Serie Öko? Logisch!

Sauerland-Seife kommt aus Mini-Manufaktur in Hagen

Einblick in die Mini-Manufaktur: Sonja Schulte stellt auf ökologischer Basis „Sauerland-Seifen“ her.

Einblick in die Mini-Manufaktur: Sonja Schulte stellt auf ökologischer Basis „Sauerland-Seifen“ her.

Foto: Morris Willner

Hagen.   Sonja Schulte aus Hagen stellt in einer Mini-Manufaktur „Sauerland-Seifen“ her – zwar ohne Biosiegel, aber nur mit natürlichen Zusätzen.

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Viel Platz braucht Sonja Schulte nicht, um ihr Glück am Stück herzustellen. Das dunkelrot gestrichene Blockhäuschen, eingerahmt von alten Obstbäumen und frei laufenden Hühnern, misst gerade einmal neun Quadratmeter.

Eine Mini-Manufaktur in einem Garten im Hagener Ortsteil Elsey, im Schatten des Turms der evangelischen Kirche. Sonja Schulte produziert dort die Sauerland-Seifen. Eine Arbeit, die als Freundschaftsdienst begann und inzwischen zum Beruf geworden ist. Und zur Berufung.

Sauerland-Seife ist nicht als Souvenir für Touristen gedacht

Die Luft in dem Gartenhäuschen hat, wie gerade auch die Äpfel­bäume vor der Tür, schwer zu ­tragen. Es ist ein intensiver Duft, der den Besucher empfängt. Tief, schwer, aber auch mit hellen und frischen Noten. Vor allem ist er eines: nicht unangenehm, im Gegenteil. Er strömt aus vom ­„Lennewirbel“, vom „Honigblümchen“ und dem „Morgentau“ – Seifen­stücke, die Sonja Schulte herstellt.

Die Sauerland-Seifen. Weniger als touristisches Souvenir gedacht, sondern für die tägliche Körperpflege. „Ich verkaufe sie, weil sie wirklich gut sind“, sagt Sonja Schulte – und klingt dabei so gar nicht wie eine Marketingfachfrau, sondern unbekümmert überzeugt.

Zusätze entscheiden über Charakter der Seife

Am Anfang der sauberen Sache steht der Seifenleim: Sonja Schulte mischt dazu Natronlauge und Wasser, Tee, Milch oder Säfte mit Fetten wie Olivenöl, Kokosfett oder Kakaobutter. Keinesfalls mit Palmöl. Aus Umweltgründen. Jetzt kommt die rührende Beschäftigung: Der Seifenleim muss gut durchmischt werden. Zwar hilft ein Pürierstab, aber es bleibt – Handarbeit.

Über Farbe, Festigkeit und Charakter der Seifen entscheiden die Zusätze: ätherische Öle oder Essenzen. Rosmarin, Lavendel, Melisse, Zitronengras, Rose oder auch Kaffee und Grapefruit. „Kopf- und Herznote gibt es auch bei Seifen“, sagt Sonja Schulte und berichtet: „Was zusammenpasst, dafür entwickelt man ein Gefühl“.

Zum Einsatz kommen natür­liche Produkte, nicht unbedingt mit Biosiegel. Der griechische Kleinbauer, von der Sonja Schulte das Olivenöl bezieht, „kann sich eine Bio-Zertifizierung schlicht nicht leisten“, erklärt sie; aber er arbeitet nach Biorichtlinien. Wichtig ist ihr Transparenz. Alle Inhaltsstoffe der Seifen sind nicht nur nach der Kennzeichnungspflicht genannt, sondern auch auf deutsch aufgeführt. Tenside oder Konservierungsstoffe finden sich dort nicht; sie verwendet Sonja Schulte nicht.

Filzseife und Badebomben

Herstellen, Verpacken, Online-Shop, Kunden-Akquise, Buchhaltung und bisweilen auch Auslieferung erledigt Sonja Schulte selbst. Ihre Seifen verkauft sie an Bioläden, Reformhäuser und Unverpacktläden bis nach Essen, Bochum und Düsseldorf. „Das Sauerland“, obwohl die Region Namensgeber für die Produkte ist, „ist bei den Verkaufsstellen noch weitgehend ein weißer Fleck“, berichtet Sonja Schulte. Hier ist sie meist selbst auf Wochenmärkten mit einem Stand vertreten. Oder, wie gerade am Wochenende, auf dem Mittelalter-Fest in Altena.

Die Nachfrage nach den Seifenstücken, der Filzseife („Da ist der Waschlappen gleich umgewickelt“), den Badebomben, der Shampooseife und dem Lippenbalsam erklärt sich Sonja Schule so: „Die Menschen fragen wieder nach regionalen und saisonalen Produkten.“ Diese Nachfrage bedienst auch sie offenbar mit ihrem „Glück am Stück“.

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