Kommentar

Bewegende Anteilnahme am Schicksal von Kristina Vogel

Kristina Vogel

Kristina Vogel

Foto: pa/dpa

Essen.  Kristina Vogel hat erstmals über ihren Unfall gesprochen. Auch, wenn es an dem Drama nichts Gutes gibt, hält ihr Interview Trost bereit.

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So schrecklich der Unfall war, den Kristina Vogel erlitt, so schlimm die Folgen für die Sportlerin sind, in dem Interview, das die Thüringerin jetzt gab, steckt viel Tröstliches.

Es ist zunächst einmal gut, dass Vogel den Zeitpunkt, an dem sie über ihre Querschnittslähmung spricht, selber bestimmen konnte. Die dazu in heutigen Zeiten notwendige Nachrichtensperre hat gehalten. Niemand erlag der Versuchung, Details über den mühsamen Weg zurück ins Leben zu verkaufen.

Man könnte einwenden, dass dieses Schweigen nur das Mindestmaß des Anstands beschreibt. Stimmt, aber da ist eben noch mehr: Die Anteilnahme im Umfeld, in Deutschland war sehr groß. Ausgerechnet in der Krise zeigen sich die Menschen einmal mehr von ihrer besseren Seite. Das reicht vom Mannschaftskollegen, der unmittelbar nach dem Unfall die Hand der Verletzten hält, über die Familie, die sie in der Reha unterstützt, bis hin zu Fremden, die für das Unfallopfer spenden.

Das bewegt auch Kristina Vogel, die in einem banal wirkenden und zugleich enorm eindringlichen Satz im Interview über diese Anteilnahme, über die Bedeutung, die sie für andere Menschen hat, sagt: „Blöd, dass man erst so einen Unfall haben muss, um das zu kapieren.“

So schrecklich der Unfall war, so sehr man ihn ungeschehen machen möchte: Die Reaktionen der Menschen, vor allem aber Kristina Vogels Umgang mit dem Trauma machen Mut.

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