Missbrauchsserie

Lügde: Ermittlungen gegen Eltern von Opfern wegen Beihilfe

Jahrelang sollen auf einem Campingplatz im ostwestfälischen Lügde Kinder missbraucht worden sein. Gegen drei Angeklagte läuft seit einigen Tagen der Prozess.

Jahrelang sollen auf einem Campingplatz im ostwestfälischen Lügde Kinder missbraucht worden sein. Gegen drei Angeklagte läuft seit einigen Tagen der Prozess.

Foto: Friso Gentsch / dpa

Lügde/Detmold.   Im Fall des jahrelangen Missbrauchs auf einem Campingplatz in Lügde stehen auch Eltern von Opfern im Fokus der Justiz. Es geht um Beihilfe.

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Gegen einige Eltern der Missbrauchsopfer, die im Prozess im Fall Lügde als Nebenklagevertreter auftreten, wird wegen Beihilfe zum sexuellen Missbrauch ermittelt. Das berichtet die „neue Westfälische“ aus Bielefeld in ihrer Online-Ausgabe. Unter den Verdächtigen ist demnach auch eine Mutter (40), deren heute 19-jährige Tochter gegen die Angeklagten Andreas V. und Heiko V. ausgesagt hatte. „Ich habe Andreas V. über eine Bekannte kennengelernt und meine beiden Töchter in den vergangenen Jahren regelmäßig über Tage und Wochenenden bei ihm auf dem Campingplatz untergebracht“, sagt die Mutter. Derzeit liefen gegen sie Ermittlungen wegen Beihilfe.

Außerdem ermitteln die Beamten gegen einen alleinerziehenden Vater wegen des Verdachts auf Beihilfe. Von seinen vier Kindern sollen drei Opfer des Missbrauchs geworden sein. Er soll die Kinder auf den Campingplatz geschickt haben, obwohl ihm die Vorwürfe gegen Andreas V. bekannt gewesen sein sollen.

Nach Informationen der „Neuen Westfälischen“ sollen einige Eltern bei einem Treffen mit den Beamten der Ermittlungskommission „Eichwald“ Missbrauchsandeutungen ihrer Kinder in den vergangenen Jahren eingeräumt haben, doch immer wieder damit argumentiert haben, dass ihnen sonst ja die „Wochenendbetreuung“ weggefallen wäre. (red)

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