Karneval

Zwei Unfälle mit Pferden bei Rosenmontagszügen

In Köln und Bonn gab es am Rosenmontag Unfälle mit Pferden. (Symbolbild)

In Köln und Bonn gab es am Rosenmontag Unfälle mit Pferden. (Symbolbild)

Foto: imago stock&people

Köln/Bonn.  Bei Rosenmontagszügen hat es Unfälle mit Pferden gegeben. Mehrere Menschen wurden verletzt. Tierschützer fordern ein Pferdeverbot beim Karneval.

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Gehören Pferde in einen Karnevalszug? In Köln haben die Tiere im Umzug seit Jahren Tradition. Tierschützer sehen das kritischund fordern ein Verbot. In diesem Jahr hat es am Rosenmontag zwei Unfälle mit Pferden gegeben.

In Köln kollabierte ein Pferd der Bürgerwehr Nippes. In Bonn gingen nach Angaben der Polizei zwei Pferde am Ende des Zuges durch. Dabei wurden zwei Menschen leicht verletzt und mussten im Krankenhaus behandelt werden. Zudem beschädigten die Tiere parkende Autos. Die beiden Tieren waren laut Polizei während des Zuges vor einen so genannten Bagagewagen, einer Art Kutsche, gespannt. Die Beamten haben Ermittlungen aufgenommen: Augenzeugen wollen gesehen haben, dass die Pferde geschlagen wurden und sich daraufhin erschreckt haben, teilte die Polizei am Dienstagmorgen mit.

Etwa 500 Pferde waren beim Rosenmontagszug in Köln

„Pferde sind Fluchttiere, die sehr sensibel auf Störungen von außen reagieren. Im Karneval haben sie nichts zu suchen“, hatte Edmund Haferbeck, Leiter der Wissenschafts- und Rechtsabteilung der Tierrechtsorganisation Peta, im Vorfeld gesagt. Trotzdem waren in Köln beim Rosenmontagszug wieder etwa 500 Pferde dabei. Eines der Pferde kollabierte am Nachmittag und sorgte dafür, dass der Zug für eine knappe Stunde unterbrochen werden musste.

Ein wesentlicher Kritikpunkt der Tierschützer ist, dass die Pferde mit Beruhigungsmitteln ruhig gestellt würden. „Dafür haben wir keine Beweise, aber dass die Pferde trotz des enormen Stress nicht ausscheren, ist unvorstellbar", sagt Haferbeck.

Auch der Tierschutzbund hatte im Vorfeld gewarnt: Ebenso wie Hunde seien auch Pferde in Karnevalsumzügen nervlich stark strapaziert. Die Tiere könnten nervös werden und Menschen am Straßenrand verletzen. Das Mitlaufen von Pferden in Umzügen sei daher bedenklich.

Im Netz wird das Thema derzeit heftig diskutiert. Eine Nutzerin kommentiert bei Facebook: "So schön wie es ist, aber die Tiere haben da nichts zu suchen. Einfach nur schlimm." - und bekommt dafür mehr als 4.000 Likes. Eine andere Nutzerin schreibt: "Tiere gehören nicht in einen Rosenmontagszug! Wann wird das endlich abgeschafft? Tierquälerei ist das!"

Polizei meldet weniger Vorfälle nach Rosenmontagszügen

Nach den großen Rosenmontagszügen in Düsseldorf und Köln haben die Karnevalisten am Abend und in der Nacht weitgehend friedlich weitergefeiert. "Natürlich gab es die typischen, alkoholbedingten Auseinandersetzungen, aber alles in allem war es ruhiger als im vergangenen Jahr", sagte ein Sprecher der Kölner Polizei am Dienstagmorgen.

Auch in Düsseldorf gab es nach Polizeiangaben zwar die üblichen Einsätze mit Betrunkenen, insgesamt hätten sich aber nur drei Menschen bei Rangeleien leicht verletzt. Es habe weniger Vorfälle als an Karneval 2016 gegeben. Eine genaue Bilanz werde noch erstellt.

Die Sicherheitsvorkehrungen in den Karnevalshochburgen waren in diesem Jahr verschärft worden. In Köln waren an Rosenmontag 1700 Polizisten im Einsatz, in Düsseldorf etwa 1000. Als Reaktion auf Terroranschläge wie in Berlin und Nizza durften keine Lastwagen in die Innenstädte fahren. (kawe/dpa)

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