Unwetter

Stark- und Dauerregen: Tief „Axel“ setzt NRW unter Wasser

Regenschirm nicht vergessen: Bis zum Nachmittag muss in Teilen von Nordrhein-Westfalen weiter mit Niederschlag gerechnet werden.

Regenschirm nicht vergessen: Bis zum Nachmittag muss in Teilen von Nordrhein-Westfalen weiter mit Niederschlag gerechnet werden.

Foto: Horst Ossinger

Essen.   Tief „Axel“ hat NRW in den vergangenen Stunden viel Regen beschert. Besonders betroffen: Ost- und Südwestfalen. Nachmittags soll’s besser werden.

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Das Wettertief „Axel“ sorgt in Nordrhein-Westfalen für starke Regenfälle. Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte, wütete das Unwetter besonders in Ostwestfalen. Auf der A44 kam es nachts gleich zu mehreren Unfällen. Laut der Polizei in Bielefeld gerieten auf der Autobahn einige Fahrzeuge wegen des Starkregens ins Schleudern. Dabei wurde eine Person leicht verletzt.

Besonders stark betroffen waren nach Angaben der Polizei Teile von Detmold. Bereits am frühen Montagabend musste die Feuerwehr zu rund 25 Einsätzen ausrücken. Vollgelaufene Keller und überschwemmte Straßen waren der Hauptgrund für die Einsätze. Auch am Dienstagmorgen waren laut einem Polizeisprecher im Kreis Lippe noch 15 Straßen gesperrt. Dort hatte die Feuerwehr mehrere Straßen von Schlamm befreit, sagte der Sprecher am Dienstagmorgen. Nun werde neue Erde angespült.

Heftiger Starkregen bis zum Mittag angesagt

Auch in Brilon fiel starker Regen. Insgesamt 65 Liter pro Quadratemeter Wasser fielen in neun Stunden. Bielefeld kam etwas besser davon; dort fielen in der Nacht nur rund 30 Liter Wasser pro Quadratmeter vom Himmel.

Der Deutsche Wetterdienst rechnet in Nordrhein-Westfalen bis zum Dienstagmittag weiterhin mit teils heftigem Starkregen. In Ostwestfalen sei mit einzelnen Gewittern, Hagel und starken bis stürmischen Böen zu rechnen. Dort und auch im Sauerland sei bis zum Nachmittag noch mit Dauerregen zu rechnen. Danach ziehe die Front weiter nach Südosten.

Berlin ruft Ausnahmezustand aus

Tief „Axel“ sorgt seit Montag in ganz Deutschland für Stark- und Dauerregen. Über Berlin war am Abend ein kurzes, aber heftiges Gewitter hinweggezogen. Die Feuerwehr rückte zu 180 Einsätzen aus, es blieb aber bei kleineren Schäden, wie ein Sprecher am Abend sagte. Wegen der zahlreichen Anrufe rief die Behörde den Ausnahmezustand aus. Das bedeutet, dass Einsätze je nach Wichtigkeit bearbeitet werden, nicht nach der Zeit der eingehenden Notrufe. Am späten Abend wurde der Ausnahmezustand wieder aufgehoben.

Im niedersächsischen Helmstedt musste ein Krankenhaus wegen eines Wasserschadens evakuiert werden. Die „Mitteldeutsche Zeitung“ berichtete, dass eine Decke des Helios-Klinikums eingestürzt sei, nachdem sich auf dem Dach wegen eines verstopften Fallrohrs Regenwasser gestaut hatte. Weiter nördlich in Deutschland beschäftigten vor allem Blitzschläge die Einsatzkräfte. In Mecklenburg-Vorpommern steckten Blitze auf der Ostseeinsel Rügen und in der Gemeinde Gnevkow jeweils ein Reetdach in Brand. Beide Häuser waren nach dem Feuer unbewohnbar.

Tief „Axel“ zieht über das ganze Land

In Baden-Württemberg löste die Stadt Wangen im Allgäu Hochwasseralarm aus. Der Fluss Obere Argen, der durch die Stadt fließt, habe den Auslösepegel für den Alarm von 2,30 Metern um 1.30 Uhr überschritten, sagte ein Sprecher der Stadt. Die Behörden setzten einen Hochwasser-Einsatzplan in Kraft, verteilten Sandsäcke und richteten ein Bürgertelefon sowie einen Liveticker ein.

Die A4 zwischen Herleshausen in Hessen und Gerstungen in Thüringen musste in einer Richtung wegen überfluteter Fahrbahn gesperrt werden, wie die Polizei Fulda mitteilte. Der Verkehr staute sich auf einer Länge von zwei Kilometern. Wie lange die Sperrung andauern sollte, war zunächst unklar. Im hessischen Eschwege standen am Montagabend zwischenzeitlich mehrere Straßen unter Wasser. (dpa/red)

So sagen Meteorologen das Wetter voraus
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