Bundesliga

Form-Check: So starten BVB, Schalke und Co. in die Rückrunde

Solide Vorbereitung: BVB-Kapitän Lucien Favre mit Marco Reus.

Solide Vorbereitung: BVB-Kapitän Lucien Favre mit Marco Reus.

Foto: Friso Gentsch / dpa

Essen.  Die Bundesliga absolvierte ihre Vorbereitung größtenteils in der Sonne. Auch die Top-Teams überstanden die Trainingslager nicht problemlos.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Am 17. Januar eröffnen der FC Schalke und Borussia Mönchengladbach die Rückrunde der Fußball-Bundesliga (20.30 Uhr/ZDF, DAZN). Wer wird Meister, wer qualifiziert sich für den Europapokal, wer steigt ab? Lange war die Liga nicht mehr so spannend wie in dieser Saison. Diese Redaktion macht vor den verbleibenden 17 Partien den Formcheck aller 18 Klubs nach der Winterpause.

1. RB Leipzig (37 Punkte)

Innenverteidiger Dayot Upamecano redet nicht lange um den heißen Brei herum. Die Leipziger peilen die Meisterschaft an. „Das ist das, was wir wollen“, sagte der Franzose dem Portal „t-online“. Den Grundstein legten die Sachsen mit einer starken Hinrunde. In der Vorbereitung absolvierte RB nur ein Testspiel (2:0 gegen VfL Osnabrück) - und das unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Die Defensiv-Spezialisten Diego Demme (SSC Neapel) und Marcelo Saracchi (Galatasary) hatten den Klub in der Winterpause verlassen. In der Abwehr wollte RB nachlegen, da Ibrahima Konate und Willi Orban noch ausfallen. Der Transfer von Benjamin Henrichs (AS Monaco) scheiterte jedoch. Erster Gegner: Union Berlin (Samstag, 18.30 Uhr)

2. Borussia Mönchengladbach (35 Punkte)

Die Elf von Trainer Marco Rose kam zum Ende der Vorbereitung immer besser in Schwung, besiegte den SC Freiburg in Testspielen zweimal mit 2:1. Kein Stammspieler ist verletzt, im Winter ist niemand gegangen. Besonders die Offensive um Alassane Plea und Kapitän Lars Stindl, der auf die „10“ zurückgezogen worden ist, sind in guter Form.

3. FC Bayern München (33 Punkte)

Die Vorbereitung des Rekordmeisters dominierte vor allem das Personalthema: Robert Lewandowski fiel länger aus als geplant, dazu haben Serge Gnabry und Kingsley Coman immer wieder mit Verletzungsproblemen zu kämpfen. Auch in der Abwehr sieht es nach der schweren Verletzung von Niklas Süle alles andere rosig aus. Trainer Hansi Flick forderte neues Personal. Bislang tat sich nichts, das Transferfenster schließt am 31. Januar. Für Hohn und Spott sorgte derweil die 2:5-Pleite im Testspiel gegen den 1. FC Nürnberg. Zum Rückrundenauftakt geht es am Sonntag zu Ex-Trainer Jürgen Klinsmann und Hertha BSC (15.30 Uhr/Sky).

4. Borussia Dortmund (30 Punkte)

Dortmunds Hoffnungsträger ist der norwegische Shootingstar Erling Braut Haaland, den der BVB per Ausstiegsklausel aus Salzburg holte. Neu im Profikader ist dazu U19-Talent Giovanni Reyna. Julian Weigl hat den Klub in Richtung Benfica Lissabon verlassen. Dass sich am Kader noch etwas ändern könnte, hat Sportdirektor Michael Zorc nicht ausgeschlossen. Spielerisch überzeugen konnte Borussia im Test gegen Feyenoord Rotterdam (4:2). Gegen Mainz 05 gab es eine 0:2-Niederlage, gegen Standard Lüttich ein torloses Remis. Die Dortmunder treten am Samstag beim FC Augsburg an (15.30 Uhr/Sky)

5. FC Schalke 04 (30 Punkte)

Die Königsblauen scheinen ihre starke Form ins neue Jahr gerettet zu haben. Das 4:0 über den Hamburger SV machte das triste 0:1 gegen Sint-Truidense wett. In den ersten Partien 2020 fehlt Keeper Alexander Nübel noch wegen einer Rot-Sperre. Ihn vertritt Markus Schubert. Ob der 21-Jährige auch nach Ablauf der Sperre im Tor stehen wird, hat Trainer David Wagner noch offen gelassen. Es könnte Unruhe drohen. Im Sturm hat Schalke hingegen mit Michael Gregoritsch (FC Augsburg) eine weitere Alternative. Dafür haben sich Steven Skrzybski (Düsseldorf) und Mark Uth (Köln) verleihen lassen.

