Gedächtnistraining

So lernen Sie Vokabeln spielend

So funktioniert’s: Sich die englische Vokabel (pig) vorsprechen und damit ein lustiges Bild für das deutsche Wort (ein Schwein, das „pickt“) ausdenken. Gedächtnistrainer Oliver  Geisselhart nennt in einer fünfteiligen Serie exklusiv weitere 100 Beispiele zum Vokabellernen.

So funktioniert’s: Sich die englische Vokabel (pig) vorsprechen und damit ein lustiges Bild für das deutsche Wort (ein Schwein, das „pickt“) ausdenken. Gedächtnistrainer Oliver Geisselhart nennt in einer fünfteiligen Serie exklusiv weitere 100 Beispiele zum Vokabellernen.

Foto: WR/Franz Luthe

Dortmund.   Vokabeln zu lernen, macht Schülern meistens so viel Spaß wie das Schreiben von Mathearbeiten. Wie es anders geht, zeigt Gedächtnispapst Oliver Geisselhart in einer neuen WR-Serie. Garantiert unvergesslich!

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Keine Frage, dieses Foto schaut man sich genauer an. Ein fröhlicher Mann mit kleinem rosa Plastikschweinchen, das vor einigen Körnern sitzt, und dazu noch die Aufforderung: „Pick, Du Schwein!“ Verrückt, oder? Und irgendwie auch witzig, oder? Gut, wenn Sie das so empfinden. Damit haben Sie schon die erste Englisch-Vokabel gelernt, die Sie in Ihrem Leben nie wieder vergessen werden. Garantiert. „Das Schwein – pig“. Weil Sie von nun an immer dieses komische Bild im Kopf haben. Weil unser Gedächtnis nun mal lieber (und besser) Bilder speichert – und Sie damit herrlich andere Dinge verknüpfen können, die Sie sich merken möchten. Namen vielleicht, Zahlen, eine Einkaufsliste oder eben Englisch-Vokabeln.

Oliver Geisselhart, gebürtiger Schwabe, der in Dortmund lebt, ist preisgekrönter Erfinder dieser modernen Eselsbrücken-Taktik: Der 44-Jährige gilt bundesweit als „Gedächtnis-Papst“, war mit 16 Jahren jüngster Gedächtnistrainer und gewann dreimal den Veranstaltungs-Grandprix „Conga-Award“. Den Leserinnen und Lesern der Westfälischen Rundschau verrät er nun exklusiv seine neuesten Tipps. Und verspricht: Pro Stunde können Sie 100 und mehr Englisch-Vokabeln lernen...

Vokabeln "gehirngerecht" als Bild verknüpfen

„Die Methode ist so einfach wie genial“, beschreibt er. Jede Englischvokabel ist gehirngerecht als Bild mit ihrer Übersetzung verknüpft. Allein durch das Lesen und Vorstellen dieser meist sehr lustigen Szenen werden die Vokabeln spielend gelernt – „einfach, sicher, schnell, dauerhaft und mit Spaß“, ist Geisselhart überzeugt. Gemeinsam mit dem Diplom-Pädagogen Helmut Lange hat er nun ein Buch geschrieben, das 1500 fix und fertig gedächtnisgerecht verbilderte Englisch-Vokabeln zum Sofortlernen enthält.

Den Ausschlag dazu gaben letztendlich die zahlreichen Mitarbeiter- und Kundenvorträge und -seminare, für die der Dortmunder weltweit von Firmen aller Branchen gebucht wird: „Viele Teilnehmer haben mir hinterher gesagt, ihnen selbst falle leider nicht so etwas Verrücktes ein und das Lernen klappe besser, wenn ich die Bilder vorgebe“, erklärt der 44-Jährige. „Das ist so wie mit dem Essen heute: Das kocht man sich auch nicht gerne jeden Tag selbst, sondern geht lieber mal in ein nettes Restaurant.“

In diesem Fall beinhaltet das „Restaurant“ in Form des neuen Buches auf knapp 200 Seiten eine leicht verständliche Erklärung der Methode, Tipps zur Anwendung und zum eigenen Ausprobieren und auch eine alphabetisch geordnete Vokabelliste mit 1500 verbilderten Englisch-Vokabeln. Sein Titel: „Schieb das Schaf.“ Und schon das Umschlag-Bild, wie ein Mann ächzend ein Schaf mit der Aufschrift „sheep“ einen Berg hinaufschiebt, zeigt: Mit dem normalen Vokabellernen hat dies nichts zu tun. Nichts mit sturem, trockenen, stundenlangen Einpauken von Begriffen – sondern eher mit Kreativität und Spaß.

