Adenauerhaus bis Zahnradbahn

Höhepunkte im Siebengebirge

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Bad Honnef (dpa/tmn)  Das Siebengebirge bietet nicht nur traumhafte Rheinausblicke, sondern noch viele weitere Highlights. Etwa die älteste Zahnrad-Bergbahn oder kuriose Erfindungen eines Ex-Bundeskanzlers.

Er war Oberbürgermeister seiner Heimatstadt Köln, Bundeskanzler, Europäer und Rosenliebhaber: Konrad Adenauer.

Dass er auch ein Tüftler war, ist das eher wenig bekannte Kapitel im Leben des großen Staatsmannes, der über sechzig nützliche bis teils kuriose Erfindungen der Nachwelt hinterließ. Wer kennt schon das von Adenauer erfundene elektrisch beleuchtete Stopfei?

Insgesamt rund 9000 Exponate zeigt die Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus in einem modernen Schaugebäude unterhalb von Adenauers Wohnhaus und Terrassengarten mit Obstbäumen, Stauden und vor allem Rosen in Bad Honnef. In Haus und Garten gibt es Führungen.

Burg Drachenfels: Das Wahrzeichen des Gebirges

Wie ein hohler Zahn erhebt sich die Ruine der Burg Drachenfels auf dem 320 Meter hohen Gipfel: das Wahrzeichen des Siebengebirges. Um das Jahr 1140 errichtet, wurde die Burg im Dreißigjährigen Krieg 1634 zerstört und nicht wieder aufgebaut.

Der Sage nach stammt der Name von einem Drachen, der einst auf dem Berg über dem Rheintal gelebt haben soll - eine Geschichte voller Mythen und Geheimnisse. Der Drachenfels zählt mit über 500.000 Gästen pro Jahr zu den meistbesuchten Attraktionen des Siebengebirges.

Drachenfels: romantisches Schloss und Zahnradbahn

Von Königswinter windet sich über rund zwei Kilometer ein breiter Weg bis zum Gipfelplateau des Drachenfelsen hinauf. Wer den steilen Anstieg scheut, nutzt die Bahn. Sie verkehrt bereits seit 1883 und ist die älteste in Betrieb befindliche Zahnrad-Bergbahn Deutschlands. Eine Ausstellung in der Talstation berichtet von ihrer langen Geschichte.

Auch ein Schloss findet sich am Drachenfels. Stephan von Sarter (1833-1902) kam aus einfachen Verhältnissen, gelangte an der Börse zu Reichtum und ließ ab 1882 Schloss Drachenburg errichten: Mit Türmen und Türmchen im Stil der Neofrühgotik außen, im Innern mit Schnitzwerk, monumentalen Gemälden, edlen Tapeten und Buntverglasungen, umgeben vom Park mit altem Baumbestand und prachtvollen Rhododendren. Besonders Gästen aus den USA und Fernost gilt das Bauwerk als Inbegriff deutscher Rhein-Romantik.

Petersberg: Der Gipfel für Kaiser, Könige und Präsidenten

Viele Polit-Promis haben schon auf dem Petersberg im ehemaligen Gästehaus der Bundesregierung übernachtet, darunter Queen Elizabeth II., Kaiser Akihito von Japan, US-Präsident Bill Clinton mit Frau Hillary, Israels Staatspräsident Ezer Weizman und der sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow.

Das Gästehaus wurde schon 1892 als Hotel eröffnet und ist seit 1990 offen für jedermann - sofern der Bund es nicht gerade für Staatsgäste nutzt. Denn Eigentümer ist nach der Renovierung die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, der Bund hält den Nutzungsvorrang. 112 Gästezimmer, darunter neun Suiten und die Präsidentensuite mit 230 Quadratmetern, bietet das Grandhotel.

Oberdollendorf: Weiter nördlich wächst kein Wein am Rhein

Die Mönche von Kloster Heisterbach begründeten den Weinbau an Steilhängen des Siebengebirges. Heute führen vier Winzer diese Tradition fort. Zu den ältesten Betrieben zählt der von Familie Blöser, die seit 1796 in Oberdollendorf den Weinbau betreibt.

Überwiegend Riesling keltert Winzermeister Bernd Blöser, dazu noch Kerner, Müller-Thurgau, Traminer und den jungen, pilzwiderstandsfähigen Muscaris. «Für Riesling haben wir an den Steilhängen mit den Grauwacke-Böden ideale Bedingungen. Außerdem hält das Siebengebirge kalte Ostwinde aus dem Westerwald ab», sagt Seniorchef Josef Blöser.

Waidmannsruh: Nur zu Fuß geht es ins Gasthaus

In diesem Jahr feiern sie ein kleines Jubiläum: Seit 95 Jahren gibt es die Gaststätte Einkehrhaus Waidmannsruh, ein verwunschener Fleck inmitten uralter Eichen- und Buchenwälder. Waidmannsruh ist neben dem Gipfelhaus auf dem Großen Ölberg eines der ältesten Ausflugsgasthäuser im Siebengebirge.

Damals wie heute gilt: Nur zu Fuß (oder per Reitpferd) ist das Einkehrhaus erreichbar, für den Autoverkehr sind die schmalen Zufahrten gesperrt.

© dpa-infocom, dpa:220712-99-996522/4 (Von Bernd F. Meier, dpa)

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