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Abi gemacht - und nebenbei eine Firma gegründet

Richard (links, 25) und Maximilian (18) Kleeschulte aus Eversberg haben im Januar 2018 eine Social-Media-Agentur gegründet. Da war Maximilian gerade 18 geworden und stand kurz vor dem Abitur.

Richard (links, 25) und Maximilian (18) Kleeschulte aus Eversberg haben im Januar 2018 eine Social-Media-Agentur gegründet. Da war Maximilian gerade 18 geworden und stand kurz vor dem Abitur.

Foto: Ute Tolksdorf

Meschede.  Maximilian Kleeschulte aus Eversberg hat mit seinem Bruder eine Firma gegründet - als er Abi machte. Jetzt sind beide bundesweit im Geschäft.

Als seine Schulkollegen noch fürs Abi lernten, die Abschlusspartys und -fahrten planten und ein Großteil noch nicht wusste, was nach dem Abschluss kommt, war Maximilian Kleeschulte schon einen Schritt weiter: Im Januar 2018 gründete der Eversberger gemeinsam mit seinem älteren Bruder Richard eine eigene Marketing-Firma „kcm one“, die Kleeschulte Creative Manufacturing GbR. „Vorher ging es noch nicht“, sagt er und zuckt bedauernd mit den Schultern. „Ich war noch keine 18.“

Junge Menschen ansprechen

Doch gemeinsam gearbeitet haben die zwei schon länger. Richard, der 25 Jahre alt ist und seit 2012 in Paderborn Wirtschaftsingenieurwesen studiert, hatte bereits ein halbes Jahr vorher diese Arbeit auf rechtliche Füße gestellt und ein Einzelunternehmen gegründet. Der Schwerpunkt ist auch im neuen Unternehmen Social-Media-Marketing, also die Vermarktung von Produkten übers Internet, über Instagram, Twitter und Facebook.

In die Wiege gelegt wurde beiden dieses Unternehmertum allerdings nicht, wie beide mit einem Lachen versichern. „Beide Eltern sind Beamte.“ Eine Geschichte, mit der sie auch bei den Wirtschaftsjunioren, denen sie in Paderborn beigetreten sind, gern kokettieren, die aber trotzdem beim Start half. „Unser erstes Projekt war die Arbeit für ,DoktorJob‘“, erzählt Richard Kleeschulte.

„DoktorJob“ das erste Projekt

„DoktorJob“ ist ein Verein zur Förderung der ärztlichen Berufsausübung im

Hochsauerlandkreis, auch das Stipendium des Hochsauerlandkreises für angehende Mediziner wurde darüber initiiert. Motor des Ganzen: der Leiter des Kreis-Gesundheitsamtes Dr. Peter Kleeschulte, ihr Vater.

Er wollte vor allem junge Menschen ansprechen und daher auch in den Sozialen Medien werben. Maximilian und Richard Kleeschulte halfen ihm und sammelten dabei ihre ersten Erfahrungen. „Maximilian war da schon der Pfiffigere, was die technische Umsetzung am PC anging“, lobt Richard Kleeschulte.

„Vorankommen“-Kampagne der FDP

Und sein Bruder ergänzt: „Wir haben gemerkt, das macht Spaß, es gibt großen Bedarf und haben das Angebot ausgebaut.“ Dabei stellten sie fest: Viele etablierte Marketing-Firmen sind sehr fit, was ihren Bereich angeht, an Social Media wagten sie sich nicht heran. „Sie sind nicht so vertraut damit, nicht damit aufgewachsen wie wir. Aber sie verstehen ihr Handwerkszeug und wir haben viel von ihnen gelernt.“

Nach und nach kamen weitere Anfragen aus dem persönlichen Umfeld hinzu. So planten die beiden Eversberger die „Vorankommen“-Kampagne der Mescheder FDP, über die speziell junge Mitglieder zwischen 25 und 30 Jahren für die aktive Mitarbeit gewonnen werden sollten. Dazu Homepages für lokale Unternehmen und Präsentationen. Es läuft: „Aktuell sind wir in Gesprächen mit einem bundesweit tätigen Marktführer im Möbelvertrieb“, verrät Richard Kleeschulte.

Kein Konkurrenzkampf

Und wie klappt es zwischen den Brüdern? Die beiden sehen sich an und grinsen: „Super!“, betonen sie einmütig. „Wir haben uns trotz des Altersunterschieds immer schon gut verstanden und machen viel zusammen, auch in der Freizeit.“ Der Altersunterschied sei da vielleicht sogar eher ein Vorteil, meint Maximilian Kleeschulte. „Es gab keinen Konkurrenzkampf. Und ansonsten haben wir beide den gleichen Dickschädel, sind aber auf einer Wellenlinie.“

Zu eng allerdings muss es jetzt auch nicht werden. Maximilian hat gerade angefangen, ebenfalls in Paderborn zu studieren: Wirtschaftswissenschaften. „Zusammen zu wohnen, kam jedoch nicht in Frage“, sagt er. „Gerade, wenn man Social Media macht, ist die Gefahr sehr groß, dass man Freizeit und Arbeiten kaum noch trennt. Dann müssen wir nicht auch noch in der gemeinsamen Wohnung aufeinander hängen und ständig über den Job reden.“

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