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Krombacher stoppt Zusammenarbeit mit der Umwelthilfe

Bekannt aus den Werbespots der Krombacher Brauerei, die mit einem naturnahen Image wirbt: der Blick auf die Wiehltalsperre bei Reichshof im Oberbergischen Kreis.

Bekannt aus den Werbespots der Krombacher Brauerei, die mit einem naturnahen Image wirbt: der Blick auf die Wiehltalsperre bei Reichshof im Oberbergischen Kreis.

Kreuztal.   Die Privatbrauerei stoppt die Zahlung von Fördergeldern an die Deutsche Umwelthilfe, die derzeit die Dieselfahrverbote vor Gericht durchsetzt

Die Krombacher Brauerei lässt die Zusammenarbeit mit der Natur- und Verbraucherschutzorganisation Deutsche Umwelthilfe (DUH) auslaufen. Bereits in diesem Jahr seien keine Gelder mehr an den gemeinnützigen Verein geflossen, sagte Brauerei-Sprecher Franz-Josef Weihrauch auf Nachfrage der WESTFALENPOST und ergänzte: „Zudem ist keine weitere Zusammenarbeit mit der DUH geplant.“

Gründe für die Beendigung der Zusammenarbeit nannte Weihrauch nicht. Ob sie im Zusammenhang mit der aktuellen Diskussion über die DUH steht, die immer wieder als Abmahnverein – u. a. gegen Autohäuser, die Energieverbrauchsangaben für Fahrzeuge nicht korrekt oder unvollständig auszeichnen – , wegen der Dieselfahrverbote, die sie per Klagen durchsetzt und andererseits wegen ihrer Unterstützung durch den japanischen Automobilhersteller Toyota kritisiert wird, ließ der Sprecher der Privatbrauerei offen. „Aus einer politischen Bewertung hält sich das Unternehmen heraus“, sagte der Sprecher der Privatbrauerei. Krombacher sei es bei der Zusammenarbeit „um wichtige Projekte, die wir glaubhaft durchführen“, gegangen.

Rund 500.000 Euro

Die Krombacher Brauerei engagiert sich seit Jahren öffentlichkeitswirksam im Naturschutz, um ihr naturnahes Image zu verstärken. Für bundesweite Aufmerksamkeit sorgte die Brauerei mit ihrem im Jahr 2002 gestarteten Projekt zum Schutz des tropischen Regenwalds, das mittlerweile über eine Stiftung erfolgt. Das Engagement passt gut zur Brauerei und dem Werbeslogan zu ihrem Pils: „Mit Felsquellwasser gebraut“. Drei Umweltschutzorganisationen unterstützt die Brauerei finanziell: den World Wildlife Fund (WWF) und mit ihm das Regenwaldprojekt, den Naturschutzbund Nabu und – bislang – die Deutsche Umwelthilfe DUH.

„Diesmal gingen insgesamt 514.750 Euro für den heimischen Artenschutz direkt an die Partner“, hat Krombacher vor gut einem Jahr, am 6. November 2017, noch mitgeteilt. Das Geld floss demnach in Projekte, in denen es um den Schutz heimischer Tierarten ging und geht. Dazu schreibt Krombacher: „Mit dem bereitgestellten Förderbetrag hat die Krombacher Brauerei vor allem Projekte unterstützt, die sich für den Schutz des Luchses, des Fischotters, des Schreiadlers, der Eisente und der Kegelrobbe einsetzen“. So sei etwa im Pfälzer Wald ein neues Auffanggehege finanziert worden, in dem Luchse medizinisch versorgt werden können. „Alle durchgeführten Artenschutz-Projekte haben gemeinsam, dass die Projektgebiete möglichst frei von Nutzungsinteressen sind und somit die besten Voraussetzungen liefern, die Arten tatsächlich zu schützen bzw. zu fördern“, so Krombacher. Laut Weihrauch kontrolliere die Brauerei den Fortgang der unterstützen Projekte und damit die Verwendung der Fördergelder.

Rückkehr der Dose

Derzeit liefen Gespräche darüber, welche Artenschutzprojekte künftig von Krombacher unterstützt werden; wann die Entscheidung falle, sei noch offen. Die DUH gehört aber offenbar nicht mehr dazu.

Dass die Privatbrauerei nach der Renaissance der Dose den größten Marktteil beim Bier in Blech in Deutschland hat, steht der Naturverbundenheit des Unternehmens laut Weihrauch nicht entgegen. „91 Prozent unserer Produkte sind Mehrweg“, hält der Brauereisprecher dem Hinweis auf das Dosenbier entgegen. „Der Kunde fragt Dosenbier nach, und als Marktführer bieten wir es daher auch an“, argumentiert Weihrauch.

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