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Die DEL startet in die Saison: Das müssen Sie wissen

Gute Laune bei Christian Ehrhoff: Der frühere NHL-Star und die Kölner Haie gehören zu den Play-off-Favoriten der neuen Eishockey-Saison.

Foto: dpa pa

Gute Laune bei Christian Ehrhoff: Der frühere NHL-Star und die Kölner Haie gehören zu den Play-off-Favoriten der neuen Eishockey-Saison. Foto: dpa pa

Mannheim.   Die DEL startet in die neue Saison und bestraft ab jetzt Schauspielerei. Wir erklären, welche Regeln neu sind und wie es um die Westklubs steht.

Die Deutsche Eishockey-Liga könnte zum Vorbild für den Profifußball werden. Mit der am Freitag beginnenden 24. Spielzeit führt die DEL eine Schwalbenliste ein. Spieler, die sich über nachweisbare Schauspieleinlagen auf dem Eis einen Vorteil verschaffen wollen, werden von der Liga registriert und im Wiederholungsfalle zur Kasse gebeten. Bei fünf Schwalben innerhalb einer Saison muss auch der Cheftrainer des betreffenden Akteurs eine Strafe bezahlen.

Die Idee zu der Liste entstand nach der vergangenen Saison beim Dinner der DEL-Teamkapitäne. „Auch die Manager und die Schiedsrichter haben sich dem Vorhaben angeschlossen“, betont Ligenleiter Gernot Tripcke, „alle Spiele werden durch Beobachter vor Ort unter die Lupe genommen. Ein Gremium aus vier Experten wird letztlich mit Hilfe von TV-Bildern entscheiden, ob eine Schwalbe vorliegt oder nicht.“

Der Ex-Iserlohn-Spieler und Schiedsrichter Lars Brüggemann wird sich als „Leiter Schiedsrichterwesen“, einem neuen Posten, mit dem Thema befassen. Was von der neuen Saison sonst noch zu erwarten ist? Eine Übersicht:

Die Favoriten

Titelverteidiger München will das Triple schaffen und hat sich dafür in Patrick Hager (Köln) den besten deutschen Mittelstürmer geangelt. Die Rolle des Widersachers wird Mannheim und den Kölner Haien, die zuletzt 2002 den Titel holten, zugetraut. Halbfinalist Nürnberg mit den neuen Verteidigern Tom Gilbert und Taylor Aronson zählt ebenso zu den Top 5 wie Wolfsburg. Die Grizzlys waren zuletzt zweimal Vizemeister.

Die Westklubs

Köln sollte sicherer Play-off-Kandidat sein. Die Düsseldorfer EG mit dem neuen Trainer Mike Pellegrims hat sich personell stark verändert. Der Belgier legt Wert auf offensives Spiel, hat vor allem den lahmenden Angriff verjüngt. Torjäger Jack Combs aus Bremerhaven (Vorjahr: 30 Treffer in 57 Spielen) soll die Iserlohn Roosters auf Trab bringen. Der Norweger Alexander Bonsaksen vom finnischen Meister Tappara Tampere stärkt die wackelige Abwehr. Die Krefeld Pinguine, Tabellenletzter der Vorsaison, gelten erneut als Außenseiter – trotz der deutschen Nationalspieler Daniel Pietta und Marcel Müller.

Die Stars

Christian Ehrhoff (Köln) ist mit 862 NHL-Einsätzen der erfahrenste Profi der DEL, gefolgt von Nürnbergs Steve Reinprecht (713) und Mannheims Marcel Goc (699). In Patrick Reimer (Nürnberg/305 Tore) und dem Ex-Iserlohner Michael Wolf (München/302) spielen die beiden besten Torschützen der DEL-Historie mit. „Auf die Liste schaue ich aber nicht“, sagten beide beim DEL-Media-Day in Mannheim – mit einem Augenzwinkern.

Die Trainer

Wieder zurück in der DEL ist Bill Stewart (59/Straubing). Der Kanadier gilt als bunt, aber auch launisch, sperrte seine Spieler nach Niederlagen schon mal über Nacht in der Kabine ein. Hinzu kommen in dieser Saison gleich zwei Ex-Bundestrainer: Pat Cortina bei Schwenningen und Uwe Krupp bei Berlin. Mannheims Sean Simpson hat schon die Schweiz betreut. Dauerbrenner ist Pavel Gross in Wolfsburg. Der Tscheche geht in seine achte Saison.

Neue Regeln

Neben der Schwalbenliste gibt es weitere Neuerungen. Schlittschuhtore sind ab sofort erlaubt, sofern keine eindeutige Kick-Bewegung des Schützen zu erkennen ist. Hoher Stock mit Verletzungsfolge wird nur noch bei erkennbarem Vorsatz mit einer Spieldauerstrafe geahndet. Ansonsten gibt es zweimal zwei Minuten Strafbank. Das Dauerthema Auf- und Abstiegsregelung bleibt ungelöst. DEL und die Zweite Liga streiten über den vereinbarten Kriterienkatalog. Ein Schiedsgericht soll entscheiden. Frühestens in der Saison 2018/19 werde sportlich ein Auf- und Absteiger ausgespielt.

Die Finanzen

München (12,5 Millionen Euro Jahresetat) und Mannheim (12,2,) laufen mit Hilfe von Red Bull und SAP vorne weg, gefolgt von Köln (11,5) und Berlin (11,2). Düsseldorf (8,5) ist Siebter, Iserlohn (6,4) Neunter, Krefeld (5,8) Elfter. Den kleinsten Etat weisen Straubing (5,4) und Bremerhaven (4,1) auf.

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