Spielern die Einstellung, die fahren nach München mit der Erwartung, dass da ohne nichts ginge. "Auch die Aufstellung war nicht gut. Brandt und Götze sind keine Sturmspitzen. Und die Aufstellung macht der Trainer." Dieser offene Satz deutete an, was dann Konsens in der Runde schien, wie es einer der teilnehmenden Journalisten sagte: Mit Lucien Favre wird der BVB nicht deutscher Meister.

Sascha Riether würdigt die Leistung der Bayern

Ausgerechnet ein Revier-Rivale hielt zunächst dagegen und würdigte die Leistung des Rekordmeisters: "Die Bayern waren richtig heiß, waren griffig. Sp hat man sie lange nicht gesehen", sagte der ehemalige Schalker Spieler und Koordinator der Lizenzspielerabteilung beim Revierklub, Sascha Riether. Thomas Strunz hielt dagegen: Der BVB habe unfassbar leichtsinnige Pässe gespielt: "Die Bayern haben nach den Fehlern des BVB immer wieder einfache Bälle spielen können." Aus der verdichteten Position der Bayern sei es dann total einfach gewesen, in die Offensive zu gehen. "Es war noch nicht einmal ein herausragendes Spiel der Bayern."

Marcel Reif versuchte sich dann noch an einer Einordnung über das Spiel hinaus: "Wenn es beim BVB läuft, macht es Spaß ihnen zuzuschauen, gegen ein Spitzenteam reicht es nicht: Wenn Du Meister werden willst, musst Du wie ein Spitzenteam auftreten."

Das Problem sei, dass wenn es ernst werde, eher die Sanchos und Hakimis den Zustand der Mannschaft bestimmten als jemand wie Mats Hummels. Das Thema Spitzenteam beschäftigte die Runde intensiv. Die Vorgabe der Klubführung, um den Titel mitkämpfen zu wollen, sei offenbar, so kann man die Aussagen zusammenfassen, nicht ausreichend bei der Mannschaft angekommen. Ohne die Einstellung, sich als Spitzenteam zu verstehen, müsse man nicht versuchen, in den Titelkampf einzugreifen.

Spontaner Anruf von Uli Hoeneß beim Doppelpass

Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß sorgte als die Trainersuche in München Thema wurde, mit einem Anruf beim "Doppelpass" für Aufsehen und auch Irritationen gesorgt. Der 67-Jährige empörte sich am Sonntag auf die Fragen von Moderator Thomas Helmer vor allem darüber, dass die Expertenrunde bei der Debatte über den deutschen Rekordmeister nach dem 4:0 im Bundesliga-Topspiel gegen Borussia Dortmund ungebührend mit Sportdirektor Hasan Salihamidzic umgegangen sei.

Hoeneß wirbt für Salihamidzic

"Ich habe Folgendes auf dem Herzen, dass sich große Teile der Runde total despektierlich über Hasan Salihamidzic äußern", erklärte der live zugeschaltete Hoeneß. Er warb intensiv für den 42-Jährigen, der seit Ende Juli 2017 das Amt als Sportdirektor ausübt und über dessen Beförderung zum Sportvorstand am Montag entschieden werden soll.

"Hasan hat einen guten Job in diesem Jahr gemacht", sagte Hoeneß. Er nannte die Transfers der französischen Weltmeister Benjamin Pavard, Lucas Hernández und des jungen Kanadiers Alphonso Davies, die "allein auf seinem Mist gewachsen" seien. "Wir sind glücklich, dass wir mit diesen drei Spielern sensationelle Transfers gemacht haben2, sagte Hoeneß. Salihamidzic käme "in der öffentlichen Wahrnehmung total zu schlecht weg", polterte der scheidende Präsident und versicherte: "Mit ihm werden wir beim FC Bayern noch viel Spaß haben" (fs)

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