6. Bayer Leverkusen (28 Punkte)

Neuzugang Exequiel Palacios muss die ersten drei Partien pausieren. Er sah im letzten Spiel für seinen Ex-Klub River Plate die Rote Karte. Hoffnungsträger im Rennen um die Europapokal-Plätze ist Top-Talent Kai Havertz, der in der Hinrunde nicht immer an das hohe Niveau aus der ersten Jahreshälfte anknüpfen konnte. Die Testspiele liefen durchwachsen: Einem 3:4 gegen den FC Utrecht folgte ein 3:2-Erfolg über den FC St. Gallen. Zum Abschluss des 18. Spieltags gastiert die Werkself beim Tabellenletzten SC Paderborn (18 Uhr/Sky).

7. TSG Hoffenheim (27 Punkte)

Oliver Baumann stellte die Verantwortlichen der TSG kurz vor dem Auftakt vor eine Herausforderung. Der Stammkeeper verletzte sich am Meniskus und fällt nun mehrere Monate aus. Von der Ersatzbank von Hannover 96 holte Hoffenheim Michael Esser. Der Ex-Bochumer hat gute Chancen auf einen Stammplatz. „Wir reagieren damit auf eine durchaus anspruchsvolle Situation auf der Torhüter-Position und haben dafür in Michael eine ideale Lösung gefunden“, sagt Manager Alexander Rosen. Neu ist Mittelstürmer Munas Dabbur (FC Sevilla). Kevin Vogt (Werder Bremen) und Lukas Rupp (Norwich City) haben den Verein verlassen. Beide Vorbereitungsspiele gingen verloren (2:3 gegen Feyenoord, 1:2 gegen ADO Den Haag).

8. SC Freiburg (26 Punkte)

Trainer Christian Streich kann zwei wichtige Rückkehrer begrüßen. Nationalspieler Luca Waldschmidt und Stammtorwart Alexander Schwolow sind wieder auf dem Platz. Die beiden 1:2-Testspielniederlagen gegen Gladbach lösen im beschaulichen Breisgau selbstverständlich keine Unruhen aus. Auftaktgegner ist am Samstag Mainz 05 (15.30 Uhr/Sky).

9. VfL Wolfsburg (24 Punkte)

Viel kommt in der Rückrunde auf Daniel Ginczek an. Der verletzungsgebeutelte Angreifer schuftete in Portugal, um wieder in Topform zu kommen. 18 Treffer hat der VfL in der Hinrunde erzielt - so wenig wie nur Fortuna Düsseldorf. Die Testspiele untermauerten die Bilanz: Gegen den FC Seoul erreichten die Wölfe gerade mal ein Remis (1:1), gegen Servette Genf unterlagen sie 1:2. Erster Gegner ist der 1. FC Köln (Samstag, 15.30 Uhr/Sky).

10. FC Augsburg (23 Punkte)

Die Schwaben hatten eine gute Phase im Herbst. An die gilt es anzuknüpfen. „Jetzt wollen wir zeigen, dass wir als Mannschaft ein Stück weiter sind, kompakter und geschlossener“, sagt Manager Stefan Reuter vor dem Duell mit seinem Ex-Klub Borussia Dortmund. Eduard Löwen kommt von Hertha BSC und soll das Mittelfeld verstärken. Vermisst wurde Torjäger Alfred Finnbogason, der vor der Rückkehr in den Kader steht.

11. Union Berlin (20 Punkte)

Die Berliner waren eine der Überraschungen der Hinrunde. Als Tabellenelfter steht der Aufsteiger sogar vor dem Stadtrivalen Hertha. Trainer Urs Fischer haderte nach dem 3:2 im Test gegen Ferencvaros Budapest ein ums andere Mal mit der Abwehr. Neuzugänge konnte Geschäftsführer Oliver Ruhnert nicht verkünden, dafür die Vertragsverlängerung mit Kapitän Christopher Trimmel bis 2021.

