Judo

WM-Start soll Szaundra Diedrich für Quälerei entschädigen

Szaundra Diedrich startet bei der WM.

Foto: Felix Heyder

Szaundra Diedrich startet bei der WM. Foto: Felix Heyder

Brilon/Köln.   Comeback, die Zweite! Szaundra Diedrich kehrt nach einer mehrwöchigen Pause zurück auf die Judo-Matte. Was die Brilonerin besonders motiviert.

Szaundra Diedrich lässt nicht die geringsten Zweifel aufkommen: Bei der Judo-WM, die vom 28. August bis zum 3. September in Budapest (Ungarn) stattfindet, will sie nicht nur dabei sein, sondern angreifen. Am liebsten in Richtung der Medaillenplätze. Mit einem Voll-motiviert-Smiley und einem angewinkelten Arm, bei dem der Oberarmmuskel hervorsticht, garnierte sie deshalb ihren jüngsten Facebook-Beitrag. „Der Deutsche Judo-Bund hat mich zur #JudoWorlds2017 nominiert!“, steht dort – und: „Attacke.“

Dass der Name der 24-jährigen Brilonerin, die für den JC Bushido Köln startet und seit einigen Jahren die Domstadt als Wahl-Heimat auserkoren hat, auf der Nominierungsliste für die WM in der Klasse bis 70 Kilogramm auftauchen würde, war für Szaundra Diedrich selbst keine Überraschung. „Es war mit den Trainern abgesprochen, dass ich den Saison-Höhepunkt mitmache“, sagt sie im Gespräch mit der Westfalenpost. Bereits vor Monaten fiel diese Entscheidung, um ihr nach ihrem Comeback Ende des vergangenen Jahres nach einer über einjährigen Wettkampfpause aufgrund einer schweren Knieverletzung ein wenig den Druck zu nehmen. „Das war ein starkes Signal“, erklärt Diedrich.

EM-Aus in Runde zwei

An dieser Entscheidung rüttelten Trainer und Verband auch nicht, als sich die Sauerländerin bei der Europameisterschaft im April dieses Jahres erneut verletzte. Statt sich wie vorgenommen zurück in die Weltspitze zu kämpfen, musste Diedrich eine sechswöchige Sportpause einlegen. „Es ist ein kleines Stück vom Oberarmkopf abgebrochen“, erklärte sie nach einem unglücklichen Sturz auf die Schulter bereits in der ersten EM-Runde. Den Auftaktkampf hatte Diedrich trotzdem noch gewonnen, ehe sie gehandicapt in Runde zwei das Aus ereilte.

Also: Comeback, die Zweite!

„Wir waren zuletzt vier Wochen zu einem Konditions-Trainingslager in Spanien“, erzählt die Sportsoldatin, „und am Ende haben wir auch ein bisschen Judo gemacht.“ Ernst wird es für sie am Wochenende, wenn sie beim World Cup in Minsk/Weißrussland auf die Matte zurückkehrt und sich erweisen muss, ob die Verletzung ausgeheilt ist. „Manchmal habe ich noch Schmerzen, aber es geht“, sagt Szaundra Diedrich. Im Fall der Fälle wäre zwischen World Cup und WM außerdem genug Zeit, medizinisch zu reagieren.

Bei der WM: Attacke!

Doch daran denkt die Brilonerin jetzt nicht. Sie möchte zur WM, die ihre zweite bei den Senioren wäre. „Bei meiner WM-Premiere sind wir mit dem Team auf Platz drei gelandet, aber im Einzel bin ich in der ersten Runde rausgeflogen“, sagt sie. „Es kann also auch unter diesem Gesichtspunkt nur besser werden.“

Attacke.

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