Ernährung

Ernährungsexpertin: Darum sollten Kinder zweimal frühstücken

Die Aktion „Gesundes Pausenbrot“ will Kindern leckere Brote schmackhaft machen.

Die Aktion „Gesundes Pausenbrot“ will Kindern leckere Brote schmackhaft machen.

Bochum.   Brote, Salat, Obst, Gemüse: So kommen Kinder gut durch den Unterrichtstag. Von Schokoriegeln und süßem Brot raten Ernährungsexperten ab.

Morgens vor der Schule haben nicht alle Kinder Lust auf ein Frühstück. Manche haben keinen Appetit, weil es noch so früh ist. Für Prof. Dr. Mathilde Kersting vom Forschungsdepartment Kinderernährung (FKE) der Universitätskinderklinik Bochum ist das allerdings kein Grund zur Besorgnis. Sie empfiehlt Kindern ohnehin, zweimal zu frühstücken – einmal weniger, einmal mehr, je nachdem wann sie worauf Lust haben.

Manche Kinder haben keinen Appetit

„Kinder brauchen ein Frühstück. Am besten eins morgens zu Hause und eins in der Schule“, sagt die Ernährungsexpertin. „Wir sagen ,zweimal eins’. Wenn die Kinder morgens zu Hause keinen Appetit haben, reicht eine kleine Mahlzeit, zum Beispiel ein Glas Milch oder ein Becher Joghurt. Diese Kinder bekommen dann ein größeres Pausenbrot. Wenn Kinder aber zu Hause Müsli, Haferflocken oder eine Scheibe Brot mit Käse essen, bekommen sie ein kleineres Pausenbrot. So kann man diese beiden Gruppen von Frühstückern gut versorgen.“

Das Bochumer Institut empfiehlt die sogenannte „optimierte Mischkost“. Dahinter stehen drei zentrale Botschaften für die Lebensmittelauswahl: Reichlich Getränke und pflanzliche Lebensmittel, mäßig tierische Lebensmittel und auch Milch und sparsam fett- und zuckerreiche Lebensmittel.

Schokoriegel sind in der Schule tabu

Ein mit Salat und Käse belegtes Brot, dazu ein paar Stückchen Obst oder Paprika, einige Mini-Tomaten oder ein Stück Gurke sind ein Beispiel für eine ideal gefüllte Pausenbrot-Dose. Schokoriegel sind tabu. „Die gehören nicht in die Brotbox. Das sollte man nicht noch fördern“, findet Mathilde Kersting. „Die Regel ist: keine Süßigkeiten von zu Hause mitgeben, auch kein süßes Brot, weil in der Schule die Zähne nicht geputzt werden. Ein Nuss-Nougat-Brot oder Marmelade oder Honig sollte man zu Hause essen und danach die Zähne putzen, aber nicht in der Schule.“

Für Eltern, die im morgendlichen Stress keine Ruhe haben, ein ausgewogenes Pausenbrot zusammenzustellen, womöglich noch für mehrere Kinder, hat die Ernährungsexpertin einen Tipp: „Eltern können das Frühstück auch abends vorbereiten und in den Kühlschrank legen, am besten mit dem Kind gemeinsam.“

Äpfel, Tomaten, Paprika sind beliebt

Vollkornbrot ist empfehlenswert, aber auch gegen Mehrkornbrot oder eine Stulle mit einer dunklen und einer hellen Brotscheibe haben die Bochumer Experten nichts einzuwenden. Ihr Prinzip ist, alles nicht zu dogmatisch zu sehen, denn letztlich hilft alles Wissen über die optimale Ernährung nichts, wenn es sich als nicht praxistauglich erweist.

Zu den beliebtesten Obst- und Gemüsesorten bei Kindern zählen Äpfel, Tomaten, Paprika, Nektarinen und Pfirsiche – alles Lebensmittel, die sich gut in einer Brotdose unterbringen lassen. Je bunter, desto besser. Bei den Getränken ist Mathilde Kersting strikt: „Das Regelgetränk sollte Wasser sein.“ Kinder dürften zwar auch mal ein Glas Cola trinken, aber ungesüßte Getränke seien einfach am besten.

Gefährlicher Zuckerkonsum

Denn übermäßiger Zuckerkonsum führt zu Übergewicht, daher ist es auch keine gute Lösung, den Kindern morgens Geld für die Pause in die Hand zu drücken. Allzu oft werden die Euros dann am Schul-Kiosk doch eher in Schokoriegel als in gesunde Sandwiches oder Salat investiert.

>> BERATUNGSTELEFON KINDERERNÄHRUNG

Das Forschungsdepartment Kinderernährung (FKE) gehört seit 2017 zur Universitätskinderklinik Bochum. Oberstes Ziel ist die Förderung einer gesunden Ernährung von Kindern.

Jeden Montag von 9 bis 13 Uhr ist ein Beratungstelefon geschaltet. Unter der Telefonnummer 0234/509-2649 können Eltern Fragen zur Ernährung von Säuglingen, Kindern und Jugendlichen stellen. Sie bekommen praxisnahe Ratschläge für den Alltag.

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