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Volksbank Südwestfalen dünnt Filialnetz aus

Die Volksbank in Südwestfalen dünnt ihr Filialnetz aus. Elf Standorte werden zu Selbstbedienungs-Filialen.

Die Volksbank in Südwestfalen dünnt ihr Filialnetz aus. Elf Standorte werden zu Selbstbedienungs-Filialen.

Foto: Steffen Schwab / archiv

Siegen/Lüdenscheid.   Von 39 Filialen werden elf Standorte zu reinen SB-Anlaufstationen. Die Begründung: Immer mehr Kunden machen Online-Banking.

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Die Volksbank in Südwestfalen dünnt ihr Filialnetz kräftig aus: Von 39 Filialen sollen bereits zum 29. Juli elf Standorte geschlossen und in reine Selbstbedienungsstationen umgewandelt werden. Betriebsbedingte Kündigungen soll es nicht geben. Als Grund für die Einschnitte im Filialnetz nennt das Unternehmen die „seit Jahren andauernde Niedrig- und Nullzinsphase“, aber auch die zunehmende Digitalisierung und damit das Online-Bankings der Kunden.

Über die Veränderungen informierten Geschäftsführung und Aufsichtsrat am Dienstagabend die Vertreterversammlung, die in der Stadthalle Meinerzhagen stattfand. Die Kunden erhalten die Informationen dieser Tage per Post.

Trotz guter Geschäftszahlen - die Bilanzsumme erreichte 3,6 Milliarden Euro; die Dividende für die Mitglieder beträgt drei Prozent, was einer Ausschüttung von 1,2 Millionen Euro entspricht – und der erfolgreich durchgeführten Fusion könne „ein einfaches weiter so natürlich nicht funktionieren“, sagte Vorstandssprecher Michael Dommes. Das Geldinstitut müsse sich an die veränderten Marktbedingungen innerhalb der Niedrig- und negativer EZB-Einlagenzinsen und der gestiegenen regulatorischen Anforderungen anpassen. Zudem seien auch die Kunden „technologisch zusehends mobiler“, so Dommes: 59 Prozent der Menschen in Deutschland nutzten das Online-Banking für ihre Geldgeschäfte. Zugleich seien im vergangenen Jahr erstmals mehr Zahlungsgeschäfte per Karte statt bar abgewickelt worden. Ein Trend, der sich auch Südwestfalen niederschlage.

Nur zwei oder drei Kunden pro Stunde

Kleine Filialen, die im Schnitt nur von zwei oder drei Kunden pro Stunde aufgesucht würden, könnten nicht mehr kostendeckend geführt werden. Daher sollen insgesamt elf Filialen in SB-Standorte mit Geldautomat und Kontoauszugsdrucker umgewandelt werden. Von den elf Filialen liegen drei im Märkischen Kreis, eine im Oberbergischen Kreis und sieben im Siegerland.

Betriebsbedingte Kündigungen soll es nicht geben, bestätigte ein Sprecher des Unternehmens auf unsere Nachfrage. Die Mitarbeiter/innen aus den elf Filialen, die ab August nur noch SB-Standorte sind, sollen in den jeweils nächstgelegenen Filialen die dortigen Teams verstärken. Das Ziel des Unternehmens: Die Beratung solle an diesen Standorten verbessert werden; die Standorte werden zu „neuen Beratungsfilialen“.

Der größte Teil der Kundenkredite entfalle auf das Firmenkundengeschäft, berichtete Co-Vorstandssprecher Norbert Kaufmann. „In Bezug auf die Bilanzsumme sind wir auf Platz zwei der südwestfälischen Kreditinstitute“, stellte Kaufmann heraus.

Fusion zur größten regionalen Volksbank

Die Volksbank in Südwestfalen ist aus der Fusion der Bankhäuser Volksbank Siegerland und Volksbank im Märkischen Kreis hervorgegangen; das Unternehmen ist nach eigenen Angaben die größte regionale Volksbank in Südwestfalen.

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