Arbeit

Die Welt der Erlebnispädagogik: Neue Herausforderungen

Zukunftsrauschen: Die Outdoor-Spezialistin Leona Beste

Leona Beste, 22 Jahre, Studentin soziale Arbeit aus Küntrop zu ihrer Arbeit als Praktikantin beim Outdoor-Anbieter Mosaik am Sorpesee.

Leona Beste, 22 Jahre, Studentin soziale Arbeit aus Küntrop zu ihrer Arbeit als Praktikantin beim Outdoor-Anbieter Mosaik am Sorpesee.

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Die 22-jährige Leona Beste aus Küntrop arbeitet bei Mosaik am Sorpesee.

Die 22-jährige Leona Beste aus Küntrop arbeitet bei Mosaik am Sorpesee.

Foto: Matthias Schäfer

Langscheid.  Die Studentin Leona Beste (22) lernt beim Outdoor-Spezialisten „Mosaik“ die Welt der Erlebnispädagogik kennen und bekommt dabei neue Erfahrungen.

Entscheidet Euch bitte. Wer geht als nächster hoch?“ Diesen Satz sagt Leona Beste an diesem wunderschönen Herbsttag im Klettergarten an der Sorpe ziemlich häufig. Sie möchte nicht entscheiden. Das sollen die Schülerinnen und Schüler einer siebten Klasse aus dem Kreis Olpe in einem fairen Prozess schon selbst tun.

Schnell verständigen sich die Jungen und Mädchen mit Schubsern, Blicken und Zurufen. Und schon klettert der nächste den etwa acht Meter hohen Baumstamm hoch. Die Blicke der 22-Jährigen gehen zum Kletterer, wandern aber ständig zu den beiden Gruppen rechts und links an den Halteseilen. Ab und zu kommt dann ein ermahnendes „Gruppe blau! Fester!“ Und schon ist die Sicherung wieder straffer. Besonders dann, wenn der Kletterer die Spitze erreicht und von dort den Blick über den See genießt, aber auch kurz vor dem Abseilen. Dann ist höchste Konzentration angesagt, bis der Kletterer wieder festen Boden unter den Füßen hat.

Seit Juli im Team

Leona Beste macht ihr derzeitiger Job richtig Spaß. Sie ist seit Juli Praktikantin beim Outdoor-Zentrum „Mosaik“. Eigentlich studiert die junge Frau aus Küntrop Soziale Arbeit in Siegen. Vor dem dritten Semester stand aber zunächst ein Praktikum an: „Ich habe im Internet nach einem Unternehmen mit der Möglichkeit zur Erlebnispädagogik gesucht“, erzählt sie. Relativ schnell fand sie in Heimatnähe „Mosaik“.

Hier hat sie nun jeden Tag Kontakt mit Menschen, das war ihr besonders wichtig. „Mosaik“ bietet ihr derzeit täglich die ganze Bandbreite von Erlebnis in der Natur, und immer wieder neue Menschen: „Es ist wunderschön, hier am See zu arbeiten“, zieht sie eine Bilanz der ersten Wochen. Die Sicherung im Hochseilgarten hoch über dem Nordic-Ferienpark ist nur ein Aspekt. „Während wir hier mit drei Gruppen sind, ist eine andere mit unserem Experten im Wald und erlernt die Grundzüge des Bogenschießens“, berichtete Leona. Die Anforderungen sind jeden Tag anders: Heute Schulklasse, morgen eine Gruppe Auszubildender in den ersten Wochen, dann wieder Firmenmitarbeiter jeden Alters. „Interessant ist der Parcours, wenn bei unseren Team-Building-Veranstaltung alle gemeinsam einen Weg finden müssen, um weiterzukommen.“

Chance im Leben

Krass findet die junge Sauerländerin, was sie manchmal mit Gruppen aus der Stadt erlebt: „Die sind völlig verloren im Wald“, stellt sie fest. Aber dafür gibt es, wie im Hochseilgarten, Sicherungen. „Dort sind die Herausforderungen aber schon ganz schön hoch“, berichtet sie beim Gespräch nach dem Gruppenevent. Auch hier hat sie vor allem den ersten Kletterer in ihrer Gruppe mit viel Ruhe und Ausgeglichenheit, vor allem in der Stimme, überzeugen können, dass es ein Erlebnis ist und man keine Angst haben muss: „Siehst Du McDonalds?“, lenkt sie das 14-jährige Mädchen oben auf dem Baum ab. Und wenig später steht es ohne fremde Hilfe auf der Stammspitze.

Leona Beste sieht die Erlebnisse bei „Mosaik“ für alle als Chance im Leben: „Wann habe ich schon die Möglichkeit als Stadtkind ein Floß zu bauen?“ Denn als angehende Pädagogin weiß sie, was es bringt: „Ganz viel Selbsterfahrung. Mein Selbstbewusstsein steigt, ich bin stolz, diese Aufgabe gemeistert zu haben. Das gibt den Jugendlichen, aber auch den Erwachsenen, ordentlich Rückhalt.“

Da sie vorher keine Erfahrungen mit Kindern und Jugendlichen hatte, ist auch für sie vieles Neuland: „Es bringt aber Erfahrungen. Und mir etwas für meine weitere Zukunft.“ Wohin ihr Weg führen wird, weiß sie noch nicht: „Aber mit Menschen sollte es zu tun haben.“

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