Denn mehr braucht man nicht, um neue Begriffe einer Fremdsprache zu lernen oder grundsätzlich sein Gehirn zu trainieren. „Unser Gedächtnis ist schon gut“, sagt Geisselhart. „Man muss es nur nutzen.“ Und sich einlassen auf Verrücktes, auf skurrile Bilder. „Die haften besser, weil sie Gefühle auslösen, die wiederum Dopamin freisetzen – das ist der Klebstoff, der im Gehirn dann alles zusammenhält.“

Seien Sie offen - für ALLES!

Bei der Handhabung des Wörterbuches gibt es daher nur eine einzige Voraussetzung: Seien Sie offen für ALLES! „Die Bilder, mit welchen die einzelnen Vokabeln gelernt werden, sollten einigermaßen passen“, erklärt Geisselhart. „Wenn sie dann noch absurd, lustig, brutal, bescheuert, übertrieben oder versaut sind, haften die Vokabeln richtig gut.“

In mehreren groß angelegten wissenschaftlichen Studien sei bewiesen worden, dass gerade Bilder beziehungsweise Bildverknüpfungen mit sexuellem Inhalt extrem gut behalten werden. „Also lassen Sie alle Bilder zu“, empfiehlt der Profi. „Stehen Sie sich bitte nicht durch Zensur selbst im Weg.“

Schließlich kann das Bild, das man sich selbst kreiert hat, sein persönliches Geheimnis bleiben! Auf Nachfrage verrät Geisselhart jedoch seine Lieblingsvokabeln – und demonstriert dabei gleichzeitig, dass die Methode auf alle Sprachen übertragbar ist. Wie etwa aufs Spanische. Beispiel „pamela“, der Strohhut oder Damenhut. Das Bild: Die Schauspielerin „Pamela“ Anderson trägt nichts außer einem Strohhut...

Geisselharts Lieblings-Bild im Englischen heißt übrigens salary increase (ausgesprochen „sälleri inkrihs“) – Gehaltserhöhung: Sein Bild: Bei jeder Gehaltserhöhung gibt es in der Kantine „Sellerie in Grieß“.

Eine Methode, um Alzheimer hinauszuschieben

Doch nicht nur der Schüler profitiert für den Unterricht oder der Rentner für die nächste Auslandsreise von diesem ungewöhnlichen Vokabellernen: „Wer sein Gedächtnis trainiert, kann Alzheimer vorbeugen beziehungsweise zumindest hinausschieben. Das ist ein weiteres großes Ziel, wenn ich diese Methode publik mache“, sagt Oliver Geisselhart. „Jedes neue Bild, das ich mir vorstelle, ist eine Herausforderung für mein Gedächtnis. Dadurch wird es trainiert. Und jedes Jahr, um das ich den Beginn von Alzheimer hinausschiebe, das ich mit einem guten Hirntraining schaffe, ist Lebensqualität pur.“

Was bleibt also jetzt noch zu tun, außer es selbst auszuprobieren?

Erklärung
Teil 1
Teil 2
Teil 3
Teil 4
Teil 5

In insgesamt fünf Teilen einer kleinen Serie werden 20 weitere Vokabeln folgen. Und zum Schluss werden Sie sich an die meisten der insgesamt 100 Vokabeln erinnern. Wetten? Doch bevor Sie sich darauf einlassen, überlegen Sie noch einmal kurz, was „Schwein“ auf Englisch heißt. Na sehen Sie...?!

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