Nachhaltigkeit

Selbsttest eine Woche ohne Plastik: Gescheitert an mir

Eine Verkäuferin befüllt eine Dose mit Fleisch in einem Supermarkt (Archivfoto).

Eine Verkäuferin befüllt eine Dose mit Fleisch in einem Supermarkt (Archivfoto).

Foto: Lena Reichmann / FUNKE Foto Services

Hagen.  Ein Selbsttest im Rahmen unserer Nachhaltigkeits-Serie „Bin eben kurz die Welt retten“. Eine Woche ohne Plastik leben. Scheitern inklusive.

Dass dies eine Herausforderung wird, ahne ich vorher nicht. Aber so ist es: eine Woche ohne Plastik. Kein Problem, denke ich. Aber so leicht ist das nicht. Denn die Fragen tauchen erst nach und nach auf.

Also: rein in den handelsüblichen Supermarkt. Plastikdosen zum Abfüllen dabei, Einkaufskorb mitgenommen. Alles tutti. Mal sehen, wie weit ich komme. Nicht sehr weit.

Vorschrift ist Vorschrift

Denn Plastik ist fast überall. Immer. Nur mit Glück bekomme ich den Naturjoghurt noch im Glas. Es ist das letzte, ganz nach hinten gerutscht im Kühlregal. Aber die kleine Portion Lachs? Gibt‘s nur in Folie. Das Tomatenmark? In der Tube. Die Croissants für den nächsten Morgen? In Plastik und Alu. Ganz verzichten? Oder den Müll wenigstens im Laden lassen?

Interessant ist das Prozedere an der Käse- und Wursttheke, weil das eine Art Quarantäne-Übergabe ist. Sein eigenes Döschen stellt man auf ein Tablett, das die Verkäuferin an sich nimmt. Folie wickelt sie trotzdem um die Ware. „Hygiene-Vorschrift“, sagt sie und zuckt mit den Schultern. Edeka ist da weiter: Wurst und Käse gibt’s gänzlich plastiklos. In manchen Filialen steht sogar ein Automat, an dem man sich frische Milch in eine Pfandflasche abfüllen kann. Aufladbare Kundenkarte inklusive. Muh-to-go heißt das.

Unverpacktladen? Der Markt!

Der nächste Unverpacktläden ist in Witten, in Siegen soll einer entstehen. In Hagen gibt’s das nicht. Wobei, eigentlich doch: nennt sich Markt. Da kann man sich alles frisch in die eigenen Tüten packen lassen, wenn man es früh genug bei der Bestellung sagt. Voraussetzung natürlich: man hat die richtigen Utensilien dabei. Am besten immer.

Daran scheitere ich: Die Mittagspausensuppe beim Metzger will ich mitnehmen. Thermogefäß? Nicht dabei. Deswegen kriege ich Plastik. Mehr als ich sollte.

Als vierköpfige Familie kamen wir in den zurückliegenden beiden Monaten auf rund drei bis vier prall gefüllte Säcke Verpackungsmüll. Nach meiner Testwoche habe ich allein schon einen halben Sack voll. Das geht besser. Mit Organisation und Struktur.

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