Bundesliga

Aufsteiger Paderborn muss auch zu Hause Lehrgeld bezahlen

Enttäuschung bei den Paderborn-Profis nach der Heimniederlage gegen Freiburg.

Enttäuschung bei den Paderborn-Profis nach der Heimniederlage gegen Freiburg.

Foto: Getty

Paderborn.  Der SC Paderborn muss weiter auf den ersten Punktgewinn in dieser Saison warten. Gegen den SC Freiburg unterlag der Aufsteiger mit 1:3 (1:2).

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Riesige Stimmung vor dem ersten Bundesliga-Heimspiel nach mehr als drei Jahren, ein perfekter Blitzstart in die Partie sowie ein deutliches Chancenübergewicht – und trotzdem sprang für den SC Paderborn gegen den SC Freiburg am Samstag nicht mehr als ein 1:3 (1:2) heraus. Woran es lag? Der Aufsteiger ließ vor lautstarken 14.322 Zuschauern zu viele eigene Tormöglichkeiten ungenutzt – und bekam auf der anderen Seite die unheimliche Effektivität der Freiburger zu spüren, die schon gegen Mainz aus fast jeder Chance ein Tor machten.

Von Beginn an ließen jedoch die Hausherren keinen Zweifel daran, dass die kleine Serie von zwei ungeschlagenen Erstliga-Spielen gegen die Breisgauer ausgebaut werden sollte. 122 Sekunden waren erst gespielt, als die kultige SCP-Torhymne „Hermann Löns, die Heide brennt“ erstmals erklang. Der pfeilschnelle Streli Mamba hatte einen unwiderstehlichen Antritt hingelegt und dann die Kugel ganz genau flach am SCF-Keeper Alexander Schwolow vorbei ins Tor gelegt. Und weiter rollte der Paderborner Express Richtung Gästetor. Doch erneut Mamba (9.) als auch Sven Michel (16.) agierten wenige Meter vor dem Kasten zu zögerlich und ihre Möglichkeit verpuffen, Christopher Antwi-Adjej traf aus spitzem Winkel nur das Außennetz (17.).

Auf der anderen Seite war Christian Strohdieck in einen Ball von Christian Günter geflogen – allerdings so, dass er die Kugel an den Arm bekam und Schiedsrichter Tobias Welz nichts anderes übrig geblieben war, als auf Handelfmeter zu entscheiden (20.). Freiburgs U21-Shootingstar Luca Waldschmidt verwandelte beherzt (21.) zum Ausgleich. Paderborn ließ sich nicht schocken, blieb spielbestimmend und auch defensiv griffig. Die Beste Möglichkeit zur erneuten Führung hatte nach 38 Minuten Verteidiger Uwe Hünemeier, der bei seinem Kopfball jedoch nur den Außenpfosten traf.

Es folgte eine turbulente Schlussphase der ersten Hälfte. Nach einem langen Ball der Gäste bekam Strohdieck keinen Zugriff auf SCF-Stürmer Nils Petersen. Dieser ließ auch noch Paderborns Torwart Jannick Huth stehen und vollstreckte zur glücklichen 2:1-Führung. Nach einem Gondorf-Freistoß sorgte der Videobeweis für Verwirrung, Schiri Welz konnte aber kein Paderborner Handspiel erkennen (43.). Der nächste Pfiff hingegen brachte die Ostwestfalen auf die Palme. Bei einem Konter pfiff der Unparteiische den Paderborner Vorteil ab, SCP-Trainer Steffen Baumgart tobte – und sah als erster Bundesliga-Trainer Gelb (44.). Die letzte erwähnenswerte Szene in Halbzeit eins.

Paderborn-Angreifer Antwi-Adjej verpasst den Ausgleich

Nach dem Seitenwechsel war das Spiel ausgeglichener und nicht mehr ganz so aufregend. Antwi-Adjej versuchte sich für die Westfalen mit einem Kopfball in aussichtsreicher Position (50.), Freiburgs Jonathan Schmid forderte auf der Gegenseite Huth mit einem Freistoß dessen ganzes Können ab (64.). Die Fans der Schwarz-Blauen hatten den Torschrei dann nach 70 Minuten noch einmal auf den Lippen: Nach scharfer Hereingabe von Antwi-Adjej verfehlte Jamilu Collins jedoch das Tor – Schwolow wäre schon geschlagen gewesen.

Die Partie wurde in der Schlussphase zerfahrener, genau das spielte dem SC Freiburg in die Karten, der durch den eingewechselten Changhoon Kwon sogar noch auf 3:1 erhöhte (90.) und nun überraschend an der Tabellenspitze mitmischt. Und der SC Paderborn? Der wird trotz zweier ärgerlicher Niederlagen so mutig weitermachen wie bisher. Nach dem Motto: Wer so spielt, muss bald Punkte holen. An der Chancenauswertung und der zu hohen Fehlerquote in der Abwehr gilt es jedoch zu arbeiten, sonst wird der Underdog wohl auch in Wolfsburg (Samstag, 31. August) leer ausgehen. Und sie wollen ja mehr als nur Komplimente bekommen im Fußball-Oberhaus.

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