12. Hertha BSC (19 Punkte)

Die Alte Dame hadert mit ihrem Graue-Maus-Image. Granit Xhaka oder Mario Götze, viele prominente Namen sind in den vergangenen Wochen mit Hertha in Verbindung gebracht worden. So etwas kann man sonst vom Hauptstadt-Klub nicht. Mit Jürgen Klinsmann und den Millionen von Investor Lars Windhorst sollte sich das eigentlich ändern. Bislang kam nur Santiago Ascacibar vom VfB Stuttgart. Unter der Sonne Floridas gewann die Klinsmann-Elf einen Test gegen Eintracht Frankfurt mit 2:1, gegen Pogon Stettin gab es ein 1:0.

13. Eintracht Frankfurt (18 Punkte)

Besagte Frankfurter hatten wie die Herthaner hervorragende Bedingungen in den Staaten, aber auch Verletzungspech. Gelson Fernandes und Daichi Kamada fallen beide langfristig aus. „Es wäre fahrlässig, nicht über Transfers nachzudenken“, sagt Trainer Adi Hütter. Manager Fredi Bobic hat die Gedankenspiele bislang nicht in die Tat umsetzen können. Wichtig wäre das nicht nur für die Mehrfachbelastung. Im Februar steht das DFB-Pokal-Achtelfinale gegen Leipzig und in der Europa League das erste Duell mit Red Bull Salzburg an.

14. 1. FSV Mainz 05 (18 Punkte)

Achim Beierlorzer, erst seit Mitte November im Amt, absolvierte seine erste Vorbereitung als Mainz-Trainer. Offenbar erfolgreich. „Ich bin mit dem Trainingslager sehr zufrieden“, sagte Beierlorzer. Nur Edimilson Fernandes wird wochenlang ausfallen. Das sei der „einzige Wermutstropfen“ gewesen. Positiv überraschte Mainz beim 2:0-Sieg über den BVB.

15. 1. FC Köln (17 Punkte)

„In den letzten drei Spielen haben sie sich den Arsch gerettet, sonst wäre es richtig eng gewesen“, sagt Lukas Podolski. Den Weltmeister von 2014 hätten die Kölner gerne wieder im Verein, falls möglich sogar als Spieler. Bislang ist nicht geklärt, in welcher Funktion er zurück nach Köln kehren könnte. Dennoch dominierte das Thema die Winter-Vorbereitung. Da gerieten die schwachen sportlichen Auftritte in den Hintergrund: 1:2 gegen den RSC Charleroi, 2:2 gegen KV Mechelen, 1:1 gegen KRC Genk. Verstärkung musste her: Von Schalke 04 wechselt Mark Uth auf Leihbasis ins Rheinland.

16. Fortuna Düsseldorf (15 Punkte)

Nach seinem Kreuzbandriss ist Kevin Stöger wieder eine Option für Friedhelm Funkel und debütierte beim 2:3 gegen den FC Basel. Da gelang ihm bereits ein Assist. Schalke-Leihgabe Steven Skrzybski ist eine wichtige Ergänzung für die Offensive. Nach einer Traum-Saison ist die Fortuna zurück in der Realität. Die heißt gnadenloser Abstiegskampf. „Einige haben nach der letzten Saison angefangen zu träumen. Denen will ich am liebsten in den Hintern treten. Das ist keine Euphorie, das ist Größenwahn!“, sagte Funkel.

17. Werder Bremen (14 Punkte)

Defensivspezialist Kevin Vogt aus Hoffenheim soll die Verteidigung stabilisieren. Die Hinrunde war von vielen Verletzungsproblemen durchzogen. Der junge Trainer Florian Kohfeldt steht unter Druck. Immerhin gab der 3:1-Testspielsieg über Hannover 96 Selbstvertrauen. Die Partie am Samstag beim Tabellennachbarn Fortuna Düsseldorf ist zweifellos richtungsweisend (15.30 Uhr/Sky).

18. SC Paderborn (12 Punkte)

Steffen Baumgart hat für den Abstiegskampf Dennis Srebny zurück von Norwich City holen können. Ansonsten waren die Bedingungen nicht ideal: Während die Konkurrenz in der Sonne Südeuropas weilte, trainierte die Paderborner daheim in Ostwestfalen. Holten da aber drei Siege: 4:1 gegen die SF Lotte, 4:3 gegen den VfL Osnabrück und 1:0 gegen Hannover 96.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben