Volleyball

Die Volleyballer starten voller Sorgen in die neue Saison

Berliner Mauer: Titelträger BR Volleys sorgt sich um die Liga.

Berliner Mauer: Titelträger BR Volleys sorgt sich um die Liga.

Foto: City-Press GmbH / City-Press via Getty Images

Essen.  Die Erstligisten fürchten vor dem ersten Aufschlag um ihre Existenz: Jede Absage bedroht die Saison.

Unmittelbar vor dem Start der Volleyball-Bundesliga der Männer an diesem Wochenende häufen sich Nachrichten, wie sie in diesen Tagen der Corona-Krise üblich sind. Das Team des TSV Unterhaching muss in Quarantäne, ebenso die Nachwuchsvolleyballer des VC Olympia Berlin, die außer Konkurrenz in der 1. Liga antreten. Die Spiele dieser Teams fallen also erst einmal aus. Die Frankfurter United Volleys hatten noch Glück: Neuzugang Rodrigo Quiroga wurde nach seiner Ankunft aus Argentinien positiv getestet, bevor er Kontakt zur Mannschaft hatte. Er begab sich in Isolation, fehlt aber vorerst.

Die deutschen Volleyballer blicken mindestens sorgenvoll in die in die Zukunft: „Die Situation ist extrem angespannt und kann existenzbedrohend werden. Die Klubs gehen nicht nur mit einem organisatorischen und finanziellen Mehraufwand – etwa für die umfangreichen Hygienemaßnahmen – in die Saison, sondern auch mit der großen Unsicherheit, ob und wie ihre Spiele ausgetragen werden können“, beschreibt Michael Evers, Präsident der Volleyball-Bundesliga (VBL), die Gefühlslage.

Krisenworte verbreiten Schrecken

Bereits zu Beginn der Pandemie im Frühjahr hatten sich zwei Klubs wegen der Folgen der Corona-Krise aus der Bundesliga zurückgezogen. Viele Vereine kündigten Spielerverträge oder ließen sie auslaufen. Nach dem ersten Schreck versuchten sich im Sommer alle wieder in einer neuen Normalität. Wechselgerüchte und die Namen von Neuverpflichtungen machten die Runde. Es schien, als kehre der Sport in den Mittelpunkt zurück.

Der Supercup konnte vor Saisonstart noch gespielt werden, die Berlin Recycling Volleys siegten gegen Frankfurt. Nun aber macht sich Unruhe breit. Die Schlagworte „Inzidenzwerte“ und „Geisterspiele“ fallen immer wieder. Mit einer regulären Saison rechnet kaum einer.

Zuschauereinnahmen sind existenziell

Den Volleyballern geht es so wie vielen anderen Randsportarten: Zuschauereinnahmen tragen wesentlich zum Etat bei. Viele kleinere und regionale Sponsoren werden damit geködert, dass sie sich vor Zuschauern präsentieren und damit vor ihren Kunden profilieren können. Kaweh Nirohmand, Geschäftsführer des deutschen Meisters BR Volleys, ordnet es so ein: „Es geht jetzt um das Überleben unserer vielfältigen Sportlandschaft, des Volleyballs und unserer Vereine.“

Noch seien, so sagt VBL-Chef Evers, die „Etats für die laufende Saison gesichert“. Das gilt aber wohl nur, wenn die Saison zu Ende gespielt werden kann. Jedes Geisterspiel, jede Absage wird zur akuten Bedrohung. Ein erneuter Abbruch der Saison würde für manchen beteiligten Verein wohl mehr als das Saisonaus bedeuten. (mit dpa)

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