Forschung

Uni Münster erhält neues Tierversuchslabor

In der neuen Einrichtung sollen Versuche ausschließlich an Mäusen durchgeführt werden.

In der neuen Einrichtung sollen Versuche ausschließlich an Mäusen durchgeführt werden.

Foto: Friso Gentsch / dpa

Münster.   Die Arbeiten am Neubau des Tierversuchslabors kosten rund 14 Millionen Euro. Er soll ab Juni bereitstehen. Kritik kommt von Tierschützern.

Bei der Universität Münster laufen die Arbeiten für ein neues, 14 Millionen Euro teures Tierversuchslabor. Es soll im Juni in Betrieb gehen und ausschließlich für Versuche an Mäusen dienen, wie ein Sprecher auf NRZ-Nachfrage erklärte. Bei den Versuche gehe es z. B. um Zeugungsprobleme und mögliche Heilung.

Der Neubau bietet Platz für die Haltung von etwa 10.000 bis 13.000 Tieren. An der Uni spricht man ausdrücklich von einer „Tierhaltung mit integriertem Labor“: „Der Neubau ersetzt drei bestehende Haltungen, die verteilt über das Gelände liegen.“ Für die Uni bedeute das einen hygienischen, aber auch einen großen Effizienzvorteil. Das Vorhaben habe nichts mit der illegalen Tierhaltung zu tun, die im vergangenen Jahr an der Uni Münster aufflog: „Die Vorarbeiten laufen schon viel länger.“

Zehn „Tierversuchshochburgen“ in NRW

Kritik kommt vom Verein „Ärzte gegen Tierversuche“: „Statt weiter öffentliche Gelder für neue Tierlabore zu verschwenden, müssen wir endlich auf innovative tierversuchsfreie Methoden umsteigen“, forderte Sprecherin Gaby Neumann und nannte beispielhaft Zellkulturen, Bevölkerungs- oder Patientenstudien und Multiorganchips. In Nordrhein-Westfalen kamen laut jüngsten Zahlen (2016) 470.367 Tiere bei Versuchen zum Einsatz – Platz 2 im Bundesvergleich. Münster ist neben u. a. Düsseldorf und Essen laut Verein eine der zehn „Tierversuchshochburgen“ in NRW.

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