Bundesliga

Nun ist auch Mario Mandzukic ein Thema bei den Bayern

Mario Mandzukic, hier noch im Trikot von Juventus Turin, könnte künftig wieder für die Bayern jubeln.

Mario Mandzukic, hier noch im Trikot von Juventus Turin, könnte künftig wieder für die Bayern jubeln.

Foto: Reuters

München.  Die Bayern-Bosse bemühen sich vor dem Auftakt heute gegen Hertha BSC weiter auf dem Transfermarkt. Nun ist Mario Mandzukic im Gespräch.

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Ginge es nach der Statistik, könnten die Prognosen schon an diesem Freitagabend um kurz vor halb elf hinfällig sein. Seit 2012 gewann der FC Bayern immer sein erstes Spiel einer Bundesligasaison und wurde später stets Meister, sieben Mal in Serie. Sollte nun beim Auftakt gegen Hertha BSC heute (20.30 Uhr/ZDF und DAZN) der achte Sieg zum Start folgen, wäre der achte Gewinn des Ligatitels nacheinander demnach nur logisch. Die Prognosen allerdings sehen einen derartigen Durchmarsch nicht vor, sondern vielmehr einen äußerst engen Kampf um die Schale, vor allem mit dem verstärkten Herausforderer Borussia Dortmund, der das Ziel Meistertitel offensiv ausgerufen hat.

Allerdings ist der Nachteil von Statistiken und Prognosen, dass sie sich nicht auf die Gegenwart beziehen, sondern auf die Vergangenheit oder Zukunft. Wie sie die Zukunft vorbereiten sollen und können, wissen sie bei den Bayern im lange aufgeschobenen und seit Monaten stockenden Umbau des Kaders offenbar weiterhin noch nicht genau. Mit Flügel- und Zentrumsspieler Philippe Coutinho, 27, vom FC Barcelona? Mit Stürmer Mario Mandzukic, 33, von Juventus Turin? Vielleicht auch noch mit einem Sechser? Vieles ist noch offen vor dem 2. September, wenn der Transfervorhang fällt.

Umbruch steht beim FC Bayern noch aus

Zumindest derzeit sieht es so aus, als könne es von Anfang an ein kniffliges zweites Amtsjahr von Trainer Niko Kovac beim FC Bayern werden. Allein schon deshalb, weil der eigentliche Umbruch bei den Münchenern erst noch bevorsteht. Nicht nur im Kader, sondern auch auf der Führungsebene, aus der sich Kovacs Fürsprecher, Präsident Uli Hoeneß, voraussichtlich zunehmend zurückziehen wird, ehe Oliver Kahn vom 1. Januar an zum Nachfolger von Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge aufgebaut werden soll.

Dass auch der sportliche Teil des Umbruchs noch aussteht, wird voraussichtlich schon an der Startelf gegen Hertha abzulesen sein. Gut möglich, dass dabei zunächst keiner der bisherigen vier Zugänge Lucas Hernández (noch nicht voll belastbar), Benjamin Pavard (noch nicht voll integriert), Ivan Perisic (gesperrt) und Talent Jann-Fiete Arp (bestenfalls auf der Bank) spielen wird. Statt mit Pavard wird in der Innenverteidigung neben Niklas Süle eher mit Jérôme Boateng gerechnet, dem Hoeneß bei der Doublefeier im Mai dringend empfohlen hatte, das Weite zu suchen. Ebenso legendär sind bereits die vollmundigen Ankündigungen des Präsidenten zur Transferoffensive, die bisher statt des geplanten Königstransfers Leroy Sané, 23, von Manchester City nach dessen Kreuzbandverletzung allein Leihspieler Perisic von Inter Mailand hervorgebracht hat.

Umso erstaunlicher könnte es anmuten, dass Kovac sein schweres zweites Jahr mit neuem Selbstbewusstsein angeht – trotz oder vielleicht gerade wegen der Mühen auf dem Transfermarkt. Er rief schon kurz nach dem Trainingsauftakt, ganz auf Linie mit dem immer wieder als Kovac-Skeptiker aufgefallenen Rummenigge, hohe Saisonziele nach dem jüngsten Aus in der Champions League im Achtelfinale gegen den späteren Titelträger FC Liverpool aus. „Wir wollen das Double verteidigen und international besser abschneiden als letzte Saison“, sagte Kovac, ja, sogar „sehr viel besser“.

Bayern-Trainer Kovac versucht es mit Pragmatismus

Zugleich fordert er, ebenfalls ohne Zurückhaltung, mit Nachdruck weitere Verstärkungen. Als er am Mittwoch bei der Präsentation seines Wunschspielers Perisic in Anspielung auf die 2018 zunächst umworbenen Trainer Thomas Tuchel und Jupp Heynckes sarkastisch scherzte („Ich war ja auch die B-Lösung, und wir haben das Double geholt“), klang Kovac, als setze er sich zunehmend über den Dauerdruck aus der Chefetage hinweg und gebe diesen dorthin zurück. Zumal die Klublenker große Mühe haben, ihre Aufgabe Kaderumbau umzusetzen – und nun auf früh eingereichte und zunächst abgelehnte Vorschläge von Kovac zurückgreifen, wie seine Landsleute Perisic und womöglich auch Mandzukic. Den Kroaten, von 2012 bis 2014 bereits beim FC Bayern, wolle Kovac unbedingt, berichtete der Kicker, als weitere pragmatische Lösung nach Perisic.

Wie dieser stünde Mandzukic zwar nicht für die Zukunft, die in diesem Sommer eigentlich mit viel Vorlauf wegen der lange absehbaren Abschiede von Franck Ribéry, 36, und Arjen Robben, 35, vorbereitet werden sollte. Dafür stünde Mandzukic wie Perisic aus Kovacs Sicht für das machbare und praktischerweise auch kostengünstige Ziel, Spieler zu holen, „die den Kader nicht nur auffüllen, sondern besser machen“. Und so Bayern zum Double verhelfen sollen. Mitten im Umbruch.

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