Bundesliga

Fortuna - Gladbach: Zwei Spieler sind schon in Derby-Form

Der neue Fortuna-Trainer Uwe Rösler (l.) kann sich derzeit auf Mittelfeldspieler Valon Berisha verlassen.

Der neue Fortuna-Trainer Uwe Rösler (l.) kann sich derzeit auf Mittelfeldspieler Valon Berisha verlassen.

Foto: firo

Düsseldorf.  Am Samstag kommt es zum rheinischen Derby zwischen Fortuna Düsseldorf und Borussia Mönchengladbach. Die Formkurve der Gastgeber zeigt nach oben.

Zwanzig Jahre ist es her, seit Valon Berisha in Egersund an der südwestnorwegischen Küste als kleiner Knirps mit dem Fußballspielen anfing. In dem malerisch gelegenen Städtchen mit seinen 13000 Einwohnern kickte der Sohn kosovo-albanischer Eltern neun Jahre lang. Auch danach verlief die Karriere des drahtigen Mittelfeldakteurs recht geradlinig: Bis zu seiner Ausleihe von Lazio Rom an Fortuna Düsseldorf vor zwei Wochen spielte er nur noch für zwei weitere Klubs – für den norwegischen Erstligisten Viking Stavanger und in der österreichischen Bundesliga für RB Salzburg.

Mit beiden Trainern, deren Teams sich am Samstag im rheinischen Derby in Düsseldorf (18.30 Uhr/Sky) gegenüberstehen, hatte Berisha (27) in der Vergangenheit trotz seiner wenigen Stationen aber bereits zu tun: Der neue Fortuna-Coach Uwe Rösler holte den damals 16-jährigen Berisha von Egersund nach Stavanger. Und mit Gladbachs Trainer Marco Rose verbindet ihn ein gemeinsames Jahr in Salzburg.

Lob für Gladbach-Trainer Rose

„Er ist ein super Trainer, aber auch menschlich super. Er ist aus Österreich nach Deutschland gekommen, zum großen Bruder: Das muss man erst mal schaffen, das hat er richtig gut gemacht“, lobt der kosovarische Nationalspieler den gebürtigen Leipziger Rose.

Berisha selbst zeigte in seinen ersten zwei Bundesligaeinsätzen gegen Frankfurt und in Wolfsburg mit sehr aktivem, ausgesprochen kämpferischem, zugleich aber auch einfallsreichem Spiel, dass er dem Mittelfeld der abstiegsbedrohten Fortunen speziell in Kooperation mit dem Österreicher Kevin Stöger das dringend benötigte Tempo und eine erkennbare Linie geben kann.

„Als Spieler möchte ich immer den Unterschied machen, Verantwortung übernehmen und vorangehen“, betont der Neu-Düsseldorfer. Gladbachs Außenverteidiger Stefan Lainer – ebenfalls ein Weggefährte von Berisha in Salzburg – sagt: „Er ist ein guter Freund von mir. Und er macht Fortuna besser, setzt seine Mitspieler gut in Szene.“

Eine zunehmend wichtige Rolle nahm zuletzt auch Florian Neuhaus ein – bei Gladbach. Als die Borussen im März 2019, im Kampf um die Champions-League-Plätze ähnlich gut platziert wie jetzt, in Düsseldorf nach 16 Minuten mit 0:3 zurücklagen und am Ende 1:3 verloren, wurde der Ex-Fortune in der Halbzeitpause ausgewechselt. Damals hatte der technisch versierte Neuhaus, einer der Leistungsträger bei Fortunas Aufstieg vor zwei Jahren, in der Rückrunde bei Gladbach einige Probleme. Diesmal hingegen scheint der gebürtige Oberbayer gerade in der zweiten Saisonhälfte richtig Fahrt aufzunehmen.

Beim 3:1 gegen Mainz vor drei Wochen sorgte Neuhaus mit einem perfekten Heber aus knapp 40 Metern für die Entscheidung, bei der bislang letzten Partie der Rose-Elf in Leipzig (2:2) überzeugte er im Mittelfeld insbesondere durch das gute Zusammenspiel mit Jonas Hofmann. Das unter Rose umgemodelte Spielsystem der Borussia, in dem vor allem entscheidende Zweikämpfe auf keinen Fall verloren werden dürfen, faszinierte Neuhaus dabei von Beginn an so, dass er im vergangenen Sommer nach der U21-EM sogar seinen Urlaub verkürzte, um Roses Ideen möglichst früh zu verinnerlichen.

Neuhaus will Wiedergutmachung

Aktuell genießt der 22-Jährige seine neue Rolle im defensiven Mittelfeld. „Mein Spiel kommt auf der Sechs besser zur Geltung. Dort habe ich mehr Räume und bin auch mehr in den Spielaufbau eingebunden“, sagt Neuhaus, der in Düsseldorf wohnt und dort nun auf Wiedergutmachung für das vergangene Frühjahr aus ist. „Für mich ist es ein besonderes Spiel, weil ich viele alte Weggefährten wiedersehe“, sagt er. „Aber ich will das erste Mal in Düsseldorf als Gegner gewinnen.“

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