Bombenentschärfungen

Zahl der Blindgänger-Funde in NRW ist 2017 stark gestiegen

2017 haben die Kampfmittelbeseitigungsdienste in NRW knapp 2000 Bomben geräumt.

Foto: Lutz von Staegmann

2017 haben die Kampfmittelbeseitigungsdienste in NRW knapp 2000 Bomben geräumt.

Düsseldorf.  In NRW wurden 2017 fast 2000 Blindgänger entdeckt und entschärft. Die Kampfmittelbeseitigung kostete das Land mehr als 19 Millionen Euro.

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Die Experten der Kampfmittelbeseitigungsdienste in NRW haben im vergangenen Jahr 1946 Bomben unschädlich gemacht. "Die Bombenfunde sind im vergangenen Jahr stark gestiegen", zog NRW-Innenminister Herbert Reul nun Bilanz. 2016 lag die Zahl noch bei 1392 Bomben. Reul: "Die Zahlen belegen, dass die Kampfmittelbeseitigung auch 73 Jahre nach Kriegsende noch von höchster Bedeutung ist". Der Grund liegt auf der Hand: Weil mehr gebaut wird, wird mehr gefunden. Die Zahl der entdeckten Weltkriegsbomben ist wegen zunehmender Baustellen deutlich gestiegen.

Während die Gesamtzahl der Blindgängerfunde gestiegen ist, sank die Zahl der Bomben mit 50 Kilogramm und mehr: Mit 217 Funden im Jahr 2017 war die Zahl im Vergleich zum Vorjahr rückläufig (238 Funde). Diese Bomben müssen aufgrund ihrer Sprengkraft meist direkt vor Ort entschärft oder kontrolliert gesprengt werden: "Auch wenn die Zahl im Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufig ist, lässt sich hier noch kein positiver Trend erkennen", betont der Minister.

Wieviele Blindgänger noch im Boden liegen, lässt sich nicht sagen

Wieviele Bomben genau im Zweiten Weltkrieg über NRW abgeworfen wurden, kann aber nur geschätzt werden. Fachleute gehen von rund 675.000 Tonnen Sprengstoff, die abgeworfen wurden, hinzu komme noch Munition durch die Kämpfe am Boden. "Wie viele davon beim Aufprall nicht detonierten und im Boden liegen, lässt sich kaum sagen. Die unsichtbare Gefahr bleibt daher bestehen", erklärt Herbert Reul.

Die weitere Bilanz: Neben Bomben wurden 2017 auch etliche Granaten, Minen und weitere Sprengmittel entschärft. Das Innenministerium spricht von 8938 Kampfmitteln, die gefunden und geräumt wurden. "Ein Riesenkompliment geht an die Spezialisten vor Ort, die unter Einsatz ihres Lebens dafür sorgen, dass die Gefahr von gestern nicht ein Unglück von heute wird", sagt Herbert Reul.

Aus dem Landeshaushalt wurden im vergangenen Jahr über 19 Millionen Euro für die Kampfmittelbeseitigung aufgewendet. (mawo)

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