WWF: Mehr Müll im Mittelmeer - Kritik an Plastikexporten

Plastikmüll liegt an einem Strand des Distrikts Keserwan nördlich der libanesischen Hauptstadt Beirut. Die Umweltschutzorganisation WWF warnt vor einem zunehmenden Anstieg von Plastikmüll im Mittelmeer.

Plastikmüll liegt an einem Strand des Distrikts Keserwan nördlich der libanesischen Hauptstadt Beirut. Die Umweltschutzorganisation WWF warnt vor einem zunehmenden Anstieg von Plastikmüll im Mittelmeer.

Foto: Marwan Naamani/dpa

Berlin.  Die Umweltorganisation warnt vor einem Anstieg von Plastikmüll im Mittelmeer. Pro Jahr gelange eine halbe Million Tonnen Plastik in den Ozean.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

"Das entspricht 33 800 Plastikflaschen pro Minute", teilten die Naturschützer am Freitag mit. Besonders betroffen seien beliebte Reiseziele wie Barcelona, Tel Aviv und die türkische Region Kilikien.

"Der Tourismus erhöht den Druck aufs Mittelmeer zusätzlich. Die kommunale Abfallentsorgung kann mit dem saisonal anwachsenden Müllaufkommen oft nicht mithalten", sagte Bernhard Bauske, Plastikmüll-Experte des WWF Deutschland. Zudem beklagt die Organisation einen steigenden Export von Plastikmüll aus Deutschland in die Türkei. Mehr als 50 000 Tonnen Kunststoffmüll habe die Bundesrepublik 2018 in die Türkei geschickt.

Natur zahlt den höchsten Preis

"Die Natur zahlt den höchsten Preis für die Verschmutzung des Mittelmeeres. Doch auch für die Wirtschaft wird die Plastikflut teuer", sagte Bauske. Die Kosten für den Müll im Meer lägen bei 641 Millionen Euro für Tourismus, Fischerei und maritime Wirtschaft. Doch nicht nur Touris auch Seehandel und die Fischerei seien Verursacher. 20 Prozent des Kunststoffmülls im Mittelmeer sind den Angaben der Naturschützer zufolge verlorene Ladung oder Fischereigerät.

Als China die Importe von Plastikmüll weitgehend gestoppt hat, seien zunächst Malaysia, Vietnam und Thailand in den Fokus gerückt, heißt es in einer im April veröffentlichten Analyse der Organisationen Greenpeace und Gaia. Nachdem diese Länder ihrerseits mit Beschränkungen reagiert hätten, sei mehr Abfall nach Indonesien und in die Türkei gegangen. Anfang 2018 hatte China die Importe von Kunststoffabfällen zum Recycling stark eingeschränkt. (dpa)

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben