NRW-CDU

Ministerpräsident Armin Laschet prophezeit ein Brexit-Beben

Freudiger Einmarsch in Kirchveischede: Für Ministerpräsident Armin Laschet wird Spalier gestanden, geklatscht und Blasmusik gespielt. Foto:MATTHIAS GRABEN

Freudiger Einmarsch in Kirchveischede: Für Ministerpräsident Armin Laschet wird Spalier gestanden, geklatscht und Blasmusik gespielt. Foto:MATTHIAS GRABEN

Lennestadt-Kirchveischede.  Beim politischen Aschermittwoch der NRW-CDU im Sauerland bewegt das Thema Europa den Ministerpräsidenten Armin Laschet mehr als alles andere.

Kirchveischede dürfte schon viel erlebt haben. Davon kann man wohl ausgehen, blickt man in der Ortschaft 2019 doch auf 1000 Jahre Geschichte zurück. Ein kleiner Teil davon ist auch der politische Aschermittwoch der Landes-CDU in der Schützenhalle Sankt Hubertus, der am Mittwochabend immerhin zum 18. Mal dort stattfand.

Als kurz nach 17 Uhr Ministerpräsident Armin Laschet den schon eine Stunde vorher prall gefüllten Saal in Richtung Bühne durchschreitet, wird Spalier gestanden. Klatscheinmarsch mit Blasmusik. Gekommen sind nicht nur Sauerländer Christdemokraten, sondern Parteifreunde aus ganz NRW, reichlich Abgeordnete aus dem Düsseldorfer Parlament, die beiden Bundestagsabgeordneten Patrick Sensburg und Matthias Heider und nicht zuletzt Peter Liese, NRW-Spitzenkandidat für die Europawahl Ende Mai.

Mit dem zwischenzeitlichen Hoffnungsträger Friedrich Merz hatte wohl niemand gerechnet. Vermisst wurde dagegen der Iserlohner Paul Ziemiak schon. In den vergangenen Jahren stets Stammgast, ließ er sich entschuldigen. „Der Generalsekretär tanzt mittlerweile auf anderen Hochzeiten“, versucht der heimische Kreisvorsitzende Jochen Ritter den Ausfall mit Humor zu nehmen.

Für Ministerpräsident Laschet kommt die Schelte politischer Gegner im Land an diesem Abend erst an zweiter Stelle. Wichtigstes Augenmerk gilt auch dem Ministerpräsidenten in diesen Tagen Europa. Laschet erinnert an die Leichtfertigkeit, mit der hierzulande seinerzeit zunächst die Lehman-Pleite achselzuckend betrachtet wurde, ehe das gesamte kapitalistische System ins Wanken geriet. Und nun der Austritt Großbritanniens. „Es hängen vielmehr Dinge dran als wir glauben. Welche Auswirkungen der Brexit haben wird, auch auf Regionen wie das Sauerland, weiß heute niemand“, prophezeit der CDU-Landesvorsitzende Laschet ein erhebliches Beben durch den Austritt der Briten. Viel hängt von der Wahl im Mai ab. Nicht zuletzt, um weiter eine gewichtige Stimme in der Welt zu behalten - oder zu bekommen.

Um zum Beispiel vom US-Präsidenten ernst genommen zu werden. Dass Donald Trump den nordkoreanischen Machthaber Kim als großen Staatsmann bezeichnete, bringt Laschet mächtig auf die Palme: „Der (Trump) hat nicht alle Tassen im Schrank!“ Viel Applaus. Dagegen schwingt der CDU-Chef beim Thema Hambacher Forst und dem aus seiner Sicht heuchlerischen Umgang der NRW-Grünen mit dem Thema Braunkohleausstieg die Axt beinahe moderat. Der Hinweis, dass die Vorgängerregierung NRW die Debatte um Dieselfahrverbote durch Nichtstun eingehandelt habe, kommt im Saal selbstredend gut an. „Fünf Jahre lang von 2010 bis 2015 ist nichts passiert mit dem grünem Umweltminister Remmel“.

Liese nimmt die AfD ins Visier

Ein paar Minuten bleiben noch für Südwestfalens Mann in Brüssel. Peter Liese muss die Menschen im Saal kaum katholisch machen, wenn es um den Urnengang geht. Der Europaabgeordnete rüttelt den Saal mit Merzscher Attitüde auf: „Die AfD will die EU abschaffen. Wir sollten den ersten Schritt tun, die AfD abzuschaffen“

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