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Köhlers Kampf: So will Spies eine Vorentscheidung erzwingen

Anna Köhler beim Weltcup in Winterberg.

Foto: Ralf Rottmann

Anna Köhler beim Weltcup in Winterberg. Foto: Ralf Rottmann

Winterberg.   Für Bobpilotin Anna Köhler vom BSC Winterberg spitzt sich der Kampf ums Olympia-Ticket zu. Wie ihr Annika Drazek helfen soll.

Sie starten beide für den BSC Winterberg, sie absolvierten im Training bereits die eine oder andere gemeinsame Bobfahrt. Doch das ist am Samstag nebensächlich. Beim Weltcuprennen der Damen in Altenberg (13 Uhr) geht es besonders für Bobpilotin Anna Köhler um viel mehr als das Gemeinschaftserlebnis mit Vereinskollegin Annika Drazek. Die 24-jährige Köhler ist die Nummer drei der deutschen Pilotinnen-Riege – und muss sich ihren Startplatz bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang/Südkorea (9. bis 25. Februar) erst noch sichern.

Das Prozedere ist einfach: Die zwei Nationen, die am 14. Januar die Plätze eins und zwei der Weltrangliste belegen, erhalten einen dritten Startplatz im olympischen Rennen. Aktuell zählt Deutschland dazu. „Aber das wird ein ganz heißer Tanz in den zwei ausstehenden Rennen“, sagt Chef-Bundestrainer René Spies und wünscht sich: „Wenn Anna in Altenberg einen großen Schritt machen würde, wäre das super.“ Die letzte Chance bestünde am Samstag in einer Woche in St. Moritz.

Enges Gesamt-Klassement

Doch auf ein Finale möchte es der Cheftrainer nicht anlegen. Deshalb beordert Spies für das Rennen in Altenberg mit Annika Drazek seine beste Anschieberin, vielleicht sogar die weltbeste Anschieberin, auf Köhlers Schlitten. „Anna erhält jetzt einen super Schuss – und muss es richten“, sagt er.

Der Blick auf das Klassement im Gesamtweltcup verdeutlicht aber, wie dramatisch der Kampf um das dritte Olympia-Ticket zwischen den Nationen Deutschland, USA und Kanada ist. Anna Köhler hat dort den siebten Platz inne, vor ihr stehen zwei deutsche, zwei amerikanische und zwei kanadische Pilotinnen. Auf Rang acht folgt mit Brittany Reinbolt die dritte Amerikanerin, auf Platz neun mit Christine de Bruin die dritte Kanadierin. Beide muss Köhler hinter sich halten.

In St. Moritz in anderer Besetzung

„Altenberg ist ohnehin eine Herausforderung. Alle müssen sehr konzentriert ans Werk gehen“, fordert René Spies. Der Cheftrainer strebt eine Vorentscheidung an. Denn in St. Moritz wird er Drazek nicht mit Köhler, sondern mit Mariama Jamanka oder Stephanie Schneider starten lassen. „Wir bereiten uns auf Olympischen Spiele vor“, sagt er – und meint den Kampf um die Medaillen in Pyeongchang und nicht den um den dritten Startplatz.

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