Skispringen

Welche Frage Stephan Leyhe nicht mehr hören kann

Stephan Leyhe (SC Willingen) ist beim Heim-Weltcup ein gefragter Mann.

Foto: Falk Blesken

Stephan Leyhe (SC Willingen) ist beim Heim-Weltcup ein gefragter Mann. Foto: Falk Blesken

Willingen.   Für Lokalmatador Stephan Leyhe verläuft der Heim-Weltcup durchwachsen. Im Duell mit Karl Geiger um einen Olympia-Platz bleibt es daher spannend.

Stephan Leyhe lächelte. Obwohl es ihm besonders in diesem Augenblick schwer fiel. Doch der Weltcup in Willingen ist für den 26-Jährigen eben ein besonderer, er ist sein Heim-Weltcup. Der Schwalefelder, der oft im Schatten deutscher Stars wie – des derzeit verletzten – Severin Freund, Richard Freitag oder Andreas Wellinger steht, ist an der Mühlenkopfschanze ein gefragter Mann.

Hier steht er parat für ein Selfie mit enthusiastischen Fans, da gibt er ein Autogramm auf eine deutsche Fahne oder ein schlichtes Programmheft. Anschließend folgt das x-te Interview zu seinen Gefühlen beim Weltcup daheim: Leyhe absolvierte diesen Marathon auch in diesem Jahr stets lächelnd.

Rang 16 und Rang 18

Tief in dem sympathischen jungen Mann sah es nach dem Einzelspringen am Samstag anders aus. „Natürlich bin ich enttäuscht, weil es besser hätte laufen können“, sagte der Sportsoldat.

Rang 16 mit Sprüngen auf 140 Meter und 131 Meter stellten ihn zum einen nicht zufrieden und waren zum anderen ein Rückschlag im Kampf um einen Einsatz bei den Olympischen Winterspielen in Südkorea.

Am Sonntagmittag lächelte Leyhe nach dem zweiten Einzelspringen in Willingen wieder – und wieder war seine Stimmung eigentlich eine andere. Rang 18 mit Sprüngen auf 138 und 122,5 Meter war trotz der schwierigen Bedingungen erneut nicht das Wunschergebnis.

„Stephan pendelt sich auf einem Niveau ein“, sagte Bundestrainer Werner Schuster über den Athleten des SC Willingen. Wie dessen Chancen auf einen Einsatz bei den Olympischen Winterspielen nun stehen? „Sicher ist, dass wir mit Richard Freitag und Andreas Wellinger springen.“

Nur Freitag und Wellinger gesetzt

Jeweils vier Einzelspringer darf Schuster in Pyeongchang auf die Normal- und die Großschanze schicken. Aus vier Springern besteht auch die Mannschaft für den Teamwettbewerb. Die Plätze neben Freitag und Wellinger vergibt der Coach offiziell vor Ort. Obwohl Schuster am Samstag in Willingen auch ein leichtes Fragezeichen hinter den Status von Markus Eisenbichler als Nummer drei setzte, gilt sein Einsatz bei Olympia als höchstwahrscheinlich. Besonders nach dessen sechstem Platz am Sonntag nach einem Einzelgespräch mit dem Coach.

Offen ist hingegen das interne Duell zwischen Stephan Leyhe und Karl Geiger um den jeweils vierten Platz. Geiger belegte in Willingen die Ränge 14 und 22. „Man muss auch die bisherigen Saisonleistungen sehen und Trainingssprünge stehen auch noch an“, sagte Werner Schuster lediglich.

Die Konstanz in den Sprüngen spricht für Leyhe. Ob er sich auch im Vorteil sieht oder ob Willingen eine Vorentscheidung brachte? „Ich kann die Frage nicht mehr...“, begann Stephan Leyhe seine Antwort und schaute für einen Moment extrem genervt – bevor er doch wieder lächelte.

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